Rezension/Kritik - Online seit 16.12.2012. Dieser Artikel wurde 4367 mal aufgerufen.

Shark Attacks

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Autor: Henning Poehl
Illustration: Michael Holtschulte
Verlag: Sphinx Spieleverlag
Rezension: André Beautemps
Spieler: 2 - 6
Dauer: 20 - 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2012
Bewertung: 5,2 5,2 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 394
Shark Attacks

Spielziel

- Hey, Mann, lass uns zum Strand gehen!
- Machen wir dort eine Party?
- Klar, bisschen was trinken und schön planschen im Wasser.
- Ist das nicht gefährlich? Gibt es da unten nicht Haie im Meer?
- Ach quatsch, du Angsthase! Selbst wenn, wir sind doch ruckzuck wieder raus aus dem Wasser. No risk, no fun!

Ablauf

Es ist in der Tat Partyzeit am Strand und im Meer. Jeder versucht, das coolste und zugleich aufregendste Event auszurichten. Es sollen möglichst viele Leute zur Party kommen und möglichst wenige von Haien verspeist werden.

Um die Leute erst einmal zur eigenen Fete zu bekommen, würfelt man mit sieben blauen Würfeln. Das Ergebnis ist je Würfel entweder ein, zwei oder gar drei Gäste auf einmal oder nur Ozean, welches keine weiteren Gäste bedeutet. Gelingt es, auf allen Würfeln mindestens einen Gast als Ergebnis zu bekommen, hat man bereits eine Beachparty zusammen und darf die Anzahl der Gäste mit zwei multipliziert als Ergebnis aufschreiben lassen.

Sind jedoch Wellen mitgewürfelt worden, hat man die Wahl, entweder die erwürfelten Gäste als einfachen Wert zu akzeptieren oder einen weiteren Wurf zu versuchen. Entscheidet man sich für letzteres, muss zunächst der gelbe Ereigniswürfel einzeln gerollt werden. Es ist sonnig? Prima, dann kommen vermutlich weitere Gäste und man erhält einen weiteren blauen Würfel dazu, der mit den anderen Würfeln im nächsten Versuch mitgeworfen werden darf. Wenn es regnet, sinkt die Wahrscheinlichkeit und einer der übrig gebliebenen Würfel aus dem vorigen Versuch wird weggelegt.

Am schlimmsten ist jedoch der Haialarm. Hat man dieses Ereignis gewürfelt, ändert sich das Procedere gewaltig: Alle bisher nicht erfolgreich geworfenen Würfel werden beiseite gelegt, man muss nun die bereits anwesenden Gäste vor den Haien retten. Hierfür muss zu den Gästen noch ein roter Haiwürfel dazu genommen werden. Zeigt dieser nach einem Wurf eine Welle, ist alles gut und sämtliche gleichzeitig erscheinenden Gäste retten sich ans Ufer.

Wird jedoch ein, zwei oder gar drei Haie das Ergebnis sein, kann man nur hoffen, dass kein Gast zu sehen ist. Wenn doch, werden diese in passender Anzahl verspeist. Das ist kein schöner Anblick, das ganze Blut im Wasser. Lockt außerdem weitere Haie an - man erhält einen weiteren Haiwürfel, sollten sich nach dem Versuch immer noch Gäste im Wasser befinden. Als wäre das nicht schon schlimm genug, wird auch noch ein Warnschild am eigenen Strand aufgestellt, dass es hier Haiangriffe geben kann. Es gibt immer weitere Haie und einen Strandmarker mit besagtem Warnhinweis. Befinden sich keine Marker mehr im Vorrat, nimmt man einen Marker, der vor einem beliebigen anderen Spieler platziert ist. Beim Hainachwuchs ist nach vier Würfeln Schluss.

Alle Gäste, die gerettet werden konnten, geben wenigstens noch den einfachen Punktwert. Sollte es einem gelingen, alle Gäste unfallfrei aus dem Wasser zu bekommen, bevor ein Hai sich am Badegastbuffet bedient, erhält man den dreifachen Punktwert dafür.

Liegen zu Beginn des nächsten Versuchs Warnhinweise vor einem Spieler, muss dieser sich mit einem Würfel weniger je Marker begnügen. Erreicht man eine Beachparty, wird man allerdings zwei der Marker wieder los. Lässt man es gar nicht so weit kommen, dass Haie auftauchen, auch wenn noch nicht alle möglichen Gäste erwürfelt wurden, kann man zumindest einen davon wieder abgeben.

Wer auf diese Weise zuerst einhundert Punkte erreicht hat, gewinnt das Spiel.

Fazit

Rasant, brisant, riskant!

Ein nicht nur thematisch atemberaubendes Würfelspiel hat Herr Poehl in seinem Eigenverlag an die Oberfläche gespült. Sicher, der Antrieb des Spiels ist keine Revolution auf dem Markt der Würfelereignisse, aber solch ein Thema wurde meines Wissens nach noch nicht eingebettet. Skurrile und mindest morbidaffine Themen spielerisch umzusetzen ist allerdings die Spezialität des Hauses Sphinx-Spiele.

Kennt man schon einige Produkte des Herausgebers, wirkt das Spielmaterial erstaunlich. Derart buntes Zeug hat man noch nie dort gesehen. Das kleine Säckchen hingegen, in dem sämtliches Material aufbewahrt wird, anstelle dieses in einer Schachtel vorzufinden, ist bereits bekannt. Auch die vorige Veröffentlichung kam im gleichen Gewand daher, allerdings im gewohnten düsteren Look. Hier ist nicht nur die Umverpackung blau, nein, auch die meisten der benötigten Würfel. Dazu rote Hai- und ein gelber Ereigniswürfel. Wow! Selbst die Spielanleitung ist mit farbigem Cover versehen.

Obwohl diese Ver- und Bewunderung wie eine Beschreibung aus dem Jahre 1957 und ein wenig befremdlich klingt, kommt das Erscheinungsbild bei Sphinx einer kleinen Revolution gleich. Lediglich die Kenntlichmachung der Anzahl der Badegäste in Strichmännchenoptik ist gewöhnungsbedürftig. Ansonsten sieht man durch die meistens ansteigende Zahl der passend gefärbten Haiwürfel förmlich, wie sich das Wasser mit Blut verfärbt.

Die Spieldauer von einer Viertelstunde ist angemessen, je nach Teilnehmerzahl kann es sich schon mal ausdehnen. Auch dann kommt keine Langeweile auf, schließlich stacheln sehr, sehr schnell alle Strandbesitzer den jeweilig Gästelockenden an. Man möge doch bitte fortfahren, mit den paar Badegästen käme man doch nie zu etwas. Gern folgt man diesen Verlockungen, schließlich besteht ja immer noch die - wenn auch oft geringe - Chance, dass man bei Erscheinen der kiemenatmenden Seeräuber alle seine Gäste vor selbigen retten kann, was einem den Punktestand rasant verbessert. Doch selbst im wahrscheinlicheren Fall der Umwandlung von Badegästen in Raubtierfutter ist man mehr fasziniert als frustriert und sogar heilfroh, wenn wenigstens einigen Punktelieferanten der rettende Sprung ans Ufer gelingt.

Ist man zunächst noch unsicher, ob es nicht doch ein dauerhafter Nachteil werden könnte, an die fünf bis sechs Haimarker vor sich liegen zu haben, verflüchtigt sich die gedankliche Negativtrübung schnell. Erstens ist mit weniger Würfeln das Erreichen einer Beachparty einfacher (und damit verbunden die sofortige Entlastung von zwei Markern), und zweitens ist meist vor dem nächsten eigenen Versuch noch mindestens ein anderer Meerbadbetreiber ungeschickt oder gierig genug, um ebenfalls ein paar potenzielle Sieghilfen zu opfern, und schwups, sind die Marker auch schon wieder weg.

Je nun, das Spielalter. Gemessen am Spielmechanismus könnten theoretisch Grundschüler, die den Zahlenraum bis Hundert beherrschen, mitspielen. Gemessen am Thema eher nicht. Klar, es fließt nicht einmal Ersatzflüssigkeit bei diesem Spiel und die Darstellungen auf dem Material sind kindgerecht. Dennoch sollten gewaltbeinhaltende Themen nur ganz behutsam und in den Anfängen möglichst abstrakt in Kinderköpfe gelangen. Die Logik, dass auch jedes Kind ein Individuum ist, führt dazu, dass eine genaue und allgemeingültige Altersgrenze nicht wirklich festzulegen ist. Es mögen die Verantwortlichen selbst nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden, ob die eigene Brut reif genug dafür ist, mitzuspielen.

Wer es ist, hat jedenfalls über die komplette Länge großen Spielspaß und oft auch noch Spannung dazu. Für Chancengleichheit bis zum Schluss sorgt die gerechte Verteilung von Versuchen, jeder bekommt die gleiche Anzahl, d. h. eine einmal begonnene Runde bringt jedem Spieler die Möglichkeit, bis zu 90 Punkte in einem Versuch zu ergattern. Allerdings müssten für das Topergebnis insgesamt zehn Gästewürfel auf ihre Höchstzahl gewürfelt werden und dies insgesamt zweimal. Dabei muss nach dem ersten erfolgreichen Coup ein Haiwürfel mitgewürfelt werden, der niemals eine Dreiergruppe an Haien zeigen darf, bis das Ergebnis erneut erreicht wurde. Herausfordernd, gell?

Einstimmig positive Rückmeldungen auch von vegetarischen und veganen Kreisen, von Messeveteranen und blutigen(sic!) Anfängern, von biblischem bis Welpenalter weisen darauf hin, dass dies das zumindest am besten angenommene und angekommene Spiel aus diesem Hause ist. Pardon, das bisher beste. Unter den gesichteten Neuerscheinungen der diesjährigen großen Publikumsmesse in Essen ragt das Spiel in seiner Kategorie ebenso hervor. Es bleibt also die Erwerbsmöglichkeit am besten direkt auf der Verlagsseite durch den Schlachtruf zu verstärken: "Support your smaller dealer!"

Rezension André Beautemps

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Shark Attacks: 5,2 5,2, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.11.12 von André Beautemps - Die Interaktionsnote ist losgelöst vom Mechanismus und beschränkt sich auf den gemeinsamen Spielspaß.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.12.12 von Frank Gartner - Skurile Idee. Gewinnt mit den Kommentaren der Spieler an Spielspaß.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.12.12 von Andreas Molter - Macht einfach höllisch Spaß! Suchtgefahr gegeben, wie bei Heckmeck!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.12.12 von Günter Berberich - Kam in allen Runden gut an. Wir hatten schon die komplette "Beachparty" mit allen blauen Würfeln mit 42 Punkten und allen geretteten Badegästen mit 63 Punkten. Die Tumulte am Tisch waren groß!! Einzig der Mechanismus wann der Hai frisst und wann nicht muss sich erst nach mehreren Runden einprägen! Oft überlebt ein Badegast auch wenn sich zu viele Haie um die Beute streiten ;-)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.12.12 von Rainer Harke
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.02.17 von Monika Harke - Sehr schräges Thema. Hoher Wiederspielreiz. Die Neuauflage hat verbesserte Hai-Fress-Regeln, was alles etwas einfacher macht.

Leserbewertungen

Leserwertung Shark Attacks: 5,0 5.0, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.12.12 von Heinz Tenk - Man muß auch mal nicht so gierig sein, macht viel Spass . Ich feiere gerne mal wieder Strandpartys.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.12.12 von W.Heidenheim
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.12.12 von Stevie G - Absolut witziges, einfaches Würfelspiel. Etwas skurriles Thema aber der Spielspaß in unseren Runden ist immer top! Das Spiel wäre doch was für die großen Verlage, damit mehr Menschen die Möglichkeit haben, es zu spielen!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.12.12 von Martin Schipper - Das blaue Meer wird plötzlich rot und schon sind alle Gäste tot. Witziges, kurzweiliges Würfelspiel.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.07.14 von Jörn

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