Rezension/Kritik - Online seit 21.10.2012. Dieser Artikel wurde 6570 mal aufgerufen.

Dungeon Fighter

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Autor: Lorenzo Silva
Lorenzo Tucci Sorrentino
Aureliano Buonfino
Illustration: Giulia Ghigini
Verlag: Cranio Creations
Rezension: Marcus Janka
Spieler: 1 - 6
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2011
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
4,8 4,8 Leser
Ranking: Platz 523
Dungeon Fighter
Auszeichnungen:2012, Golden Geek Bestes Partyspiel Nominierung

Spielerei-Rezension

Spielerei Herbst 2012: Rückwärts mit geschlossenen Augen

Schade. Die Zeit der echten Helden ist vorüber. Zum Glück gibt es noch uns, die Möchtegernhelden, die in die Verliese des Königreiches hinabsteigen. Dort warten bereits gefährliche Monster. Also auf in den Kampf. Allerdings bleiben die Schwerter zu Hause. Die Würfel kommen mit.

Jeder Spieler erwählt sich einen Helden. Gemeinsam bilden die Spieler ein Labyrinth aus Abenteuerplänen. Raum für Raum bewegen sich die Spieler auf diesen Plänen vorwärts, bis sie dem Endgegner gegenüberstehen. Das Labyrinth sollte eher am Rand des Tisches ausgelegt werden. Die Tischmitte ist für den Trefferspielplan reserviert. Dieser ist eine Zielscheibe, auf der die Schäden der Monster ermittelt werden. Je nach Schwierigkeitsgrad stellen die Abenteurer zu Beginn einer Partie Monsterkarten zusammen, die verdeckt gezogen und gemischt werden.

Eine Runde Dungeon Fighter ist einfach strukturiert. Alle Spieler bewegen sich gemeinsam in einen neuen Raum, kämpfen und räumen dann auf. Sobald die Gruppe einen neuen Raum betritt, kommt es zum Kampf mit dem ansässigen Monster. Die meisten Monster bürden den Spielern dabei eine Einschränkung auf. Der Kampf besteht darin, dass die Spieler nacheinander einen noch verfügbaren Würfel auswählen und ihn so in Richtung Zielscheibe werfen, dass er vorher einmal auf dem Tisch auftippt. Falls das Monster eine zusätzliche Einschränkung bereithält, muss diese beim Wurf berücksichtigt werden. Der Wurf muss z. B. mit dem Rücken zum Spielbrett oder mit geschlossenen Augen durchgeführt werden. Bleibt der Würfel auf der Zielscheibe liegen, erhält das Monster gemäß des getroffenen Bereichs Schaden. Zeigt der Würfel dabei ein Heldensymbol, darf der Spieler die zusätzlichen Vorteile seines Charakters nutzen, wie z. B. Wunden heilen oder dem Monster zusätzliche Schäden zufügen. Trifft der Spieler nicht, fügt das Monster ihm Schaden zu. Sind die Lebenspunkte des Charakters erschöpft, wird er ohnmächtig und startet im nächsten Raum mit gehörigen Kopfschmerzen und entsprechend weniger Lebenspunkten. Die Spieler werfen reihum einen der noch nicht benutzten farbigen Würfel. Ist das Monster nach der Nutzung der drei farbigen Würfel nicht besiegt, kann der nächste Held einen weißen Bonuswürfel werfen, falls man vorher im Spiel einen käuflich erworben hat. Kann oder will man nicht, müssen die Spieler alle den Schaden nehmen, den das Monster austeilt. Danach stehen die drei farbigen Würfel wieder zur Verfügung. Der Kampf geht solange weiter, bis das Monster besiegt ist oder alle Helden ohnmächtig am Boden liegen. Ist das Monster besiegt, geht es ans Aufräumen. Die Spieler erhalten das Gold, was das Monster bei sich trug, ohnmächtige Helden kommen wieder zu sich, die Spieler erhalten die farbigen Würfel zurück und können jetzt den Raum nutzen. In manchen Räumen gibt es Lebenspunkte zurück, in anderen kann man einkaufen. Die Helden können sich dabei mit besseren Waffen ausstatten. Die Möglichkeit zusätzlicher Treffer wird oft dadurch erkauft, dass man den Wurf auf eine bestimmte Art durchführen muss. Besiegen die Spieler schließlich den Endgegner, haben sie heroisch gewonnen. Liegen die Spieler alle gemeinsam ohnmächtig am Boden, haben alle gemeinsam verloren.

Dungeon Fighter bietet eine einmalige Mischung. Unterlegt von einem abgedrehten Fantasythema spielt man ein kooperatives Geschicklichkeitsspiel. Alle fiebern mit den Mitspielern, schließlich hängt der eigene Erfolg davon ab. Das gebietet allerdings den Frotzeleien nur wenig Einhalt. Denn Dungeon Fighter hebt die Stimmung am Tisch in den meisten Runden beträchtlich. Den Würfel aus zusammengelegten Händen durch die Beine zu werfen, ist genauso schwierig, wie es sich liest und sieht auch genauso aus. Es wird viel gemeinsam gelacht, angefeuert, gezittert und gelitten, denn der Schwierigkeitsgrad ist gerade in den ersten Partien fast zum Verzweifeln. Kommt die Gruppe tatsächlich mal bis zum Endgegner durch, ist die Begegnung oft kurz und schmerzhaft. Die Antwort darauf lautet meist: "Dann versuchen wir es halt gleich nochmal.". Laut Spielregel kann Dungeon Fighter auch alleine gespielt werden. Aber wer will schon das ganze Verlies leer räumen, ohne jemanden an seiner Seite zu haben, wo doch der gemeinsame Spaß im Vordergrund steht?

Dungeon Fighter ist liebevoll gemacht und ausgestattet. Die Helden treffen auf gebildete Orks, Babydrachen und Goblin-Rotkäppchen. Die Ausstattung ist reichlich. Sogar ein hübsch anzuschauender, aber eigentlich überflüssiger Kartenturm zur Bereitstellung der Monsterkarten ist enthalten. Wünschenswert wären Übersichtskarten mit den verschiedenen Wurfarten und Eigenschaften der Monster und Gegenstände gewesen. Häufig muss man in der launig geschriebenen Spielregel nachschauen.

Das größte Problem von Dungeon Fighter liegt außerhalb der Schachtel. Dungeon Fighter kann nur auf tauglichen Holztischen gespielt werden. Glastische, Plastiktische und generell Tischdecken sind nicht geeignet. Ganz empfindliche Tische können durch die aufspringenden Würfel dauerhaft Schaden nehmen. Doch ein fehlender Tisch sollte kein Hinderungsgrund sein: Dungeon Fighter ist ein Spiel, für das man überlegen kann, den passenden Tisch zu kaufen.

Rezension Marcus Janka

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Dungeon Fighter: 5,0 5,0, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.10.12 von Marcus Janka
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.10.12 von Jost Schwider - Spaßiges Monsterplätten! :o)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.10.12 von Stephan Rothschuh
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.10.12 von Sandra Lemberger - Eine tolle Spielidee, aber leider sind die Regeln nicht immer leicht verständlich und das ganze Spiel ist etwas symbol-überfrachtet. Ein bisschen weniger wäre hier mehr gewesen. Ansonsten hätte es von mir für diese originelle Spielidee die Höchstnote gegeben.

Leserbewertungen

Leserwertung Dungeon Fighter: 4,8 4.8, 10 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.10.12 von David - Tolles Spiel! Sehr schöne, stimmungsvolle Kombination...man hat wirklich ein wenig den Eindruck, als würde man die Monster physisch bekämpfen:-).
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.10.12 von Sebastian Hein
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.10.12 von Ernst Pöll - Grossartiges Spiel das immer wieder Spass macht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.10.12 von Anturius - Ich habe das Spiel insgesammt 3mal mit verschiedenen Leuten gespielt und auch auf der Messe letztes jahr angespielt. Ich dachte, mit etwas Übung kann das Spiel erst seinen Reiz entfalten. Der Funke wollte jedoch bei mir und 6 anderen Personen nicht überspringen. Das Thema ist witzig und die Umsetzung originell aber die Spielbarkeit ist ein Desaster. Die Würfel fallen einfach zu unberechenbar und die Interpretation von einem "gütligen" Wurf ist doch recht schwammig.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.12.12 von Braz - Nix für mich. Da spiele ich lieber "richtige" Dungeon Crawler Spiele, denn die machen mir mehr Spaß.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.05.13 von Martin - ... die 2 bei "Eifluss auf das Spiel" ist nicht negativ gemeint: Wir spielen sonst in der Ecke für "Anspruchsvolle", aber soviel gelacht un geschrieen, wie bei diesem Spiel haben wir noch nie. Allein die Anleitung ist ein Spaß zu lesen. Top Wiederspielwert, top Spaß, unbedingt spielen. (Und beim Erfolg die Siegerpose nicht vergessen:-))
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.01.15 von Insect - In der ersten Runde haben wir es mit viel Anfängerglück, einer Portion Regelunwissenheit und passablen Gegnern geschafft auch den Endgegner zu legen. Seitdem sind wir in den Folgerunden wahlweise am Kopfstoß-Wurf und dem Nasenwurf oft genug gescheitert. Trotzdem ist dieses Spiel fantastisch. Es macht geschlechter- und altersübergreifend eigentlich allen Spaß, solange man sich nicht zu schade ist, sich in der Gruppe zum Deppen zu machen. Erstaunlicherweise ist es sogar so, dass trotz des klamaukigen Äußeren alle immer äußerst konzentriert versuchen, das Beste aus ihrem Wurf zu machen. Tolles (Party-)Spiel. Ich kann es echt jedem empfehlen!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.12.15 von Oliver Müller - Ein Spiel, das polarisiert, ganz klar. Wer keine Partyspiele mag, bei denen man (mit Würfeln!) auch ohne Rechnen, Strategie und Taktik Spaß haben kann, für den ist Dungeon Fighter sicher einfach ärgerlicher Nonsense. Wer sich dagegen nicht zu schade ist, aus verrücktesten Positionen heraus Würfel durch die Gegend zu werfen und nicht alles bierernst nimmt (man verliert deutlich häufiger, als dass man gewinnt), hält hier ein Party-Spiel der besonderen Art in den Händen, dass das Genre der Dungeon-Crawler gekonnt persifliert, ohne selbst ein solcher zu sein. Kein Spiel, um über Mechanismen und balancing zu philosophieren, aber verdammt gelungner Unfug!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.04.17 von Dario - Man kann von Dungeon Fighter halten was man möchte. Was die Originalität angeht, schlägt das Spiel alle Rekorde. Ein thematisches Geschicklichkeitsspiel. Ein kooperativer Dungeoncrawler mit dem Witz von Munchkin, welches auch im Bereich der Partyspiele funktioniert. Wie man es auch beschreibt, das Spiel vergisst man so schnell nicht wieder.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.10.17 von okonski - Dungeon Crawler meets Partyspiel: Dungeon Fighter macht Spaß, ärgert, lässt verzweifeln, bedarf einer guten Kooperation mit den Mitspielern, belohnt dann im besten Fall mit dem Sieg über einen Boss. Hat bisher in jeder Spielrunde gezündet. Hoher Wiederspielwert!

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