Rezension/Kritik - Online seit 21.12.2019. Dieser Artikel wurde 2647 mal aufgerufen.

Reykholt

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Autor: Uwe Rosenberg
Illustration: Klemens Franz
Lukas Siegmon
Verlag: Frosted Games
Rezension: Renate Gerling-Halbach
Spieler: 1 - 4
Dauer: 30 - 60 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2018
Bewertung: 3,4 3,4 H@LL9000
3,7 3,7 Leser
Ranking: Platz 4604
Reykholt

Spielziel

Wir befinden uns in Reykholt auf Island. Dort ist Dank der Nutzung der Erdwärme ein Gemüseparadies entstanden, das viele Touristen anzieht. Als Spieler versorgen wir die Touristen mit verschiedenen Gemüsesorten wie Tomaten, Salat, Pilzen, Blumenkohl und Möhren. Hierfür müssen wir Gewächshäuser erwerben und Gemüse säen und ernten. Wer als Erster alle Tische der Touristen versorgt hat, geht als Sieger hervor.

Ablauf

Jedem Spieler stehen drei Arbeiter und ein Hofbewirtschafter zur Verfügung. Mit den Arbeitern werden auf dem Spielplan folgende Aktionen ausgelöst: Gewächshäuser und Gemüse erwerben, Gemüse säen und ernten. Rund um dem Spielplan verläuft die Tourismusleiste, auf der Tische mit verschiedenen Gemüsen angeordnet sind. Auf dieser Leiste schreitet der Hofbewirtschafter voran, indem er eine bestimmte Menge von einer vorgegebenen Sorte Gemüse abliefert. Jeder Tisch fordert eine andere Sorte Gemüse, die Menge wird immer gesteigert. So werden z. B. an den ersten fünf Tischen je 1 Tomate, Salat, Pilz, Blumenkohl, Möhre abgegeben, an den Tischen 6 bis 10 dann schon 2 Tomaten, Salate, Pilze usw. Einmal pro Runde erhält der Hofbewirtschafter auch ein Gemüse seiner Wahl als Prämie, indem er einen Tisch weitergeht. Aber statt das Gemüse abzugeben, erhält er die Gemüsemenge aus dem allgemeinen Vorrat. Darüber hinaus stehen in einem Spiel 5 Servicekarten zur Verfügung, die entweder einen einmaligen oder einen permanenten Vorteil verschaffen. Diese Servicekarten können im 3er- oder 4er-Spiel auch mit einem Nachbarn geteilt werden.

Vor dem allerersten Säen muss zunächst ein Gewächshaus und Saatgut beschafft werden. Es gibt Gewächshäuser mit 3er, 4er, 5er oder 6er Parzellen, und in jedem Gewächshaus darf nur eine Sorte Gemüse angebaut werden. Auch kann man nicht jedes Gemüse in jedem Gewächshaus anbauen. Zum Säen wird ein Gemüse auf eine Parzelle eines leeren Gewächshauses gelegt, die restlichen Parzellen werden mit der gleichen Sorte des Gemüses aus dem allgemeinen Vorrat aufgefüllt. In der Erntezeit kann aus jedem Gewächshaus nur 1 Gemüse geerntet werden.

Gespielt wird in der Regel über 7 Runden, die immer in 4 Phasen ablaufen:

1. die Arbeitszeit, in der wir unsere Arbeiter auf den Spielplan setzen und Aktionen auslösen,

2. die Erntezeit, in der wir das in Gewächshäuser gesäte Gemüse ernten,

3. die Tourismuszeit, in der unser Hofbewirtschafter die Touristen mit Gemüse versorgt und

4. die Heimkehrzeit, in der wir unsere Arbeiter wieder vom Spielplan nehmen.
Gewonnen hat derjenige, der am Ende der letzten Runde auf der Tourismusleiste am weitesten voran gekommen ist.

Fazit

Als Erstes fällt das ansprechende Spielmaterial auf. Selbst das Untertteil des Spielkartons ist schön illustriert. Das Spielbrett und insbesondere die Servicekarten sind sehr schön, teilweise auch humorvoll illustriert. Die Waren, das Gemüse, sind aus bunt lackierten Holz, und passend dazu gibt es zusammensteckbare Pappkisten. Diese Pappkisten passen auch zusammengesteckt in den Karton, praktisch zum Auf- und Abbauen. Etwas wackelige Kandidaten sind aber die Hofbewirtschafter in Form von kleinen Flaschen, na ja - ist ja auch ein bisschen witzig, insbesondere wenn sie mal umfallen sollten. Da wäre mehr Standfestigkeit wünschenswert gewesen.

Schön ist, dass das Spielbrett an die Spielerzahl angepasst werden kann. So hat man im Solo- oder 2er-Spiel 12 Aktionsfelder zur Verfügung, im 3er-Spiel 20 und im 4er-Spiel 24 Aktionsfelder. Sinnvoll ist auch, dass besonders markierte Aktionsfelder einer Spalte von ein und demselben Spieler in einer Runde nur einmalig genutzt werden können. Gerade beim Spiel zu zweit kann hier der Zug des Gegenübers besser geplant werden.

Die Aktionsfelder enthalten nicht nur Piktogramme, sondern auch richtige Anweisungstexte, wie z. B. "Säe 1 Mal oder 2 Mal aus." oder "Nimm 2 unterschiedliche Waren, die beide schon im eigenen Vorrat vorhanden sind." Das mag in mancher Tischrunde eventuell nicht von allen lesbar sein, aber ich habe gerne auch Text dabei, um nicht immer wieder ein Piktogramm nachschlagen zu müssen. Es lassen sich auch nicht immer alle Aktionen anschaulich in Piktogramme umsetzen.

Das Spiel ist gut strukturiert und die Regeln sind gut erklärt, so dass auch Gelegenheitsspieler angesprochen werden und ohne großen Aufwand einen Einstieg finden. Auf den ersten Blick sieht alles recht einfach aus. Doch man muss schon ziemlich genau planen, damit man in der Tourismusphase auch das entsprechene Gemüse zur Hand hat. Verausgabt man sich, hat man kein Saatgut mehr. So kann es sich zum Beispiel lohnen, nicht immer alle Tische zu bedienen, auch wenn man es könnte, und stattdessen etwas Gemüse zu horten, damit man immer genügend Saatgut zur Hand hat. Hat man zu wenige Gewächshäuser, kann man nicht ausreichend Gemüse anbauen und muss alles per Aktion anschaffen.

So sollte auch gut überlegt werden, ob man ein Gewächshaus mit wenigen oder vielen Parzellen erwirbt. Wird in einem 3er-Gewächshaus ausgesät, erhält man nur 2 Gemüse aus dem allgemeinen Vorrat, bei der Aussaat in einem 6er-Gewächshaus immerhin 5. Allerdings muss das 6er-Gewächshaus auch 6-mal abgeerntet werden, bevor in ihm neu ausgesät werden kann. Da muss auf jeden Fall auf Ernteaktionen auf dem Spielbrett zurückgegriffen werden, und die Arbeitskraft kann nicht für andere Aktionen eingesetzt werden.

Die Servicekarten bieten sehr viel Abwechslung, so ist jedes Spiel anders, auch wenn man mit demselben Kartendeck spielt. Das spricht insbesondere Vielspieler an. Da immer nur 5 Servicekarten im Spiel sind, und das ist bei vier Spielern nicht gerade viel, ist die Möglichkeit, sich als Nachbar eine Servicekarte zu teilen, prima. Auch wird man mit einem Gemüse vertröstet, wenn man nur noch die Auswahl zwischen 3 oder weniger Servicekarten hat.

Innovativ ist auch der sogenannte Storymodus, der fortgeschrittenen Spielern eines von 5 Szenarien vorgibt, in denen es verschiedene Zusatzregeln und Zielsetzungen gibt, darüber hinaus kommen noch Ereigniskarten ins Spiel. Insgesamt knifflige Aufgaben, an denen wir uns in unseren Spielrunden die Zähne etwas ausgebissen haben. Die Runden ohne Storymodus kamen bei uns besser an.

Die Interaktion zwischen den Spielern ist nicht sehr groß. So kommt man sich nur gelegentlich bei den Aktionen in die Quere, wenn beide Spieler dieselbe Aktion ausführen möchten. Man kann jederzeit sehen, über welches Gemüse die Mitspieler verfügen, und man kann auch manchmal erahnen, was der Spieler vorhat zu tun. Und man selbst ist damit beschäftigt, wie die nächsten Tische bedient werden und wie das meiste aus den Gewächshäusern heraus geholt werden kann. Besonderes Augenmerk sollte man in der 6. und 7. Runde auf die Aktionen haben, bei denen Gewächshäuser abgegeben werden können, um Tische zu überspringen. Da nutzt es schon, die Mitspieler im Auge zu behalten.

Insgesamt hat uns das Spiel in verschiedenen Zusammensetzungen gut gefallen, insbesondere nach mehreren Runden. Der Ehrgeiz wächst von Mal zu Mal. Besonders flüssig spielt es sich zu zweit, obwohl die Downtime auch mehreren Spielern nicht sehr groß ist, obwohl die verschiedenen Aktionen unterschiedlich schnell erledigt sind: Ein Pilz ist schneller genommen als 3 Mal ausgesät werden kann.

Rezension Renate Gerling-Halbach

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Reykholt: 3,4 3,4, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.11.19 von Renate Gerling-Halbach
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.11.18 von Udo Kalker - Optisch ein echtes Highlight präsentiert sich Reykholt mit seinen tollen Holzrohstoffen, die es wieder einmal anzuplanzen und zu ernten gilt. Dabei lassen sich eigene Felder (z.B. im Gegensatz zu Loyang) auch mehrfach neu bepflanzen um dann die Tische auf der "Siegpunktpunktleiste" zu bedienen. Das läuft irgendwie aber immer gleich und ist trotz der Interaktion auf dem Spielplan um die Aktionsfelder doch eher eintönig und langweilig. Sucht man am Ende nach der besten Kombination aus allen Optionen, kann ein Zug auch mal lang dauern mit der entsprechenden Downtime. Zur 4 hat's daher leider nicht gereicht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.11.18 von Jürgen Henrich
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.12.19 von Michael Kahrmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.12.19 von Michael Timpe - Leider das schlechtere Lyoang mit schöner Aufmachung. Ein reines Solo-Optimierspiel das (zu) wenig Abwechslung bietet.

Leserbewertungen

Leserwertung Reykholt: 3,7 3.7, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.11.18 von Hans Huehnchen - Wer Vor den Toren von Loyang hat und gerne spielt, kann gut auf Reykholt verzichten. Zu sehr gleichen sich einige der Elemente, dafür fehlen wiederum andere, die Loyang so interessant machen. Für mich leider eine kleine Enttäuschung, auch wenn Reykholt für sich gesehen gut funktioniert.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.11.18 von Maja
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.11.18 von Dennis L. - Kam vor allem bei den Gelegenheitsspielern in unserer Runde sehr sehr gut an.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.11.18 von Christoph Kainrath - Ein typisches Rosenberg das man durchaus auch Wenigspielern zutrauen kann, da die Abläufe und Aktionen im Grund recht simpel sind. Einziges (nicht spielrelevantes) Manko sind meines Erachtens die an sich wunderschönen Gemüsekisten, da das Gemüse oft schlecht zu greifen ist (ähnlich wie bei Merkator). Da lassen wir lieber das Gemüse außerhalb, da gerade das Nehmen und Zurücklegen sehr häufig geschieht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.02.19 von Ernst-Jürgen Ridder - Das Spiel hat nichts, das es interessant macht. Nach mittlerweile vier Partien will der Funke immer noch nicht überspringen. Viel langweiliger gehts kaum.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.06.19 von Thommy
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.01.20 von Familienvater - Ein typisches Rosenberg-Spiel, allerdings eines von der ziemlichen einfachen Sorte. Der Vorteil ist, man kommt recht schnell in das Spiel rein. Vor allem, wenn man schon andere Rosenberg-Spiele kennt. Allzu viele Mechanismen kommen einen sehr bekannt vor. Und dann noch das 'originelle' Thema "Gemüseanbau" mit Ansäen und Abernten ... Leider wirkt die ganze thematische Einbindung irgendwie komplett aufgesetzt, vor allem da es sich letztendlich nur um ein simples Rennspiel handelt, bei dem in jeder Partie die Bedingungen für das Erreichen des nächsten Tisches auch noch identisch bleiben. Einzig und allein die ausliegenden Servicekarten bieten hierbei ein wenig Abwechslung. Der Storymodus mag zwar eine nette Idee sein, aber da muß man auch erstmal gewillt sein, das durchzuspielen. Optisch hingegen weiß das Spiel sehr wohl zu gefallen. Die Gemüsekisten sind toll anzusehen (wenn auch für große Hände und/oder klobige Finger unpraktisch) und die grafische Gestaltung des Spielplans und der Karten sind große Klasse! Wenn ich nun den Spielwert mit anderen Rosenberg-Spielen vergleiche, welche es ebenfalls für den UVP von 50,- Euro gibt, so schneidet "Reykholt" deutlich schlechter ab. Es sei denn, man ist auf der Suche nach einem Spiel, mit welchem man sich mit Gelegenheitsspielern in gut einer Stunde beschäftigen kann. Dann sollte man hier zugreifen. Insgesamt gibt´s von mir beim Spielreiz einen sehr schwachen 4er-Würfel.

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