Hintergrundinformationen zu Sudoku

Der Sudoku-Vergleich

Der Sudoku-Vergleich

Sudoku
- Das Zahlenrätsel aus Asien -

Insgesamt 9 Verlage stellten den H@LL9000-Testern 10 Sudoku-Spiele zur Verfügung. Dieser Artikel soll einen Überblick und einen Vergleich dieses reichhaltigen Angebots liefern.

Zunächst eignet sich das Material aller 10 Spiele für das solitäre Rätseln an einem Sudoku. Einzig beim Kosmos-Spiel muss man hierfür auf externe Quellen als Vorlage zurückgreifen - alle anderen Spiele stellen zwischen 48 und 150 Rätseln zur Verfügung. Zu den Schwierigkeitsgraden kann ich keine ausführliche Bewertung abgeben, da hierzu ein wesentlich zeitintensiverer Test nötig gewesen wäre. Die während der Tests gelösten Vorgaben waren durchweg eindeutig. Die angegebenen Klassifizierungen der Schwierigkeit beruhen meist auf der Anzahl der vorgegebenen Zahlen. Dies kann jedoch dazu führen, dass ein Rätsel mit mehr Vorgaben trotzdem schwieriger zu lösen ist als eines mit weniger Vorgaben. Auch ist das Empfinden der Schwierigkeit subjektiv und kann davon abhängen, wie gut man den Einstieg "erwischt".

Grosse Unterschiede gibt es beim Material. Viele der Spiele arbeiten mit Stanz- oder Plastikplättchen, die auf einem Spielplan mit dem Sudoku-Raster abgelegt werden. Dies kann für die Lösung eines Sudokus den Vorteil haben, dass man pro Ziffer die verbleibenden Plättchen direkt sehen kann - zumindest wenn die Anzahl der Plättchen inklusive der Vorgabe genau 81 beträgt. Eine Besonderheit der Noris-Ausgaben (blaue Schachtel für 2 und mehr Spieler, rote Schachtel für 1 Spieler) sowie von Hasbros The Times su doku ist die Kennzeichnung der Zahlenvorgabe durch unterschiedlich bedruckte Seiten der Plättchen. Das Ravensburger Sudoku-Spiel besteht aus einem abwischbaren Plan, auf dem die Spieler in unterschiedlichen Farben Eintragungen machen, während die Vorgabe in neutralem Schwarz erfolgt. Zwei der Spiele enthalten statt eines oder mehrerer Spielpläne Papier: Das Winning Moves Spiel, das zusätzlich Bleistifte enthält, sowie die Ausgabe Sudoku für Dummies von Identity Games, in der die Zahlenplättchen auf dem Papier-Raster abgelegt werden. Code Sudoku von Jumbo bietet ein Raster mit einer durchsichtigen Plastikabdeckung an, unter dem die Vorgabe zu sehen ist, und auf dem mit Plastikplättchen die Lösung eingesetzt wird. Mit einem abwischbaren Stift kann man für jedes Feld im Raster Notizen festhalten.

Unter den Spielen, die ihren Schwerpunkt auf das reine Solo-Rätseln setzen, gefallen mir die rote Schachtel von Noris und The Times su doku von Hasbro wegen des griffigen und praktischen Materials am besten.Für eine Einführung ist wegen der ausführlicheren Darstellung und Erklärung das Spiel von Identity Games vorzuziehen. Nur eingeschränkt brauchbar ist Code Sudoku von Jumbo: Hier erlaubt es das Material zwar, Zwischenüberlegungen wie das Ausschliessen oder Einschränken von möglichen Lösungsziffern zu notieren. Dies geht jedoch zu Lasten des Rätselflusses und der Übersicht.

Die Mehr-Personen-Varianten bestehen meist darin, ein Sudoku auf Zeit gegeneinander zu lösen: Die Spiele von Ravensburger und Piatnik sehen vor, dass reihum gerätselt wird, während die Varianten in der blauen Schachtel von Noris bzw. Winning Moves jedem Team bzw. jedem Spieler ein eigenes Raster zur Verfügung stellen. Ein weiterer Ansatz wird bei The Times su doku verfolgt, bei dem gleichzeitig auf demselben Raster gerätselt wird. Während die Varianten mit den jeweils eigenen Plänen interaktionsfrei sind, und damit spielerisch keine wesentlichen Aspekte bieten, gibt es bei den Lösungen an einem Sudoku wesentliche Probleme - für mehr Details möchte ich auf die Fazits zu diesen Spielen von Hasbro, Ravensburger und Piatnik verweisen. Unter den rein auf dem klassischen Sudoku-Rätseln basierenden Mehr-Personen-Varianten kann also insgesamt keines der vorliegenden Konzepte überzeugen.

Eigene nennenswerte Spielkonzepte findet man lediglich bei dem SuDoKu-Spiel von Kosmos, sowie bei Challenge Sudoku von Clementoni (dabei lasse ich das Zeitspiel der DVD-unterstützten Ausgabe von Piatnik wegen eklatanter spielerischer Mängel aussen vor). Beide Spiele haben denselben Ansatz, das Sudoku-Raster mit keinen oder nur wenigen Vorgaben nach und nach reihum zu vervollständigen. Auch die Punktevergabe ist ähnlich: Bei einem abgelegten Plättchen erhält der aktive Spieler je einen Punkt pro Plättchen in derselben Reihe, derselben Spalte und desselben 3 mal 3 Unterquadrats.

Dennoch sind beide Spiele unterschiedlich: Beim Kosmos-Spiel deckt man ein Plättchen aus dem verdeckten Vorrat auf und sucht auf allen verbliebenen freien Plätzen des Rasters nach der besten Möglichkeit zu punkten, während man bei Challenge Sudoku von Clementoni ein Plättchen aufdeckt und auf genau diesem Platz ablegen muss. Letzteres Spiel bietet eine zweite Möglichkeit zu punkten, da die Ablage nach dem Umdrehen nicht immer klappt und man daher entsprechende Plättchen in einem späteren Zug anderweitig unterbringen kann! Durch diese zusätzlichen Optionen ergeben sich interaktive Elemente, da man Vorgaben für Mitspieler zu verhindern sucht. Beim Kosmos-Spiel hingegen optimiert jeder während des eigenen Zuges - ein Einfluss auf die Züge der Mitspieler ist gar nicht gegeben.

Aus spielerischer Sicht hat durch die taktischen und auch interaktiven Elemente klar das Spiel Challenge Sudoku der Venice Connection, erschienen bei Clementoni, die Nase vorn. Das Kosmos-Spiel SuDoKu von Reiner Knizia hat als Schmankerl eine vereinfachte Kindervariante ("SuDoKids") zu bieten und könnte daher ebenfalls für einige Spieler interessant sein - rundweg empfehlen kann ich das Spiel dieses Verlags jedoch nicht. Die verbleibenden Spiele richten sich primär an Sudoku-Liebhaber, die hauptsächlich nach "Rätsel-Futter" in vielfältigen Schwierigkeitsgraden suchen und weniger Wert auf ein ausgereiftes Spielkonzept für mehr Personen legen.

Kathrin Nos

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