Rezension/Kritik - Online seit 25.02.2014. Dieser Artikel wurde 2910 mal aufgerufen.

Arche Noah

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Autor: Christoph Behre
Verlag: AMIGO
Rezension: Franky Bayer
Spieler: 2 - 5
Dauer: 25 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2013
Bewertung: 4,3 4,3 H@LL9000
4,3 4,3 Leser
Ranking: Platz 2634
Arche Noah

Spielziel

Vor genau 4.361 Jahren - ich glaube es war im März und dunkle Gewitterwolken kündigten schon die bevorstehende Katastrophe an - erbaute Patriarch Noah einen schwimmfähigen Kasten (lat. arca), um seine Familie und alle Tierarten vor der großen Sintflut zu retten. Alle Tierarten? Nein, der gute Mann scheint tatsächlich ein paar vergessen zu haben. Traurig haben sich je vier Exemplare von zehn Tieren auf höher gelegene Hügel begeben und hoffen noch auf ihre Rettung. Gottlob gibt es ja noch uns biblische Helden, die für den Fortbestand dieser Tiere auf Erden sorgen sollen.

Ablauf

Ameisenbär, Aasgeier, Igel, Kröte, Spinne, Hyäne, Krokodil, Fledermaus, Schlange und Tukan, das sind die 10 Tierarten, die es zu retten gilt. Von jeder Tierart gibt es vier Karten mit den Werten von 1 bis 4. Diese 40 Karten werden anfangs gemischt, und jeder Spieler erhält eine Karte, mit der er seinen eigenen verdeckten Sammelstapel - seine persönliche Arche - beginnt, sowie zwölf lila und drei grüne Chips.

Das Spiel geht über zwei Durchgänge, welche aus mehreren Runden bestehen. In jeder Runde werden so viele Karten vom Stapel offen ausgelegt, wie Spieler mitspielen. Im Uhrzeigersinn bieten die Spieler einmal reihum mit lila Chips um die Karten. Danach nehmen sie in der Reihenfolge ihrer Gebote eine Karte aus der Auslage und legen sie verdeckt auf ihren Sammelstapel. Bei Gleichstand entscheidet, wer näher zum Startspieler sitzt. Abschließend wird die Startspielerkarte an den linken Nachbarn weitergereicht.

Sind auch die letzten Karten vom Nachziehstapel verteilt, decken alle Spieler ihren Sammelkartenstapel auf. Für jedes Tierpaar bekommt ein Spieler die aufgedruckten Punkte als Pluspunkte gutgeschrieben,. Bei einzelnen Tieren zählen hingegen die aufgedruckten Werte als Minuspunkte. Gelingt es einem Spieler, von einem Tier alle Exemplare zu sammeln, erhält er einen Bonus von drei Punkten.

Für die zweite Runde werden wieder alle Karten neu gemischt, ebenso starten alle wieder mit zwölf lila Chips. Nach dem Ende der zweiten Runde gewinnt der Spieler mit der höchsten Gesamtpunktezahl.

Fazit

Also das mit der Arche Noah habe ich aus dem Religionsunterricht noch ein klein wenig anders in Erinnerung. Ich habe den Verdacht, dass das biblische Thema nur deswegen gewählt wurde, um die Spielkarten mit schönen Illustrationen von Doris Matthäus ausstatten zu können, und weil es für die Spieler gilt, Karten paarweise zu sammeln. Wem die Notwendigkeit der paarweisen Haltung von Tieren zwecks Arterhaltung nicht klar ist, dem empfehle ich einen Auffrischungskurs in Biologie, Thema zweigeschlechtliche Fortpflanzung.

tVom Spielprinzip ist Arche Noah eher einfach gestrickt, was sich in kurzen, eingängigen Regeln auswirkt. Dennoch ist das Spiel nicht banal. Die Art und Weise, wie um die Karten geboten wird, ist pfiffig und stellt die Spieler immer wieder vor knifflige taktische Entscheidungen. In diesem Zusammenhang muss ich unbedingt noch die grünen Chips erwähnen, von denen in der Vorbereitung die Rede war.

Ein grüner Chip kann zu jenem Zeitpunkt eingesetzt werden, in dem man eine der ausliegenden Karten nehmen dürfte bzw. müsste. Er erlaubt, entweder eine zusätzliche Karte zu nehmen, was in den meisten Fällen dann genutzt wird, wenn gerade zwei gleiche Tiere mit höheren Werten ausliegen. Oder man darf damit ganz auf das Nehmen einer Karte verzichten, wenn man keine der verfügbaren Karten benötigt oder diese sogar Minuspunkte einbrächten.

Dadurch kann es passieren, dass Spieler bei der Kartenverteilung leer ausgehen, oder dass Karten übrig bleiben, welche ungenutzt auf einen Ablagestapel wandern. Der Einsatz der grünen Chips will jedoch wohlüberlegt sein, denn einmal eingesetzte Chips sind verloren. Wer also bereits im ersten Durchgang alle drei Chips ausgegeben hat, muss im zweiten Durchgang ohne einen solchen auskommen und kann nicht mehr auf besondere Umstände reagieren.

Bleibt nur mehr ein Aspekt zu beschreiben, aber dafür ein nicht unwesentlicher: Durch das verdeckte Ablegen auf den Sammelstapel ergibt sich die Notwendigkeit, sich die Karten zu merken, um auch wirklich Tierpaare und nicht bloß lauter Einzeltiere zu erhalten. In allen unseren Partien war die Wertung zum Abschluss eines Durchgangs immer sehr spannend, da sich niemand sicher war, ob alles reibungslos geklappt hat. Sehr oft kommt es zu Überraschungen, manchmal positiver Natur, häufiger aber unliebsam. Fehler sind fast unvermeidlich, außer man ist ein wahrer Gedächtniskünstler.

Dies alles macht Arche Noah zu einem der interessantesten kleinen Spiele des Jahrgangs. Es steckt viel Spaß in der kleinen Schachtel, mehr als man anfangs vermuten könnte. Mir gefällt auch, dass es trotz der kurzen Spieldauer fast keinen Glücksanteil besitzt, weshalb es auch von sogenannten "Vielspielern" gerne für zwischendurch oder als Absacker gespielt wird. So gesehen eine klare Empfehlung.

Rezension Franky Bayer

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Arche Noah: 4,3 4,3, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.02.14 von Franky Bayer - Von den "kleinen" Spielen letztes Jahr sicher eines der besten: Schnell erklärt, flott gespielt und doch mit einem gewissen Pfiff.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.02.14 von Frank Lehmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.02.14 von Michael Timpe - Hübsche Aufmachung, einfaches Spiel mit bekannten Mechanismen. Nicht herausragend aber Grundsolide. Knappe 4 Punkte

Leserbewertungen

Leserwertung Arche Noah: 4,3 4.3, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.02.14 von Dencer - Schnelles Merkspiel für zwischendurch, ich fand es gut!
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.02.14 von Jõrn
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.03.14 von Waiko - Pfiffig, einfach und sogar tricky. Bietet alles, was ein kleines Mitbringspiel aus der Masse hervorhebt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.09.14 von Hans Huehnchen - Merken und bieten mit begrenzten Ressourcen - macht Spass, allerdings nicht so sehr zu zweit.

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