Rezension/Kritik - Online seit 04.05.2001. Dieser Artikel wurde 15912 mal aufgerufen.

Das Riff

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Autor: Christine Lehmann
Wolfgang A. Lehmann
Illustration: Claus Stephan
Verlag: KOSMOS
Rezension: Frank Gartner
Spieler: 2
Dauer: 45 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2000
Bewertung: 3,5 3,5 H@LL9000
4,2 4,2 Leser
Ranking: Platz 4987
Das Riff

Spielziel

Alle Taucher bekommen beim Gedanken an das Rote Meer oder das Great Barrier Riff glnzende Augen. Die Farbenvielfalt von Korallen und Fischen in Riffnhe sind einfach traumhaft. In Das Riff drfen Spieler dem Fischnachwuchs dieser Regionen ein wenig behilflich sein. Ziel ist es als erster 5 neue Fischsorten gezchtet zu haben.

Ablauf

Das Spielfeld stellt das Riff dar und setzt sich aus 8 x 4 Karten zusammen. Die beiden Spieler sitzen sich jeweils an einer 8er-Reihe gegenber. Die beiden ueren Reihen (das sind die den Spielern zugewandten Reihen) werden offen ausgelegt, die beiden inneren Reihen verdeckt.

Neben dem Riff liegen immer 4 Zuchtkarten aus. Die Zuchtkarten geben vor, welche Fischsorten gezchtet werden drfen. Die Fische unterscheiden sich durch ihre Farbe. Alle Fische auf der Zuchtkarte knnen bis zu 2 unterschiedliche Farben besitzen. Es gibt bis zu 6 verschiedene Farben.

Die Spieler haben nun die Aufgabe die fr die Zuchtkarten notwendigen Eltern aus dem Riff herauszufischen, d.h. liegt eine Zuchtkarte mit rot-gelben Fischen offen aus, muss man versuchen einen roten und einen gelben Fisch aus der Auslage des Riffs zu fischen, um einen Zuchtversuch erfolgreich abzuschlieen. Hierbei ist darauf zu achten, dass immer ein weiblicher und ein mnnlicher Fisch verwendet wird.

Die Basis fr jede Zchtung ist eine Laichsttte. Hierzu dienen die Korallenkarten, welche ebenfalls aus dem Riff gefischt werden knnen. Bevor mal also Fische aus dem Riff angelt, muss man dafr sorgen, dass eine Korallenkarte zur Verfgung steht, an welche man den geangelten Fisch anlegen kann.

Das Zahlungsmittel in diesem Spiel sind Wrmer: Immer, wenn ein Spieler am Zug ist, wrfelt er mit 2 farbigen Wrfeln und nimmt sich Wurmkarten der entsprechenden Farbe aus dem Wrmervorrat. Der Gegenspieler darf sich einen Wurm der beiden Farben aussuchen. Wer sich Fische aus dem Riff fischen mchte, bentigt Wrmer. Wieviel Wrmer und von welcher Farbe notwendig sind, hngt davon ab, an welcher Stelle im Riff sich die gewnschte Karte befindet. Eine Karte aus der ersten offenen Reihe kostet nur einen Wurm, eine Karte aus den beiden mittleren, verdeckten Reihen kostet 2 Wrmer und will man an die offene Reihe des Kontrahenten, muss man 3 Wrmer lhnen. Die Farbe der notwendigen Wrmer hngt von der Farbe des gewnschten Fisches ab. Wer sich z.B. einen blauen Fisch angeln mchte bentigt die entsprechende Anzahl blauer Wrmer, wer eine andere Farbe mchte, natrlich die andere Farbe. Fr alle anderen Karten spielen die Farben der Wrmer keine Rolle.

Um an die gewnschten Karten zu kommen reicht es allerdings nicht aus, die richtige Anzahl Wrmer zu haben und eine Karte zu sehen, die man gerne mchte. Man bentigt auch Riffboote, mit denen man auf Fischfang gehen kann. Riffboote kosten jeweils 3 Wrmer und sind immer einer Spalte zugeordnet. Nur in der Spalte, in der sich ein Riffboot befindet, darf man sich der Karten ermchtigen. Je mehr Riffboote man besitzt, desto mehr Mglichkeiten hat man sich aus der Auslage des Riffs zu bedienen. Die Riffbootkarten werden entgegen der Strmung angelegt, d.h. wenn das Meer von links nach rechts fliet, dann legt der Spieler seines erstes Riffboot ganz rechts an und jedes weitere Riffboot eine Position weiter links. Wer 8 Riffboote besitzt kann sich an allen Spalten des Riffs bedienen..

Die Strmung: Wenn Karten aus der Auslage des Riffs entfernt werden und ein Spieler seinen Zug beendet hat, werden diese Lcken nicht aufgefllt, sondern alle Karten werden in Strmungsrichtung geschoben. Die nun noch fehlenden Karten werden vom Zugstapel ergnzt.

Weitere Karten: Auer den Korallen- und Fisch-Karten gibt es noch...

Perlenkarten: Diese sind Zahlungsmittel, wie die Wrmer auch. Sie sind jedoch farbneutral und damit fr jeden Fisch einsetzbar.

Haikarten: Mit Haikarten kann man andere Karten aus dem Riff vertreiben, wenn man z.B. nicht mchte, dass der andere Spieler diese Karte bekommt. Man kann aber auch einen eigenen Fisch aus seiner Koralle vertreiben, wenn man die Koralle fr andere Fische bentigt.

Meereskarten: Diese Karten knnte man auch als Nieten bezeichnen, denn keiner der Spieler ist sonderlich erfreut, wenn er eine verdeckte Karte aufdeckt und darunter eine Meereskarte zum Vorschein kommt. Sie sind nichts wert und haben keine Funktion. Alle Meereskarten, die am Ende eines Spielzugs auf dem uersten Feld in Flurichtung liegen werden automatisch entfernt. Dadurch kommt mehr Fliebewegung zustande.

Erfolgreiche Zchtung:

Sobald es ein Spieler geschafft hat, eine Koralle sowie die richtigen Elternfische fr eine Zchtung zu ergattern, wird die Zuchtkarte zu der Koralle gelegt, die Elternfische kommen auf den Ablagestapel und eine neue Fischzuchtkarte wird aufgedeckt, damit wieder eine Auswahl von 4 Zuchtfischen entsteht.

Sobald mehr mindestens 6 Karten auf dem Ablagestapel liegen, werden diese wieder in den Zugstapel gemischt. So ist gewhrleistet, dass Elternfische, Haie und die anderen Karten immer wieder in das Riff hineingesplt werden.

Spielende:

Sobald ein Spieler 5 Zchtungen vollzogen hat, ist das Spiel beendet und er ist der Sieger des Spiels.

Fazit

Wer htte das gedacht, dass ich mich mal als Fischzchter bettigen wrde. Ich besa schlielich noch nie ein Aquarium und wollte mir bislang nie eines zulegen. Sehr wohl bin ich aber Taucher und deshalb der Thematik gegenber sehr aufgeschlossen.

Die Grafik ist sehr gefllig, wenn sich auch die Fische, bis auf die Farben relativ hnlich aussehen. Hier wre es lustig gewesen, wenn man verschiedene Rassen miteinander gekreuzt htte, wie z.B. Kugelfischkopf mit Seepferdchen-Rumpf.

Die Regeln sind einfach und verstndlich geschrieben, allerdings lassen sie einige Fragen offen, wie z.B. darf ich meine Riffboot an jede x-beliebige Spalte anlegen? Wir haben in diesem Fall entsprechende Rckschlsse aus den Abbildungen in der Anleitung gezogen.

Zum Spielmechanismus selbst: Der Grundmechanismus funktioniert recht gut. Verbrauchte Karten kommen schnell wieder in den Kreislauf hinein. Man kann also davon ausgehen, dass die bentigten Karten ber Kurz oder lang wieder auftauchen. Die Idee mit den verschiedenen Farben als Zahlungsmittel funktioniert ebenfalls recht gut. Entweder man hortet bestimmte Farben oder konzentriert sich auf Perlen, welche farbneutral sind.

Die vielen Meeres-Karten knnen das Spiel teilweise zum stocken bringen. Dadurch entstehen lngere Durststrecken, in denen nichts passiert. Hier wre es interessant, wenn man die Boote auch bewegen knnte (siehe Regelvariante). Die Riffkarten sind zu 50% verdeckt und deren Inhalt kann man nicht erahnen. Es ist also pures Glck, ob man nun eine brauchbare Karte aufdeckt oder nicht.

"Das Riff" ist eine originelle Idee, deren Umsetzung allerdings nicht 100%ig ausgereift erscheint. Durch den begrenzten Einflussfaktor pltschert das Spiel teilweise vor sich hin. Fr Liebhaber von Entdecker-Spielen, die noch auf der Suche nach einem Spiel fr 2 Personen sind, ist "Das Riff" sicher eine gute Ergnzung in der Sammlung. Freunde von Taktik-Spielen knnten allerdings die Einflussmglichkeiten bemngeln. Ich zhle mich zu letzterer Gruppe.

Die u.g. Regelvariante wurde von uns ins Leben gerufen und sollte Taktikern gut gefallen. Unserer Meinung nach wertet diese kleine nderung das Spiel durchaus auf.

Rezension Frank Gartner

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

Regelvarianten

Neue Riffboote werden nach wie vor auf das in Flussrichtung letzte mgliche Feld gelegt. Diesen Bereich nennen wir einfach mal Hafen.

Um die Handlungsmglichkeiten etwas zu erhhen, darf man in dieser Variante Riffboote vom Hafen aus auf ein anderes Feld am Riff versetzen (entgegen der Strmung). Man nimmt sich ein Schiff aus dem Hafen und versetzt dieses in die gewnschte Spalte, d.h. man fhrt auf das Meer hinaus. Diese Aktion kostet pro bewegtes Feld einen Wurm.

Ist ein Boot einmal auf das Meer hinausgefahren, gilt es als frei treibend und darf vorerst nicht mehr auf dem Meer hin und her bewegt werden. Dies bernimmt ab sofort das Meer. Frei treibende Boote werden mit der Strmung mitgezogen (in Richtung Hafen). Immer wenn die direkt angrenzende offene Reihe des Meeres verschoben werden muss, werden auch die angrenzenden schwimmenden Boote in Flussrichtung verschoben und zwar immer genau ein Feld pro Spielzug.

Ein Boot darf erst wieder auf das Meer hinaus gefahren werden, wenn es komplett in den Hafen zurckgetrieben wurde. Will man also ein weiteres Mal zu einer bestimmten Spalte hinausfahren, whrend Boote auf dem Meer treiben, muss man sich ein anderes Boot aus dem Hafen nehmen und entsprechend versetzen. Ein berspringen von Booten ist erlaubt, kostet aber dennoch pro Feld einen Wurm. Zwei Boote auf einem Feld machen keinen Sinn und sind deshalb verboten.

Das Hinausfahren aufs Meer ist nicht billig, aber der Einfluss auf das Spiel ist somit deutlich hher und Leerlufe durch die vielen Meereskarten lassen sich berbrcken. Der Kauf von Booten ist nach wie vor sinnvoll, da man damit den Hafen vergrern und in Summe weniger Wrmer bentigt.

Probierts einfach aus und habt Freude daran. Uns hat diese Version wesentlich besser gefallen.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Das Riff: 3,5 3,5, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner - Mit der Regelvariante bekommt auch von mir das Spiel auf Einfluss und Spielreiz jeweils einen 4er
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Monika Gartner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Christian Wldecke
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Thomas Drrsam - Die Riffe msste man sprengen knnen, bei einem Spiel lagen in Summe 8 Riffe in der offenen Linie was zu einer Stagnation der "Strmung" fhrte.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Ulrich Fonrobert - Wie schon oben erwhnt: Ganz nett, auch mit lteren Kindern oder einem Gelegenheitsspieler gut zu spielen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.02.07 von Michael Andersch

Leserbewertungen

Leserwertung Das Riff: 4,2 4.2, 13 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Roland Winner - Hoher Glcksfaktor - nicht unbedingt mein Ding.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Maja Dorn
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Peter Zanow
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Xaverius - Probiert unbedingt einmal die beschriebene Regelvariante!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Braz - Nettes 2-Personen-Spiel, wenngleich ich schon Bessere gesehen habe. Mich strte das stndige Nachlegen der Flu(Meer) Katrten, welches m.E. den Spielflu doch stark strte - man legt einfach mehr Karten nach, als man tatschlich am Spielen ist. Schade eigentlich, denn die Aufmachung an sich finde ich sehr gelungen...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Sarah Kestering - Spielreiz variiert. Manchmal gefllt es uns sehr gut ein anderes mal nicht so. Wenn alles blockiert ist oder einer Extrempech hat zieht es sich oder wird langweilig. Durchschnittsnote 4.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Sandra Lemberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.11.05 von Andreas Lenhardt
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.12.07 von Steffi Reusch - Wunderschnes, friedliches Gute-Laune-Spiel ohne zu viel rger-Faktor. Die Wrmer haben alle unterschiedliche Gesichter, goldig!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.05.08 von Tim - "Friedliches Gute-Laune-Spiel", diesem schnen Kommentar meiner Vor-Bewerterin schliee ich mich an. Natrlich kein Strategiehammer, aber immer wieder ein netter Zeitvertreib.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.10.08 von Flundi - Von allen Kosmos 2er Spielen ist mir dies hier das liebste Spiel. Dabei ist "Lost Cities" eigentlich viel besser. Aber so ist das mit der Liebe: sie fllt, wohin sie will.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.09.11 von rolf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.06.18 von sutrebuh - Das Spiel wird dem Thema Meer gerecht: Man ist ihm ausgeliefert. Die Strmung bringt Karten, wie sie will. Dem einen gute, dem anderen schlechte. Und die Wrmer wrfeln sich auch immer genau in den Farben die man nicht brauchen kann. Flaute stellt sich dann auch noch ein und das ganze Spiel stockt. Ein gutes Glcksspiel sorgt dafr, dass sich Glck und Pech potentiell die Waage halten und richtig Spannung aufkommen kann. Das hat man bei Mensch-rger-dich-nicht schon hinbekommen. Beim Riff verstrken sie sich, wenn es bld luft. Spannend wird es nur selten. Gute Laune kommt da keine auf. Zu allem berfluss ist das Ganze fr Leute mit Farbsehschwche ohne Hilfestellung nicht spielbar.

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