Rezension/Kritik - Online seit 24.12.2015. Dieser Artikel wurde 6226 mal aufgerufen.

Dead Man’s Draw

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Autor: Derek Paxton
Leo Li
Chris Bray
Verlag: Heidelberger Spieleverlag
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 4
Dauer: 10 Minuten
Alter: ab 13 Jahren
Jahr: 2015
Bewertung: 4,8 4,8 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 611
Dead Man’s Draw

Spielziel

In Dead Man's Draw versuchen zwei bis vier Piraten, sich die beste Beute vom Stapel zu sichern. Dafür ziehen sie eine Karte nach der anderen und hoffen, dass sich keines der bereits gezogenen Symbole wiederholt. Denn nur wer unterschiedliche zieht, erringt Reichtümer, andernfalls verliert man die zuletzt gezogenen Schätze wieder.

Ablauf

Bevor man die Beutekarten mischt, wird von jedem Symbol die Karte mit dem niedrigsten Wert auf den Ablagestapel gelegt. Die übrigen Karten bilden den Beutestapel. Wer am Zug ist, deckt die oberste Karte dieses Stapels auf und führt den Effekt der Karte aus, wobei sich jedes Symbol anders auswirkt. Beispielsweise darf man Karten der Mitspieler klauen bzw. auf den Ablagestapel befördern, erhält Karten vom Ablagestapel oder darf sich heimlich die nächste Karte des Stapels ansehen. Man kann von schlechten Auswirkungen aber auch selbst getroffen werden, indem man zum Beispiel eigene Karten in die Auslage zurücklegen oder weiter aufdecken muss, selbst wenn man das gar nicht vorhatte.

Das Kartenaufdecken darf man nämlich beliebig lange fortsetzen. Sobald man jedoch ein Symbol aufdeckt, das man in diesem Zug bereits einmal gezogen hat, verliert man alle Karten dieser Runde. Hört man jedoch rechtzeitig auf, legt man alle gewonnenen Karten in die eigene Auslage, und zwar nach Symbolen sortiert, wobei die jeweils höchste Karte immer obenauf und die niedrigste zuunterst liegt.

Das Spiel endet, sobald jemand die letzte Beutekarte zieht. Nun zählt jeder die vorderste Beute jeder Kartenart und es gewinnt, wer die meisten Punkte erzielen konnte.

Fazit

Dead Man's Draw folgt einem ganz einfach Spielprinzip, das in der Spielewelt vermutlich jeder kennt, nämlich dem Can't-Stop-Mechanismus. In meinen Spielkreisen wird das Spiel mittlerweile liebevoll "Schokohexe für Erwachsene genannt", denn es erinnert zumindest alle Eltern an den Kinderspielklassiker. Während man dort jedoch ganz friedlich die Zutaten für Schokolade sammeln muss, geht's hier um Piraten und ihre Beute. Dass es dabei auch mal gemein zugehen kann, liegt ja wohl auf der Hand.

Die Regeln hat man also schnell gelesen und ebenso rasch verstanden. Grundsätzlich zumindest, denn sie enthalten auch eine Fortgeschrittenenvariante, nach der jeder Spieler zu Beginn zwei Charakterkarten bekommt, von denen er eine behält und offen vor sich auslegt. Sie gewähren dem Spieler eine Eigenschaft, die im weiteren Spielverlauf diverse Vorteile bringt. Allerdings kommt man mit der zugehörigen Regel anfangs nicht klar. Denn während auf den Karten Personennamen stehen, findet man in der Anleitung davon nichts, stattdessen irgendwelche Berufs- oder Tätigkeitsbezeichnungen.

Schade finde ich es auch, dass anscheinend weder der Autor noch der Verlag genug Fantasie besaßen, um sich für diese Charakterkarten verschiedene Namen auszudenken - so gibt es einige Charaktere mit gleichen Namen, allerdings unterschiedlichen Funktionen. Und während die Spielregel 17 Charakterkarten beschreibt, war in meinem Spiel auch ein 18. Charakter enthalten, zu dem es überhaupt keine Beschreibung gibt. Zu den Charakteren gibt es auch Übersichtskarten, deren Beschreibungen jedoch so winzig ausgefallen sind, dass ein Großteil meiner Mitspieler auf die Spielregel zurückgreifen musste. Die Spielregel empfiehlt übrigens, die ersten Partien ohne diese Charakterkarten zu spielen. So haben wir das auch gehandhabt und sind zu dem Schluss gekommen, dass uns das Spiel auch als Fortgeschrittene in der Grundversion besser gefällt.

Dead Man's Draw bietet aber auch noch eine weitere Variante, die uns wiederum sehr gut gefallen hat. So genannte Szenarien geben nämlich bestimmte Bedingungen für das Spiel vor. Zum Beispiel, dass man als Erster 50 Punkte erreichen muss, um die Runde zu gewinnen, oder dass man nicht bei gleichen Symbolen, sondern bei gleichen Zahlen die Beute versenkt.

Die Effekte der zehn Beutekarten kann man sich relativ schnell merken, zumal sie oft auch logisch nachvollziehbar sind. So ermöglicht es die Wahrsagerkugel zum Beispiel, die oberste Karte vom Beutestapel anzuschauen und erst danach zu entscheiden, ob man weiter aufdecken möchte oder nicht. Oder die Kanone, die eine Karte von der Auslage eines Mitspielers auf den Ablagestapel befördert. So stellt sich recht schnell ein zügiges Spieltempo ein, das von vielen Flüchen, Gejammer und schadenfrohem Gelächter begleitet wird.

Wer ein schnelles, kurzweiliges, manchmal fast zu kurz anmutendes Absackerspiel sucht, ist mit Dead Man's Draw gut bedient. Für alle, die gerne unter perfekten Bedingungen spielen, gibt's sogar eine bedruckte Matte, auf der die Karten abgelegt werden. Allerdings passt diese leider nicht in den kleinen Karton mit dazu.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Dead Man’s Draw: 4,8 4,8, 4 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.09.15 von Sandra Lemberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.11.15 von Frank Lehmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.12.15 von Michael Dombrowski - Die Charakterkarten sind zum Teil in ihrer Funktion nicht so eindeutig in der Anleitung erklärt. Ansonsten ein Glücksspiel, welches durch die Schadenfreude in der richtigen Runde richtig Spaß macht. Locker gespielt ohne großen Anspruch, aber spaßig.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.12.15 von Mike Keller - Tolles Push-your-luck, mit grossem Wiederspiel- und Spassfaktor.

Leserbewertungen

Leserwertung Dead Man’s Draw: 5,0 5.0, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.09.15 von Hans Huehnchen - Großer Spass in kleiner Box. Gelungenes Push your luck-Spiel.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.11.15 von Oliver Müller - Schönes flottes Kartenspiel, das nicht besonders innovativ ist, aber durch eingängige und schnell zu verinnerlichende Regeln zu überzeugen weiß. Kein must have, aber ein sehr schönes Spiel für zwischendurch.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.12.15 von Udo Möller - Ein schönes, feines Kartenspiel, das mir sehr gut gefällt und schnell gespielt ist.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.01.16 von Marcel Puffe - Schönes, kurzes Push-Your-Luck Kartenspiel, welches mit Ereignissen und Charakterkarten zudem verschiedene Spielweisen möglich macht und für eine Menge Interaktion sorgt. Toller Absacker!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.01.16 von Ludothekar - Ich finde das Spiel sehr spannend und kurzweilig. Bisher vor allem zu zweit gespielt. Angenehm kurze Spielzeit, so dass oft eine zweite oder dritte Runde folgt. Sehr schöne und stimmige Karten. Betreffend der illustration der Charakterkarten muss ich Sarah Lemberger recht geben: die Bezeichnung der Karten in der Spielregel ist den Karten selber so nicht anzusehen (so ist der Casanova "Sir Lovesword" passend als Rosenkavalier abgebildet, der gleiche blonde Schönling ist aber offenbar auch Hehler und in einer dritten Karte noch etwas, was nicht erläutert wird. Das einzige System dahinter ist, dass dieser Sir Lovesword immer die Meerjungfrau beeinflusst. So hat auch der Charakter "Ghallager" 2 verschiedene Eigenschaften als Geizhals und als Käpt'n Hook (also wie heisst er denn jetzt?) , mit jeweils Einfluss auf die Hakenhand). Schönes, einfaches Glücksspiel!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.02.16 von drene - Ein kleines feines kurzes, schnell gespieltes Ärgerspiel... Das Spiel ist bis jetzt immer sehr gut angekommen. Es spielt sich schnell und ist eingängig. Die Schadensfreude, der Spielspaß ist groß...und es ist spannend.. denn man weiß nicht, was als nächstes kommt :))

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