Rezension/Kritik - Online seit 20.10.2009. Dieser Artikel wurde 7670 mal aufgerufen.

Cuba: El Presidente

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Autor: Michael Rieneck
Stefan Stadler
Illustration: Michael Menzel
Verlag: eggertspiele
Rezension: Lotte Schüler
Spieler: 2 - 5
Dauer: 90 - 150 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2009
Bewertung: 4,8 4,8 H@LL9000
5,2 5,2 Leser
Ranking: Platz 304
Cuba: El Presidente
Erweiterungen/Hauptspiel:Cuba

Spielerei-Rezension

Spielerei Herbst 2009: Mit El Presidente zum ersten Tanz im Rumcafé

Ein schnittiger Straßenkreuzer der Luxusklasse fährt vor, El Presidente steigt aus und setzt mal eben eine neue Verordnung in Kraft. So können wir uns das Szenario vorstellen, das auf Cuba für neuen Planungsbedarf sorgt. Das Grundspiel blieb erhalten: Jeder besitzt eine Plantage mit Rohstoff- und Baustoff-Feldern, in jeder Runde stehen jedem alle Hilfskräfte in Form von 5 privaten Personenkarten zur Verfügung und deren Aktionen werden nacheinander und reihum ausgeführt: Roh- und Baustoffe bringt der Arbeiter, die Händlerin kauft und verkauft dieselben, der Architekt baut mit den passenden Baustoffen neue Gebäude, der Vorarbeiter aktiviert Gebäude und produziert dabei Siegpunkte, Geld oder Waren aus den Rohstoffen, und der Bürgermeister verschifft Güter gegen Siegpunkte. Auch das ist nicht neu: wer die meisten Siegpunkte bei Spielende hat gewinnt.
Auch die so genannte Parlamentsphase ist geblieben. Zur Erinnerung: von den 5 Personenkarten werden nur 4 ausgespielt, der Stimmwert der Fünften zählt für die Abstimmung über den neuen Gesetzesvorhaben (Steuergesetze, Subventionsgesetze, Baugesetze zum Beispiel). Bestechungen sind möglich, wir befinden uns schließlich gerade in einem Parlament, und der Sieger aus dieser "Debatte" darf zwei der 4 ausliegenden Gesetzesvorschläge aktivieren. 8 neue Gesetzesvorschläge (2 für jede Kategorie) bringt El Presidente mit: Z. B. subventioniert ein Gesetz den aktuell Letzten auf der Siegpunktleiste, ein anderes besteuert die Siegpunkte. Da die Zahl der Gesetzesvorschläge von bislang 6 pro Kategorie auf 8 gestiegen ist, kann sich die Zahl der Spielrunden auf 8 erhöhen.
Eine weitere Neuerung sind 6 neue Schiffe, die jetzt auch mal das Verschiffen von Holz und das Verschiffen von Orangen als Monokultur erlauben.
Und 6 neue Gebäude gibt es: Das Zollamt ist ein billiges Gebäude (kostet nur 1 Stein, 1 Holz) für destruktive Spieler. Man kann damit einen der begehrten Schiffsplätze blockieren, ohne allerdings selber Siegpunkte zu erhalten. Meistens lohnt sich so eine Gemeinheit eher nicht, da jeder mit seinen Ressourcen besseres zu tun gedenkt, als nur anderen in die Suppe - pardon in die Schiffsladung - zu spucken. Interessanter ist da schon das Strandcafé, kostet genau so viel. Das braucht nämlich nicht aktiviert zu werden, und man kann es trotzdem nutzen und eine der schon genutzten Alternativfunktionen von Händlerin, Bürgermeister oder Architekt wiederholen. Zum Beispiel hat die Händlerin schon ihren Roh- oder Baustoff verschenkt, der Strandcafé-Besitzer lädt sie zu einem fiktiven Espresso ein und wird ebenfalls beschenkt. Andere müssten für kostbare Pesos auf dem Markt kaufen.
Weniger interessant scheint der Zeitungsverlag (für 2 Stein und 2 Holz zu erwerben), der wurde in meinen Spielrunden noch nie gebaut. Damit sichert man sich ein Presseplättchen, mit dem man einen der 4 Gesetzesvorschläge markiert. Sollte dieser nicht die Parlamentsabstimmung passieren, gibt es einen Siegpunkt und einen Peso. Das wird nur dann richtig lohnend, wenn der Pressevertreter auch das Parlament bestimmt und dafür sorgt, dass er Peso und Siegpunkt bekommt. Andere werden ihm kaum den Gefallen tun, es sein denn, dieses spezielle Gesetz würde sie erheblich benachteiligen.
Das Herzstück aller Neuerungen sind allerdings die Aktionen von 6 Cubanern, die als Karte auf dem neuen Spielplan auf 6 Feldern Platz nehmen, und von denen jeder Spieler pro Runde genau einen seinem Personal einreihen muss - keine Sorge, sie sind alle nett zum aktuellen Dienstherren. Bei weniger Spielern werden arbeitsfreudige Cubaner durch so viele störrische Esel ersetzt, dass bei Runden-Ende immer ein Cubaner übrig bleibt. Bei 2 Spielern darf jeder 2 Mal zugreifen, funktioniert gut.
Die Tänzerin ist immer dabei und ihr Partner ist sofort neuer Startspieler - oder Spielerin. Das wurde ohne El Presidente wie die Parlamentswahl über die ungenutzte eigene Personenkarte geregelt, allerdings ohne Bestechung und bei Gleichstand mit automatischem Startspieler-Wechsel. Jetzt könnte der aktuelle Startspieler immer Startspieler bleiben, schließlich hat er Kraft seines Status ersten Zugriff auf alle Aktionen und Karten. Dann entgehen ihm allerdings die anderen Dienste der neuen Cubaner, z. B. die Ernte vor dem Vergammeln zu retten, 2 Pesos zu kassieren, eine Gebäudefunktion noch einmal nutzen. Und da warten natürlich auch Schiffe, die gegen Siegpunkte zu beladen sind. Die werden gerne von anderen gefüllt, wenn man nicht flott zuschlägt.
Und was noch zu bedenken ist, zum nicht engagierten Cubaner fährt am Ende der Runde die Limousine des Präsidenten und setzt die Verordnung in Kraft, die zu dem Kartenfeld gehört. Anmerkung: die Cubaner-Karten werden jede Runde neu auf die Felder verteilt, die Aktionen der Kartenfelder sind auf den neuen Plan aufgedruckt, somit ändert sich in jeder Runde die Zuordnung. Und auch das kann gewisse Zwänge auslösen: Will ich, dass der Führende 2 Siegpunkte abgeben muss oder dass in der nächsten Runde die Parlamentsphase entfällt und alle 4 Gesetzesvorschläge automatisch in Kraft treten? Dann muss ich eventuell genau hier eingreifen. Ich kann eine Verordnung sicher verhindern, indem ich den zugehörigen Cubaner engagiere.
Es gilt also noch mehr als bei Cuba die Interessanlage der anderen zu beobachten und darauf zu reagieren. Und man sollte unbedingt vorausplanen - peinlich, wenn man in seinem Rumcafé für Hochprozentiges Siegpunkte bekäme, die zugehörige Schnapsbrennerei aber auf anderen Plantagen steht, oder man im Baurausch das Rumcafé auf einer Zuckerrohr-Plantage errichtet hat. Dann kann man zwar noch die Händlerin bemühen, die verkauft alles, aber meist teuer, und Geld ist knapp, sehr knapp. Bestechungen und Steuern leeren schnell die Kassen. Vielfältige Möglichkeiten, den Mitspieler (und sich selbst!) auszutricksen ändert auch das Wirken von El Presidente nicht. Wer gerne plant, auch mal die Schadenfreude der anderen vertragen kann und nicht so leicht die Übersicht bei komplexen Spielabläufen verliert findet mit dieser Erweiterung neue, interessante Herausforderungen. Eine ausführliche Rezension von Cuba ist in der Spielerei Heft 78/März 2008 nachzulesen.

Rezension Lotte Schüler

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Cuba: El Presidente: 4,8 4,8, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.10.09 von Lotte Schüler
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.06.09 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.06.09 von Horst Sawroch - Spielmehrwert für "Cuba-Strategen", mit neuer Vielfalt für ausgereizte Grundspielstrategien - verlängert jedoch auch deutlich die Spieldauer.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.10.09 von Monika Harke
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.09.10 von Michael Andersch - Klasse Erweiterung, die sich nahtlos ins Spiel einfügt und tolle neue Möglichkeiten bringt. Einziger Kritikpunkt ist die deutlich verlängerte Spieldauer (daher nicht die volle Punktzahl).

Leserbewertungen

Leserwertung Cuba: El Presidente: 5,2 5.2, 11 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.07.09 von Braz - Die Erweiterung macht das Hauptspiel komplett. Endlich kann ein paar Runden länger gespielt werden und die neuen Charakteren geben genug Spielraum für sinnvolle strategische Eingriffe in den Spielverlauf. Klasse Erweiterung!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.07.09 von Thomas Kühnemann - Für mich hätte es diese Erweiterung nicht gebraucht. Es ist schön ein paar Elemente mehr in dem Spiel zu haben, aber nötig waren sie meiner Meinung nach nicht. Nachteilig finde ich dann doch die etwas zu lange Spieldauer. Aber ob mit oder ohne Erweiterung, Cuba ist auf jeden Fall ein Wahnsinns-Spiel.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.07.09 von generationX - Klasse Erweiterung für ein ohnehin klasse Spiel! M.E. verlängert sich die Spieldauer nicht, Grübler haben mit und ohne Erweiterung ihre Probleme (wie allgemein bei derartigen Spielen :-)). Zu sagen ist noch das m.E. durch die Karten "Tagelöhner" und "Hafenmeister" das zusätzliche Lager und der Leuchtturm ihre Funktion verlieren.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.02.10 von malzspiele - Erweitert Cuba sehr vielfältig, erlaubt verschiedene Zusammenstellungen und Spieldauern.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.03.11 von Johann - Bringt mal etwas Abwechslung nach CUBA...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.09.12 von Daniel - Das Grundspiel ist super. Aber perfekt wird es nur mit der Erweiterung.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.07.13 von Andreas Freye - Für 10 Euro sicher in Ordnung, aber eigentlich völlig überflüssig, da das Spiel nicht bereichert wird. Und Cubaner durch Esel zu ersetzten ist fragwürdig.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.08.13 von Alexander v. Südhessen - El Presidente macht Cuba ein bis zwei Runden länger! Aber so ist es hier rentabel zueinander, passende Gebäude zu errichten. Ich schliesse mich da Daniels Meinung einfach mal an.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.08.13 von Spieler - Am Wochenende endlich mit Erweiterung gespielt, und das gleich mehrfach. Mir gefällt Cuba mit Erweiterung besser. Den Spielern bieten sich deutlcih mehr Möglichkeiten und mehr Handlungsspielraum. Auch wenn Cuba dadurch länger wird, hab ich jetzt nicht mehr das Gefühl das Spiel endet plötzlich. Die eigene Strategie trägt so deutlich besser Früchte. Ich ziehe Cuba mit Erweiterung dem Grundspiel vor.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.06.14 von schwenkbraten - Nur für Cuba-Fetischisten. Spieldauer wird auf mindestens 3 Stunden gedrückt. Obwohl man im Basisspiel so wenig Zeit für seine Gebäude und seine Strategie hat, kommen einem die letzten 2 Runden wie ein endlos gezogener Kaugummi vor. Manchmal habe ich Lust drauf, aber nicht immer. Die Komplexität Cubas hat durch die Erweiterung doch sehr zugenommen.

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