Rezension/Kritik - Online seit 22.01.2004. Dieser Artikel wurde 10251 mal aufgerufen.

Maya

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Autor: Bernd Eisenstein
Illustration: Christof Tisch
Verlag: Abacus Spiele
Rezension: Michael Andersch
Spieler: 3 - 5
Dauer: 45 - 60 Minuten
Alter: ab 9 Jahren
Jahr: 2003
Bewertung: 4,6 4,6 H@LL9000
4,4 4,4 Leser
Ranking: Platz 1078
Download: Kurzspielregel [PDF]
Maya
Auszeichnungen:2004, Spiel des Jahres Empfehlungsliste

Spielziel

Jeder der 3-5 Mitspieler versucht, Bausteine zunchst geschickt zu ersteigern und diese dann taktisch geschickt zum Bau von Pyramiden zu verwenden.

Ablauf

Zunchst werden 4 Pyramidenplne aufgedeckt, welche sich abhngig von der Spielerzahl - bezglich der Anzahl der Stockwerke, der dort einbaubaren Bausteine und der erzielbaren Siegpunkte unterscheiden.

Jeder Spieler setzt dann auch gleich insgesamt 2 Bausteine in die unterste Ebene beliebiger Pyramiden.

Ebenfalls abhngig von der Spielerzahl wird eine Steinbruch-Leiste ausgelegt, welche mehrere Anlegepltze fr Arbeiterkarten bietet, von denen jeder Spieler einen identischen Satz von 8 Karten erhlt.

Ein beliebiger Spieler wird zum Startspieler der ersten Spielrunde ernannt.

Nun folgen drei Spielrunden, wobei jede Runde wiederum in 3 Phasen unterteilt ist.

Phase 1: Bausteine ergattern und zu den Pyramiden transportieren

Reihum legen die Spieler eine ihrer anfangs 8 Arbeiterkarten verdeckt an eine von der Steinbruch-Leiste vorgegebene Spalte an. Dies geht solange, bis alle Spieler gepasst haben.

Man erkennt also jederzeit, welche Spieler denn woran Interesse haben, ohne allerdings deren Strke in den einzelnen Steinbrchen genau zu kennen (die Kartenwerte reichen von 3 bis 8 und enthalten auerdem eine Karte mit dem Wert 3, welche es erlaubt einem Mitspieler beim entsprechenden Bauplatz 3Punkte abzuziehen).

Anschlieend werden die Karten Reihe fr Reihe aufgedeckt. Der Spieler mit den hchsten Kartenwerten an der jeweiligen Reihe erhlt eine vorgegebene Zahl von Bausteinen, der Zweite etwas weniger, usw.

Zustzlich erhlt der Sieger jeder Reihe eine Sonderaktion in Form eines Plttchens, welche er abhngig von der Art des Plttchens sofort ausfhren muss (z.B. neuen Startspieler bestimmen oder sofort 1 Baustein aus dem allgemeinen Vorrat in eine beliebige Pyramide einbauen) oder zu einem spteren Zeitpunkt ausfhren darf (z.B. Doppelzug in der Bauphase).

Die gewonnenen Bausteine mssen anschlieend zu den Pyramiden transportiert werden. Aus diesem Grund sollte man vorher nicht alle seine Karten an die Steinbrche angelegt haben, denn man kann nur soviele der gewonnenen Steine zum Bauen verwenden, wie die Summe der Werte aller Karten ist, die man noch auf der Hand behalten hat. brige Steine hat man sich leider umsonst erkmpft: Sie wandern zurck in den Vorrat. Es gilt also, in den Steinbrchen nicht zu Klotzen, sondern mit mglichst wenigen und niedrigwertigen Karten das Maximum an Steinen zu erspielen und diese mglichst komplett zu den Pyramiden zu retten.

Phase 2: Pyramiden bauen

Nachdem feststeht, wer wieviele Bausteine in die Pyramiden einbauen darf nehmen alle Spieler ihre Steine verdeckt in die Hand.

Reihum darf nun jeder Spieler einen Baustein in eine beliebige Pyramide setzen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass in einer hheren Ebene erst gebaut werden darf, wenn alle darunterliegenden Ebenen in allen Pyramiden komplett gefllt sind.

Ab und zu ist es angebracht, hier einen Doppelzug zu machen, was allerdings einen weiteren Stein kostet, der zurck in den Vorrat wandert. Es gilt nmlich, in mglichst vielen Ebenen mglichst vieler Pyramiden die Mehrheit zu erkmpfen. Neben Siegpunkten bringt dies auch Bonussteine in hheren Ebenen, nmlich immer dann, wenn eine Ebene einer beliebigen Pyramide fertiggestellt wurde und man in dieser mehr Bausteine einbauen konnte als alle anderen Mitspieler.

Die Bauphase geht solange, bis alle Steine aller Mitspieler verbaut sind.

Phase 3: Wertung

Nun folgt die Wertung. Jede Ebene jeder Pyramide weist eine Zahlenkombination x/y auf. Der Spieler mit den meisten Bausteinen in dieser Ebene erhlt x Siegpunkte, der Spieler mit den zweitmeisten Steinen y Siegpunkte (wobei x immer grer als y ist). Je hher die Ebenen dabei liegen, desto mehr Siegpunkte werden vergeben.

Nach der Siegpunktvergabe folgt allerdings noch ein kleiner Wermutstropfen fr alle Spieler, die irgendwo punkten konnten: Jeder Spieler muss aus jeder Ebene, in der er Punkte erhalten hat, einen eigenen Stein entfernen und in den Vorrat zurcklegen.

Alle brigen Steine bleiben liegen, wodurch sich die Pyramiden trotz der Rcknahme von Steinen zum Spielende hin doch relativ gut fllen, und die zu vergebenden Siegpunkte von Runde zu Runde ansteigen.

Wurden alle 3 Phasen durchgefhrt endet eine Runde und alle Spieler erhalten wieder ihre 8 Arbeiterkarten zurck

Mit Ausnahme des Plttchens Startspieler werden alle Plttchen wieder an ihre jeweiligen Pltze auf der Kartenleiste gelegt.

Spielende:

Nach 3 gespielten Runden endet das Spiel, Sieger ist, wer die meisten Siegpunkte in Form von Gold erspielen konnte.

Auf einige Details der Regeln bin ich in meiner Beschreibung nicht eingegangen, z.B. darauf, dass in jedem Steinbruch nur eine bestimmte Zahl Karten angelegt werden darf, auf die Wirkung der einzelnen Sonderaktionsplttchen, die die Sieger der jeweiligen Steinbrche erhalten oder auf die Behandlung von Gleichstnden.

Profivariante:

Dem Spiel liegt auch eine Profivariante bei. Sie besagt, dass zu Beginn jeder Runde Sondereigenschaften versteigert werden, und zwar immer eine weniger als Spieler teilnehmen. Eine Sonderaktion ist beispielsweise, dass man in der Transportphase 4 Steine mehr in die Pyramiden transportieren darf, als man gem seiner Handkarten eigentlich drfte. Andere Sonderaktionen erlauben das Verbauen eines zustzlichen Steines aus dem Vorrat und dergleichen. Um diese Eigenschaften wird zu Beginn jeder Runde geboten, indem alle Spieler gleichzeitig verdeckt mit Siegpunkten bieten. Der Sieger sucht sich eine Eigenschaft aus, danach der zweite usw.

Fazit

Beginnen wir mit der Regel. Sie ist gut aufgebaut, angemessen mit Beispielen versehen und lie im Grundspiel keinerlei Lcken offen. In der Profivariante war unserer Meinung nach eine kleine Spitzfindigkeit nicht geklrt: Wenn ein Spieler die Aktion gleiche Aktion wie ein Mitspieler ausfhren whlt, und sich dabei entscheidet, ebenso wie ein anderer Mitspieler einen Stein in eine Pyramide einzusetzen wer darf zuerst? Der Spieler, der nher am Startspieler sitzt oder derjenige, der die Aktion ursprnglich gewhlt hat und dann erst der Trittbrettfahrer? Wir haben uns fr letzteres entschieden.

Das Spielmaterial ist zweckmig, von guter Qualitt und auch optisch sehr ansprechend.

Das Spiel selbst bietet durch die Zweiteilung der Spielrunden und die Kombination aus Bluff- und Taktikelementen genau das richtige Ma an Interaktion und Planbarkeit mit einem Schuss Ungewissheit, um einen spannenden und kurzweiligen Spielverlauf zu garantieren.

In der Bluffphase ist man stets gefordert abzuwgen, ob man an einigen wenigen Steinbrchen auf Nummer sicher geht und dort sehr wahrscheinlich dick abkassiert, oder ob man lieber verteilt vorgeht mit der Mglichkeit, noch ein bisschen mehr herauszuholen aber auch mit der Gefahr, berall ganz oder nahezu leer auszugehen. Man erkennt zwar jederzeit, welcher Mitspieler in welchem Steinbruch Interesse hat, aber die Strke der einzelnen Spieler kann man jeweils nur grob vermuten. Wem Spiele wie Morgenland (Hans im Glck), Doge (Goldsieber) oder Corruption (Eurogames) gefallen, der wird den gleichen Nervenkitzel in Maya wiederfinden.

In der Bauphase brennt es dann eigentlich auch berall. Lieber hier eine Ebene absichern, und vielleicht gleich soviele Steine hineinstellen, dass ich trotz des aufgrund der Wertung abzubauenden Steines auch in der nchsten Runde noch sicher die Mehrheit habe und mir um diese Pyramidenebene eine Weile keine Gedanken machen muss?

Oder lieber doch noch woanders mitmischen, um die eigenen Mglichkeiten verteilt zu haben?

Ist es schlau, jetzt einen Doppelzug zu machen? Was, wenn der Widersacher auf der von mir angepeilten Pyramidenebene auch noch gengend Steine hat, um ihn zu kontern?

Gengend spannende Entscheidungen also, die dennoch recht flott vonstatten gehen, so dass eigentlich immer alle Mitspieler in das Geschehen involviert sind und keine langen Wartezeiten entstehen. So lsst sich auch die angegebene Spielzeit von 60 Minuten locker einhalten vorausgesetzt, man hat keine Mitspieler am Tisch, die jeden Zug akribisch bewerten und das Legen ihrer nchsten Karte zum Thema einer Doktorarbeit zu machen scheinen.

Sehr gut austariert sind auch die unterschiedlichen, von der Spielerzahl abhngigen Steinbrche und Pyramiden, welche bei jeder Spielerzahl fr gengend Enge sorgen, um keinerlei Langeweile aufkommen zu lassen.

Mit gemischten Gefhlen stehe ich lediglich der Profivariante gegenber, welche in unseren Spielrunden auch unterschiedlich ankam. Nicht dass sie schlecht wre. Allerdings ist es so, dass sie auf ein bereits sehr gutes Grundspiel eigentlich nicht mehr als ein weiteres Bluffelement obendrauf packen kann, ohne aber den Charakter des Spiels wesentlich zu verndern. Darber hinaus benachteiligt sie Spieler, die zu Spielbeginn in der Spielreihenfolge weiter hinten sitzen, da man bei Gleichstand der Gebote eher zum Zuge kommt, je nher man am Startspieler sitzt.

Davon abgesehen konnte Maya mich in allen Bereichen berzeugen und kam in all meinen Runden, egal in welcher Spielerzahl und ob mit oder ohne Profivariante gut bis sehr gut an. Maya ist somit eines meiner Highlights von Essen 2003, und das meiner Meinung nach beste Spiel, welches Abacus in den letzten Jahren verffentlicht hat.

Ich wrde sogar so weit gehen, dass ich Maya zumindest einen Listenplatz bei der Wahl zum nchsten Spiel des Jahres zutrauen wrde: Es ist einfach genug, um sich auch seltener spielenden Zeitgenossen zu erschlieen, bietet aber einen hohen Wiederspielreiz und gengend Tiefe, um auch den Spieleprofi zu fesseln. Und vielleicht ist sogar ein bisschen mehr drin fr Maya mal sehen. In jedem Fall gibts von mir eine klare Kaufempfehlung, die um so deutlicher ausfllt, wenn man den gnstigen Kaufpreis bercksichtigt.

Rezension Michael Andersch

Weitere Infos

Maya ist die berarbeitete Version des Spiels Herrscher der Anden, welches 2002 den Hippodice Spieleautoren-Wettbewerb gewann.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Maya: 4,6 4,6, 16 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Michael Andersch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Gerd Stocker
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Hans-Peter Stoll
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Helga Wilde
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Hubert Scheu
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Klaus Jrder
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Nicole Biedinger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Tommy Braun
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Simone Wagner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Stephan Gehres
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Ulrich Fonrobert
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.05.07 von Kathrin Nos
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.07.12 von Michael Kahrmann

Leserbewertungen

Leserwertung Maya: 4,4 4.4, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Arne Hoffmann - Maya bietet alt Bekanntes neu verpackt - aber leider zu trocken und dafr von der Spieldauer her zu lang. Bei Doge oder Morgenland bekomme ich einen weitaus greren Kick aus dem verdeckten "Bieten" fr die Aktionen. Wie die Beschreibung der Note treffend sagt: "Ganz nett, habe aber schon besseres gespielt."
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Michael Behr - Klasse Spiel, fr mich eines der Highlights in Essen!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.07.04 von Maria Richter - ich mags :-)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.10.04 von Carsten Pinnow
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.02.07 von Gabriele Petry
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.01.10 von Gerd Soba
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.02.16 von Gentledom - 2016 kein Topspiel mehr aber immer noch ein gutes Spiel das schnell erklrt ist und auch mit Wenigspielern zusammen gut gespielt werden kann.

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