Rezension/Kritik - Online seit 07.02.2018. Dieser Artikel wurde 3157 mal aufgerufen.

EXIT: Das Spiel – Der Tote im Orient-Express

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Autor: Inka Brand
Markus Brand
Verlag: KOSMOS
Rezension: Franky Bayer
Spieler: 1 - 4
Dauer: 45 - 90 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2017
Bewertung: 5,5 5,5 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 400
EXIT: Das Spiel – Der Tote im Orient-Express

Spielziel

Da gönnen wir uns einmal ausnahmsweise eine angenehme Reise mit dem luxuriösen Orient-Express von Paris nach Konstantinopel, und dann unterbricht ein Mord die friedliche Fahrt. Zwar befindet sich der weltberühmte Privatdetektiv Achilles Pussot ebenfalls im Zug, doch er wurde offenbar außer Gefecht gesetzt. So bleibt es an uns, mithilfe seiner Unterlagen die Tat aufzuklären und unter den acht Verdächtigen den richtigen Täter zu entlarven, bevor der Orient-Express seinen Zielbahnhof erreicht.

Ablauf

Dies ist die Ausgangslage für das neueste EXIT-Abenteuer von Kosmos, der prämierten Umsetzung von Live-Escape-Room-Spielen, die momentan so beliebt sind. Sandra Lemberger und Orell Mielke haben das Spielprinzip ja schon in ihren Rezensionen zu EXIT: Das Spiel - Die verlassene Hütte bzw. EXIT: Das Spiel - Das geheime Labor erklärt, ich werde aber trotzdem die wichtigsten Regeln hier noch mal anführen.

Der Großteil des Spiels besteht aus Karten. Die Rätselkarten weisen rote Rückseiten auf und sind mit Buchstaben versehen. Auf diesen Rätselkarten sowie im Notizbuch, das die Aufzeichnungen des Detektivs enthält, und in ein paar anfangs verschlossenen Blättern, finden wir sämtliche Hinweise, die wir für die Lösung aller Rätsel benötigen.

Um ein Rätsel - dargestellt durch ein geometrisches Symbol (Kreis, Dreieck, Stern, etc.) - lösen zu können, müssen wir den dreistelligen Code knacken. Glauben wir die Lösung gefunden zu haben, stellen wir auf der Decodierscheibe den Code ein, der uns dann eine Zahl offenbart. Wir suchen aus den grünen Lösungskarten die Karte mit der entsprechenden Zahl auf der Rückseite heraus. Die Karte verrät uns, ob wir auf dem Holzweg sind (großes "X"), oder ob der Code eventuell korrekt ist. In letzterem Fall ist noch ein Gegen-Check notwendig, um die endgültige Exaktheit der Lösung zu prüfen. Liegen wir richtig, bringt uns dies neue Hinweise in Form von Rätselkarten, manchmal öffnet dies auch die Türen zu geschlossenen Abteils, welche uns weitere Hinweise liefern können.

Kommen wir mit einem Rätsel nicht voran, können wir Hilfe beanspruchen. Für jedes Rätsel gibt es drei Hilfekarten. Der erste Tipp jedes Rätsels weist nur darauf hin, auf welche Art vorzugehen ist, der zweite Tipp gibt schon genauere Instruktionen. Sollten wir trotzdem noch immer nicht draufkommen, verrät uns die dritte Hilfekarte die richtige Lösung.

Schaffen wir schließlich das 10. Rätsel, haben wir den Mordfall gelöst, und im günstigsten Fall auch den wahren Mörder entlarvt, der dann bei der Ankunft in Konstantinopel von der Polizei verhaftet werden kann. Dies allein ist schon ein Erfolg, wie gut wir uns dabei aber geschlagen haben, hängt von der dafür benötigten Zeit und der Anzahl der in Anspruch genommenen Hilfekarten ab.

Fazit

Auch mit Der Tote im Orient-Express verfolgt Kosmos das bereits bewährte EXIT- Das Spiel-Rezept. 10 bunt gemischte Aufgaben, darunter wieder einige sehr originelle Rätsel mit nicht minder originellen Lösungen, warten auf die Spieler. Und erneut konnte ich in unserer erprobten Runde beobachten, dass es auf gute Zusammenarbeit ankommt. Bei den wenigsten Rätseln fand nur ein einziger Spieler die Lösung. Meistens ergänzten sich die Spieler mit ihren Ideen als Team, spannen Erkenntnisse der anderen weiter, ergab wie bei einem richtigen "Brainstorming" ein Hinweis den nächsten.

Leider werden auch hier - vom Verlag bewusst so beabsichtigt - Teile des Spielmaterials bekritzelt, gefaltet und zerschnitten, so dass das Spiel anschließend so zerstört ist, dass es gar nicht mehr oder nur sehr bedingt wiederverwendet werden kann. Jedes EXIT-Spiel ist somit im wahrsten Sinne des Wortes ein einmaliges Erlebnis. Bei einzelnen Spielegruppen macht dies nicht viel aus, da man es ja ohnehin kein zweites Mal spielen würde, wenn man alle Lösungen schon kennt. Spieleklubs und -vereine sind davon allerdings schon mehr betroffen, weshalb sich die EXIT-Reihe für diese überhaupt nicht eignet.

Eine wichtige Neuerung hat die EXIT-Reihe seit ihrem ersten Erscheinen im Herbst 2016 erfahren. Jetzt findet man links unten auf der Schachtel einen Hinweis auf den Schwierigkeitsgrad. Die meisten bisher auf den Markt gekommenen Abenteuer sind für "Fortgeschrittene" oder "Profis" gedacht, neuerdings werden - sehr begrüßenswert - auch ein paar einfachere Fälle für Spieler ab 10 Jahren herausgebracht, welche zum "Einstieg" in dieses Spielgenre ermutigen sollen.

Das vorliegende Spiel hat den Level "Profis", was auch meiner Erfahrung entspricht, denn die Komplexität der Rätsel, welche viel "Um-die-Ecke-denken" erfordern, ist wirklich hoch. Trotzdem ist es uns gelungen, alle Rätsel in ca. 70 Minuten zu lösen, ohne eine einzigen Hinweis benötigt zu haben (wir sind diesbezüglich schon eine gut eingespielte Gruppe!). besonders gut gefallen haben uns die verschlossenen Blätter, welche die Abteile der Verdächtigen darstellen. Diese Abteile lassen sich nur mit dem richtigen Zahlencode öffnen.

Trotz der ausgezeichneten Leistung unseres Teams blieb doch ein Wermutstropfen. Wir haben nämlich übersehen - oder besser gesagt - nicht berücksichtigt, dass es sich nicht um ein normales Escape-Room-Spiel handelt, sondern eine Mischung aus EXIT mit einem Kriminalfall. Das letzte Rätsel erfordert das Entlarven des richtigen Mörders. Leider ist uns dies nicht gelungen, weil wir uns zu wenig Zeit genommen haben, alle Aussagen der acht Verdächtigen zu checken und dann noch richtig zu kombinieren. Dies hätte uns 2 Extra-Sterne als Belohnung gebracht. So aber wurde die falsche Person verhaftet, und ist - dank uns! - der wahre Mörder frei gekommen.

Insgesamt fügt sich auch dieser Fall wunderbar in die Reihe ein. Es stellt sich die Frage, wie lange Inka und Markus Brand das hohe Niveau noch halten und uns mit immer neuen, herausfordernden spannenden EXIT-Spielen versorgen können. Hoffentlich hält dies noch lange an ...

Rezension Franky Bayer

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung EXIT: Das Spiel – Der Tote im Orient-Express: 5,5 5,5, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.12.17 von Franky Bayer - Diesmal ein echter Kriminalfall, bei dem es nicht nur gilt, alle Rätsel zu lösen, sondern auch den wahren Mörder zu entlarven. Wie immer tolles - wenn auch leider einmaliges - Erlebnis!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.02.18 von Michael Kahrmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.02.18 von Sandra Lemberger - Für mich das bisherige Highlight der Exit-Reihe. Ich fand die Kombination aus den üblichen Rätseln, die dazu dienten, die Abteile der Reisenden zu öffnen, mit der Suche nach dem Mörder unglaublich spannend!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.03.18 von Monika Harke

Leserbewertungen

Leserwertung EXIT: Das Spiel – Der Tote im Orient-Express: 5,0 5.0, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.01.18 von Hans Huehnchen - Der thematischste Fall der Exit-Reihe mit moderatem Schwierigkeitsgrad. Gefällt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.03.18 von Ernie - Nach Durchspielen aller Fortg.- und Profiversionen -eine schachtelgebundene Kurzkritik hätte keinen Sinn, da sich die „ “ und „–“ durch alle Exemplare durchziehen- drängen sich mir folgende Gedanken auf: Was für ein Marketingquatsch, mit einem „Escape-Room-Spiel für zu Hause!“ haben die Ansammlungen zumeist sequentiell zu lösender Rätsel natürlich nichts zu tun. Die -ursprünglich- angegebene maximale Spielerzahl von 6(! - nunmehr 4) ist ebenso Nonsens. Faktisch kann nur ein(!) Mitspieler falten, schneiden, prüfen, das kleinformatige Spielheft in die Hand nehmen (oftmals notwendig um sinnvolle Ideen zu liefern), etc.; warum der Verlag glaubt, bis zu sechs (vier) Mitspieler gleichzeitig bespaßen zu können, ist mir völlig schleierhaft. Allergrößtes Manko der Exit-Serie: Die Rätsel sind trotz i.d.R. erstklassiger grafischer Vohwinkelscher Gestaltung (Optimum sicherlich beim vorliegenden ‚Orient-Express‘) zumeist kaum thematisch. Bsp., woran denken Sie bei einem in Pharaonischen Grabkammern angesiedelten Rätsel? Richtig – Selbige kommen jedoch nur als grafisches Beiwerk vor, für das man auch Smileys, Marienkäfer oder Streichhölzer hätte bemühen können; einen Hieroglyphencode o.Ä. galt es in der -immerhin- „Profi“-Version indes nicht zu lösen. Die Bandbreite der Schwierigkeit der Rätsel schwankt innerhalb einer Serie „Fortgeschritte“ o. „Profis“ deutlich stärker als zwischen den Serien, wobei von „sofort ins Auge fallend“ bis „an den Haaren herbeigezogen“, manchmal sogar „abwegig“ (man denke nur an den „Labor“-Schablonen-Alpha-Beta-Gamma-Lapsus) alles dabei ist. Für Letztere (genau eines dieser Kategorie war seltsamerweise immer dabei – Autorenkalkül ?!?) kann man allein deutlich länger als 30‘ veranschlagen, sodass die zeitliche(n) Vorgabe(n) m.E. (ich verstehe nicht, wie jemand ein „Rätsel“spiel zur Hand nimmt und dennoch auf in diesem Zusammenhang völlig überflüssige „Hilfekarten“ zurückgreift) Unfug sind. Vielfach wurde geschrieben, dass es bedauerlich sei, dass die Exit-Reihe nach einmaligem Spiel ‚kaputt‘ ist. Nun, bei uns hat immer eine Farbkopie gereicht, um die Werke auch für die nachfolgende Spielgeneration intakt zu erhalten. Wobei sich hier der Kreis schließt: Es wäre kein Kostenfaktor, zumindest ein zweites Spielheft (auch sinnvoll und geboten für eine höhere Spielerzahl als Zwei) beizulegen. Dass dies nicht erfolgt und angesichts des „Tricks“ mit der Hürde der Zeitvorgabe für unbedarfte Rätsellöser (besser ‚Hilfekartenaufdecker‘) zeigt m.E., dass KOSMOS eher am Drehen der Marketingspirale, resektive Gewinnmaximierung, interessiert ist, als am nachhaltigen Rätselvergnügen. „Erweiterungen, hier neue Schachteln, gehen immer.“ Auch hier sei der Gedanke erlaubt, was wohl ein Pfister, Feld oder eine andere Koryphäe uns unter Maßgabe des Spielkonzepts (in einem anderen Verlag) vorsetzen würde.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.03.18 von Ano - Mein zweites Exit Spiel. Zu den bekannten Rätseln kam dieses Mal noch ein wenig Detektivarbeit dazu. Die Rätsel sind meistens an den Haaren herbeigezogen, aber wem das nichts ausmacht, darf gerne zugreifen. Zum vorigen Kommentar: Eins verstehe ich nicht: Wieso spielt man alle Spiele der Serie, wenn man so viel daran auszusetzen hat???
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.04.18 von Martina Kessler - Mein bisheriges Highlight der Exit-Reihe! Wir haben zu fünft gespielt und jeder fühlte sich bestens unterhalten. Bitte mehr davon! :)

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