Rezension/Kritik - Online seit 02.09.2013. Dieser Artikel wurde 7140 mal aufgerufen.

The Great Zimbabwe

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Autor: Joris Wiersinga
Jeroen Doumen
Illustration: Ynze Moedt
Verlag: Splotter Spellen
Rezension: Ferdinand Kther
Spieler: 2 - 5
Dauer: 90 - 150 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Jahr: 2012
Bewertung: 3,5 3,5 H@LL9000
5,6 5,6 Leser
Ranking: Platz 786
The Great Zimbabwe

Spielerei-Rezension

Spielerei Nr. 100:

Der niederländische Verlag Splotter Spellen ist nicht durch die Masse seiner Veröffentlichungen bekannt, sondern durch deren Qualität – bestimmt für Vielspieler und nicht für die, hm, Masse.
So sind denn auch seit ihrem letzten Spiel (Greed, Incorporated) einige Jahre verstrichen, bevor zur Spiel ’12 The Great Zimbabwe angeboten wurde, als Prototyp schon ein Jahr zuvor mit großem Interesse beäugt.
Ein „neues Splotter“, welche Freude! Auspacken, Regeln lesen – wie immer nicht schlecht, aber auch nicht „state-of-the-art“, mit manchen Interpretationsmöglichkeiten und leichten Unklarheiten, die sich aber spätestens meist im Laufe des Spiels klären. Relativ kurz, musste ich die Regeln aber doch erst einmal in meine bewährte Kurzregelform bringen, um für das erste Spiel gewappnet zu sein.
Aus quadratischen Tafeln wird ein der Spieleranzahl angemessenes Spielfeld zusammengesetzt, wobei jede Tafel wieder in viele Quadratfelder unterteilt ist. Diese sind größtenteils leer, aber es gibt auch Rohstoff- und Wasserfelder. Viel Holz, Spielkarten und Plättchen ergänzen das Spielmaterial.
Es geht darum, aus Holzscheiben Monumente zu errichten, wofür es Siegpunkte gibt, umso mehr, je höher ein eigenes Monument aus maximal fünf Holzscheiben wächst. Für Monumente braucht man einerseits Rohstoffe, auch hier umso mehr verschiedene, je höher es wächst, andererseits Handwerker. Handwerker werden durch Karten repräsentiert und durch Plättchen auf dem Spielplan, jeder Handwerker kann nur bestimmte Rohstoffe verarbeiten, die zum (Weiter-)Bau eines Monuments in Reichweite liegen müssen, ebenso wie der Handwerker. Auch Spezialisten gibt es in Kartenform und Götter, die jeweils Einfluss auf bestimmte Aktionen haben und/oder die Spielregeln brechen.
Der Kauf all dieser Karten besticht durch einen innovativen Mechanismus: Das anfängliche Spielsiegziel von 20 Punkten für jeden Spieler wird durch den Kauf um die jeweils angegebene Punktzahl erhöht, in einem Fall erniedrigt. Das ist übersichtlich organisiert auf individuellen Spielertafeln. Gekauft wird mit Vieh (Holzfiguren), das auch dazu dient, in ebenso innovativer Weise den Startspieler jeder Runde zu bestimmen.
Die insgesamt eher düstere, afrikanisch anmutende Grafik verleiht dem Spiel ein ganz besonderes Flair. Die Erwartungen sind hoch an dieses neue Werk der beiden sehr sympathischen und mir seit langem gut bekannten Splotter-Macher, Joris Wiersinga und Jeroen Doumen.
But – I’m not amused! The Great Zimbabwe hat eigentlich alle Voraussetzungen für ein Spiel, das mir gefallen sollte, darüber hinaus noch von Splotter! Eng und clever verzahnte Abhängigkeiten, Interaktion, keine Zufallselemente.
Das Grundprinzip sind die von Joris und Jeroen (und auch mir) so geliebten Netzwerke, die in unterschiedlicher Form immer wieder in ihren Spielen auftauchen (von Web über Bus, Roads & Boats, Cannes, bis zu Indonesia oder Ur 1830 BC). Das ist hier aber auch das Grundproblem. Denn die Reichweite der Handwerker bzw. „Transportweite“ der Rohstoffe lässt sich nicht etwa durch Holzstäbchen veranschaulichen, sondern muss gedanklich vollzogen werden, und das wird sehr schnell sehr unübersichtlich. Rohstofffelder/-Plättchen, Wasserfelder-/plättchen, Handwerkerplättchen unterschiedlicher Größe, Monumente bilden bald ein schwer durchschaubares Gewirr auf dem Spielplan. Zur Verwirrung trägt bei, dass zusammenhängende Wasserfelder, egal, welcher Größe, hinsichtlich Reichweite als ein Feld gelten, was spieltechnisch aber durchaus sehr clever genutzt werden kann. Des Weiteren sind die Handwerker ein Übersichtsproblem: Es gibt sogenannte Zweithandwerker, die den zugehörigen Ersthandwerker fast, aber eben nur fast, überflüssig machen. Das ist regeltechnisch letztlich gut geregelt, zumal unter Zuhilfenahme meiner Kurzregel.
Problematisch ist dabei, dass die Plättchen der Zweithandwerker mal größer, mal kleiner sind als ihre „Meister“. Die zwar ansprechende, aber nicht unbedingt eingängige Grafik verbessert die Übersichtlichkeit nicht.
The Great Zimbabwe hat großes Potential, das aber leider unter großen Monumenten vergraben ist. Gute Ideen gibt es zuhauf, so sind z. B. gegen Zahlung von Vieh die Handwerker anderer Spieler nutzbar und das Einkommen richtet sich nach der größten Höhe eigener Monumente. Aber mehr Entwicklungszeit hätte dem Spiel gut getan, denke ich; eventuell würden einige Hilfsholzstäbchen zwecks Bestimmung der Reichweite und Vereinheitlichung der Größe von Erst-/Zweithandwerker schon reichen, zumindest einen großen Schritt nach vorne bedeuten. Zur Reichweite ist noch hinzuzufügen, dass diese durch Monumente auch anderer Spieler, ähnlich wie ein WLAN-Netzwerk durch Repeater, erhöht wird. Ebenfalls eine tolle Idee, die aber in kontraproduktiver Weise die Übersichtlichkeit noch weiter verschlechtert. Auch lässt ein im Grunde abendfüllendes, höchst anspruchsvolles Spiel, das unter günstigsten Umständen in nur fünf Spielzügen gewonnen werden kann (wie ein Spieler auf BGG eindrucksvoll schildert), gewisse Zweifel an der Ausgereiftheit aufkommen. Es fällt mir schwer, aber dieses Mal kann ich keine Bestnote für ein Splotter Spiel geben, doch ich arbeite daran …

Rezension Ferdinand Kther

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung The Great Zimbabwe: 3,5 3,5, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.08.13 von Ferdinand Kther
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.12.21 von Michael Andersch - Puh...fr mich eher unbersichtlich und wirr. Ziemlich verkopfte Angelegenheit, in der man gefhlt nur jede zweite oder dritte Runde was richtiges machen kann, da man in den anderen Runden entweder zu wenig Geld hat oder in der Spielerreihenfolge hinten sitzt, und die Spieler davor halt die waren, die in dieser Runde das Terrain abgegrast haben. Nicht mein Spiel...

Leserbewertungen

Leserwertung The Great Zimbabwe: 5,6 5.6, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.09.13 von Braz - hmm...also ehrlich gesagt hat es mir sehr gut gefallen. Die unterschiedlich groen Symbole sind i.d.T. verwirrend, aber wir hatten uns sehr schnell daran gewhnt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.09.13 von Ralf Rechmann - The Great Zimbabwe wird sicher nur eine eingeschrnkte Zielgruppe finden und denen dann gefallen: Es ist knapp doppelt so teuer wie vergleichbar ausgestattete Spiele. Es ist so gut wie ausverkauft und nur noch schwierig oder teuer zu finden. Es ist spielerisch eher abstrakt und teils verkopft. Man muss die Zusammenhnge erst einmal wirklich verstanden haben, um es zielgerichtet spielen zu knnen. Man muss die bersicht auf dem komplexer werdenen Spielplan behalten knnen. Fast schon "der Knizia" unter den Splotter-Spielen. Dabei eigentlich eine logistische Optimieraufgabe mit diversen Variablen in Einbeziehung der Mitspieler-Aktionen. Aber genau diese Vielfalt der Mglichkeiten macht fr mich den Reiz des Spiels aus.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.02.22 von Chave - Hoch interaktives Splotter-Spiel mit einigen sehr interessanten Alleinstellungsmerkmalen - auergewhnlich spannender und spielentscheidender Bietmechanismus um die Spielerreihenfolge, variable Siegbedingungen. Optisch schn, wenn auch abstrakt, aber das ist Geschmacksache. Hat man die Regeln erst verinnerlicht, spielt es sich flssig (zu zweit in 90 Minuten). Glcksanteil geht gegen null. Lediglich Spielaufbau und Gtterauswahl zu Beginn sind glcksabhngig. Die Tiefen und Mglichkeiten des Spiels erschlieen sich nicht in der ersten Partie! Hammerspiel! Danke, Splotter, fr die Neuauflage. Vorschlag fr weitere Projekte: Indonesia und Bus (Letzteres in der Grafik der Erstausgabe)!!!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.03.22 von Everest - Das Spiel ist eine Rechenaufgabe, es droht mit fortschreitendem Verlauf unbersichtlich zu werden und die Synergien mancher Kartenkombinationen sind mglicherweise mchtiger als andere. Trotzdem ist es genial. Es ist interaktiv, es lsst verschiedene Strategien zu, es gibt keine Verlegenheitszge, jede Aktion hat Gewicht. Und ja: Schn, dass es 2021 wieder verfgbar war.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.06.22 von Dietrich - Mathematik muss man bei diesem Spiel von Splotter Spellen schon beherrschen, sei es bei der Wahrscheinlichkeit, zu den hinzukommenden Siegpunktgrenzen die ntigen Aktionen auch ausfhren zu knnen, sei es den enger werdenden Spielplan und die komplexeren Wege zu den Rohstoffen und zur Verarbeitung geometrisch zu erfassen, sei es fr eine gnstige Position in einer Runde genug, aber nicht zu viele Tiere auszugeben. Fr mathematisch angehauchte oder fr Aus-dem-Bauch-heraus-Spieler ein Fest! (Aber nur den Bauch herauszustrecken reicht hier nicht ...)

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