Rezension/Kritik - Online seit 30.08.2017. Dieser Artikel wurde 6224 mal aufgerufen.

Zug um Zug: United Kingdom & Pennsylvania

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Autor: Alan R. Moon
Verlag: Days of Wonder
Rezension: Michael Timpe
Spieler: 2 - 5
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2015
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
5,5 5,5 Leser
Ranking: Platz 173
Zug um Zug: United Kingdom & Pennsylvania
Tags:Bahnen
Erweiterungen/Hauptspiel:Zug um ZugZug um Zug Europa

Spielziel

Sicher keine ganz einfache Aufgabe, immer wieder neue Varianten für das Zug-um-Zug-Universum zu entwickeln. Die fünfte Map-Collection führt uns nach England respektive nach Pennsylvania, wo wir wahlweise beim Streckenbauen noch Aktien sammeln oder in England erst mal diverse Eisenbahntechnologien entwickeln müssen, bevor wir unser Streckennetz aufbauen.

Kompakt - Kritik

A) Pennsylvania: "Leichte Varianz, die niemandem wehtut." So könnte man grob diesen neuen Zug-um-Zug-Ableger umschreiben. Hier erhält man beim Bau einer Strecke zusätzlich noch eine Aktie von einer der neun verschiedenen Gesellschaften. Welche Aktie man nehmen darf, ist an der Strecke vorgegeben, meist darf man aus zwei oder drei verschiedenen eine auswählen. Am Ende des Spiels gibt es dann eine Mehrheitenwertung pro Aktiengesellschaft. Leider ist die Spielregel nicht ganz eindeutig, ob die Punkte für den Streckenbau auch vergeben werden (ich nehme an Ja). Erwähnt wird das in der Anleitung nicht und auf der Karte ist die sonst übliche Liste mit Streckenlängen und Punkten nicht abgebildet. Leider blieb meine diesbezügliche Anfrage beim Kundendienst von Days of Wonder unbeantwortet. Ansonsten: Standartkost.

B) United Kingdom: Im Mutterland der Eisenbahn darf jeder Spieler anfänglich nur 1er- und 2er-Strecken und ausschließlich in England bauen. Längere Strecken, Fähren, vor allem aber das Recht in Schottland, Wales und Irland zu bauen, muss man erst erwerben, das heißt, für einige Joker die jeweilige Technologie oder Konzession kaufen.
Da Jokerkarten somit noch viel wichtiger sind als in allen anderen Spielen, können im ganzen Spiel immer auch vier beliebige Waggonkarten als Joker verwendet werden.

Zusätzlich gibt es noch weitere lukrative Entwicklungen, um beispielsweise mehr Punkte beim Streckenbau, mehr Kartennachschub, einen Doppelzug und andere kleine Besonderheiten zu erhalten. Die Karten „Längste Strecke“ und „Meiste Zielkarten“ können ebenfalls gekauft werden, sind aber nur je einmal im Spiel und können für den Besitzer auch empfindliche Minuspunkte bedeuten, wenn er die jeweilige Bedingung nicht erfüllt.

Die Englandkarte ist für 2 bis 4 Spieler ausgelegt und wird mit 35 (statt 45) Waggons gespielt, ist also etwas kürzer als ein normales Spiel.

Was sich soweit (hoffentlich) spannend anhört und über weite Strecken auch deutlich abwechslungsreicher spielt als das Standardspiel, offenbart im Test dann allerdings gleich zwei deutliche Schwächen:

  • Zum einen gibt es für die Verbindung Southampton – New York, eine 10er-Strecke, unglaubliche 40 Punkte! Was sich schwierig anhört, ist dank der neuen Jokerregel relativ leicht zu bauen und bedeutet den sicheren Sieg. Schon allein, weil die anderen Spieler so schnell gar nicht ihre Waggons verbaut kriegen. Mehrere Testspiele haben gezeigt, dass selbst 20 Punkte für diese Strecke immer noch stark sind. Ich empfehle besser ganz ohne diese Strecke zu spielen.
  • Des Weiteren empfinde ich die Technologiekarten als teilweise zu unausgeglichen. Speziell die Karte, mit der man statt zwei drei Karten nachziehen darf, ist zu stark. Da nur zweimal im Spiel, machen anschließend diese Spieler den Sieg unter sich aus (noch mal mehr, wenn die 10er-Strecke mitspielt). Selbst zum Preis von 3 Jokern (statt 2) ist die Karte immer noch eine der besten. Andere Karten hingegen für 4 Joker wurden zumindest in meinen Runden nie gekauft, oder z. B. die Karte, die zusätzliche Punkte beim Bau von Fährstrecken einbringt, ist eindeutig zu schwach.

Über den zweiten Punkt mag man jetzt noch geteilter Meinung sein, vor allem in Runden, wo eher aus dem Bauch heraus gespielt wird und nicht die Punktemöglichkeiten im Detail durchstudiert werden. Ich persönlich habe aber recht Mühe damit, wenn einzelne Karten so deutlich überlegen sind. Erfahrene Spieler werden sich alle auf diese Karten stürzen (wenn sie gewinnen wollen), was langweilig ist, wenn es alle anderen Strategien aushebelt. Bei Mitspielern, die das Spiel weniger gut kennen, muss ich mir überlegen, absichtlich suboptimal zu spielen, um sie nicht zu düpieren.

Was nicht heißt, dass man diese Variante nicht spielen kann. Die Englandkarte birgt mit der Notwendigkeit, zwischen den verschiedenen Landesteilen, Steckenlängen und sonstigen Entwicklungen entscheiden zu müssen, ein wirklich spannendes und neues Spielgefühl, das gut zu Zug um Zug passt. Die Karte hätte meines Erachtens das Zeug, die Beste aller bisherigen Erweiterungen zu sein, und gerade deshalb enttäuschen mich diese meines Erachtens gravierenden redaktionellen Mängel besonders. Als Kunde erwarte ich ein austariertes, fertig entwickeltes Spiel. Da das Grundspiel ja bereits vielfach erprobt ist, sollte das nicht zuviel Aufwand sein, immerhin kosten diese Erweiterungen auch in etwa ähnlich viel wie das Grundspiel. Schade, aber so finde ich die Map Collection 5 recht mittelmäßig.

Rezension Michael Timpe

Regelvarianten

Nachfolgend noch mein aktueller Stand zum Ballancing der Technologiekarten - soweit ich das nach meinen Testpartien bisher beurteilen kann. Diese Anpassungen sind als Vorschlag zum selber Weiterausprobieren zu verstehen. Die meisten habe ich so auch nur ein- bis zweimal gespielt und erhebe nicht den Anspruch, so schon die perfekte Balance gefunden zu haben.

Dampfkessel: Jede Strecke dieser Art bringt 2 Punkte extra
Booster: Entweder Kosten nur 1 Joker oder 2 gleiche Karten dürfen als 1 Joker gespielt werden
Dampfturbinen: Jede Fähre bringt 4 Punkte mehr (statt 2)
Wassertender: Kosten: 3 Joker (statt 2)
Dieselantrieb: Kosten: 2 Jocker (statt 3)
Wegerecht: 3 Joker (statt 4)
Doppeltraktion: Kosten 3 Joker (statt 4); bringt auch -2 Punkte für jede nicht erfüllte Zielkarte

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Zug um Zug: United Kingdom & Pennsylvania: 5,0 5,0, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.05.17 von Michael Timpe - Mit meines Erachtens deutlichen Mängeln in der Spielbalance, weswegen ich leider keine bessere Note für die sonst gute Idee vergeben mag.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.10.15 von Michael Kahrmann - Für mich die beste Map von Zug um Zug bisher. Pennsylvania mit dem Aktienmechanismus ist ok grad wenn man mit ZuZ Neulingen spielt. Die UK Map ist inhaltlich und was die Ausstattung betrifft der Hit. Man baut sich sein Zug-"Imperium" erst langsam auf, gefällt mir richtig gut und zeigt nach der Team Variante was noch so alles in der genialen ZuZ Idee schlummert. Ich hoffe auf weitere tolle Maps. Alle Daumen hoch!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.04.16 von Mahmut Dural - Für ZuZ-Liebhaber ein Must Have. Macht aus dem Familienspiel ein Kennerspiel.

Leserbewertungen

Leserwertung Zug um Zug: United Kingdom & Pennsylvania: 5,5 5.5, 10 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.10.15 von Dennis L. - Klasse Map, die zeigt was man noch immer aus diesem Spiel rausholen kann.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.10.15 von Maja
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.11.15 von Timo Onken - UK - basiert stark auf Lokomotiven. Spielt sich anstrengender als andere ZuZ-Varianten. Weiß nicht, ob ZuZ das wirklich nötig hat. 10er-Strecke nach NY wirkte in den bisherigen Partien etwas zu stark. PA - von der Karte ähnlich der USA-Karte. Die Anteilsscheine integrieren sich gut ins Spiel, es wird aber sehr selten was nur für diese gebaut. Nimmt man eher am Rande mit. Insgesamt - zwei tolle Karten, wobei ich eher PA als UK spielen würde. Einziger Faux-Pas ist, dass es in PA eine(?) 7er-Strecke gibt und nirgends die Punkte (18) stehen - die 7er-Strecken gibt es nur auf wenigen Spielplänen und nicht jeder hat somit die Punkte dafür zur Hand. Ein wenig wie damals mit der Schweiz und den 5er-Strecken.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.11.15 von Martin - Zwei hervorragende Spielpläne mit interessanten Neuerungen. Beide Pläne spielen sich anders als die bisherigen Auflagen. In der Tat ziemlich fordernd und sehr spannend!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.12.15 von Michael F. - Da man mit dieser Erweiterung gleich die Pennsylvania-Erweiterung mit kauft kann ich diese Ticket-to-Ride Karte durchaus empfehlen. Momentan spiele ich mit meinem Sohn (6 J.) Zug um Zug und er hat bei Pennsylvania heute sogar eine ganze Stunde durchgehalten und hatte Spaß! Ich war allerdings vom vielen Punktezählen anschließend KO. Also Zug um Zug ist wirklich ein gutes Spiel... aber man sollte das bewusste StreckenVERBAUEN dann doch unterlassen, da man dann doch Frust entwickeln kann. Der Zusatzmechanismus mit dem Freischalten zusätzlicher Möglichkeiten ist auch sehr interessant. Beim Spielen mit diesen ganzen Zusatzkarten braucht man aber schon einen großen Tisch! Eine gute 5. Eine 6 vergebe ich nur, wenn ein Spiel ungeachtet nach dem Ausgang für die einzelnen Spieler richtig Fun bringt. Hier spielt man eher für seinen eigenen Sieg und zugebaute Strecken bringen eher Frust. Trotzdem. Gutes Spiel!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.01.16 von Torsten
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.01.16 von Mike
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.03.16 von axel-b - Der Pennsylvania-Spielplan gefällt mir nicht so besonders, weil ich die Aktienmehrheiten als zu stark empfinde. Der UK-Spielplan ist klasse, weil er viele neue Elemente ins Spiel bringt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.04.16 von Gülsüm Dural - Mir haben beide Karten sehr gefallen. Pennsylvania geht um Aktienmehrheiten und UK ist mit den technologien schön anspruchsvoll. Toll!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.10.16 von Kathrin

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