Rezension/Kritik - Online seit 13.05.2003. Dieser Artikel wurde 11987 mal aufgerufen.

Verräter

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Autor: Marcel-André Casasola Merkle
Illustration: Marcel-André Casasola Merkle
Verlag: Adlung Spiele
Rezension: Volker Sitzler
Spieler: 3 - 4
Dauer: 45 - 60 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 1998
Bewertung: 4,9 4,9 H@LL9000
5,5 5,5 Leser
Ranking: Platz 68
Verräter

Spielerei-Rezension

In einem unbekannten Hochland streiten sich zwei Fürstenhäuser (Adler und Rose) um das größte Stück Land und versuchen, mittels Karten die meisten Siegpunkte zu erkämpfen. Aber auch in den einzelnen Fürstenhäusern ist sich jeder selbst der nächste und so kann es schon passieren, daß ein Mitstreiter plötzlich während des Konflikts ohne jede Vorwarnung zum Verräter wird und die Seiten wechselt.

Soviel zur Vorgeschichte des Kartenspieles Verräter aus dem Adlung Verlag, das sicherlich eines der Highlights der Spielertage 98 in Essen war. Es ist schon erstaunlich, welch interessantes und tiefgängiges Spiel der Autor Marcel-André Casasola Merkle aus nur 60 Karten gezaubert hat.

Nach dem Öffnen der Schachtel fällt einem ein 24-seitiges Regelheft in die Hände und mein erster Gedanke war: Ohje! Aber keine Angst, auf der Hälfte der Seiten ist die Regel analog mit einem Beispiel veranschaulicht und erleichtert so den Einstieg in das komplexe, aber nicht komplizierte Spiel.

Zunächst werden die Karten sortiert und die zwölf Landschaftskarten zu einem Kreis ausgelegt. Je sechs gleiche Landschaften gehören den Rosen und den Adlern. Neben der Gesinnung ist auf der Karte auch die Anzahl der Konfliktpunkte und die Tabelle für die Anzahl der Siegpunkte zu ersehen (jeweils 0 bis 15).

Nachdem die Gesinnung der Spieler festgelegt wurde, nimmt sich der Startspieler die Startspielerkarte und der nachfolgende Spieler die Strategie- und Konfliktkarte und bestimmt in der ersten Runde den Konfliktort, indem er die Karte zwischen zwei Landschaften verschiedener Gesinnung legt.

Die sechs Aktionskarten werden vom Startspieler gemischt (Verräter, 2 x Diplomat, Baumeister, Stratege und Bauer). Davon legt er die oberste verdeckt zur Seite. Von den übrigen sucht er sich eine aus und gibt die restlichen weiter. Nun sucht sich dieser Spieler eine aus, gibt die restlichen weiter. Dies geschieht, bis jeder eine Aktionskarte hat. An dieser Stelle ist es angebracht, die Aktionskarten zu erklären. Der Verräter wechselt die Gesinnung und bringt bei der Berechnung einen Siegpunkt. Die Diplomaten haben zwei bzw. fünf Konfliktpunkte. Mit dem Baumeister kann man einen Gutshof errichten oder einen solchen zu einem Kontor ausbauen. Der Stratege bekommt zwei Siegpunkte und kann in der nächsten Runde den Konfliktort bestimmen. Der Bauer schließlich erhält drei Versorgungskarten.

Beginnend mit dem Startspieler legt nun jeder keine oder bis fünf Versorgungskarten (von denen er zu Spielbeginn drei erhalten hat) offen aus. Nun werden die Aktionskarten aufgedeckt, aber nur der Verräter führt seine Aktion sofort aus: Er dreht einfach seine Gesinnungskarte um. Jetzt wird ausgewertet, wer den Konflikt gewonnen hat. Den Grundwert hierzu bilden die Konfliktpunkte auf der Landschaftskarte. Dazu kommen noch die Punkte der Versorgungskarten der jeweils gleichgesinnten Spieler. Eventuell kommen jetzt noch die Konfliktpunkte der Diplomaten dazu. Das Fürstenhaus, welches jetzt die höhere Gesamtpunktzahl aufweisen kann, gewinnt den Konflikt. Bei Gleichstand passiert nichts. Die Spieler des siegreichen Fürstentums erhalten jetzt die Siegpunkte, die auf der Landschaftskarte des unterlegenen Hauses notiert sind. Die Anzahl der Punkte richtet sich nach der Anzahl der Spieler, die auf der siegreichen Seite mitgewirkt haben. Je mehr Spieler den Sieg errungen haben, desto geringer ist die Punktzahl. Die Punkte werden notiert und die unterlegene Landschaft umgedreht. Sie gehört ab sofort dem siegreichen Fürstenhaus.

Nun werden die weiteren Aktionskarten abgehandelt. Der Baumeister bringt eine seiner Gutshof/Kontorenkarten ins Spiel. Gutshofkarten bringen Versorgungskarten, Kontore bei der Schlussabrechnung nochmals bis zu sechs Siegpunkte. Der Stratege erhält die Strategiekarte. Wurde diese Aktionskarte nicht gewählt, bleibt die Strategiekarte solange im Besitz des Spielers, bis die entsprechende Aktionskarte gewählt wurde.

Alle ausgespielten Versorgungskarten werden auf den Ablagestapel gelegt. Anschließend werden neue Versorgungskarten nachgezogen. Der Bauer bekommt drei, der Diplomat eine. Für alle Gutshofkarten darf eine nachgezogen werden, allerdings nur, wenn sie unter der Landschaftskarte der eigenen momentanen Gesinnung liegt. Pro Runde dürfen maximal drei Versorgungskarten nachgezogen werden, und die Zahl der Karten auf der Hand darf fünf nicht überschreiten.

Das Spiel endet nach acht Durchgängen (neun bei drei Spielern) oder wenn es einem Fürstentum gelingt, alle Landschaftskarten für sich zu gewinnen. Jetzt gibt es nochmals Punkte für Kontore, und wer dann die meisten Siegpunkte aufweisen kann, ist Sieger.

Verräter ist ein überaus vielschichtiges Spiel, bei dem mehrere Strategien zum Erfolg führen können. Ständig überlegt man, ob man die beste Aktionskarte ausgewählt hat, denn alle bringen Vorteile; oftmals ist die am dringendsten benötigte Karte nicht greifbar.

Die optimale Spieleranzahl liegt bei vier. Eine kurze Einführungsrunde reicht, um den Mitspielern das Spiel nahe zu bringen. Trotzdem entdeckt man auch nach der x-ten Partie neue Möglichkeiten, eine Karte gewinnbringend einzusetzen. Was kann man von einem Spiel mehr verlangen?

Rezension Volker Sitzler

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Verräter: 4,9 4,9, 11 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Volker Sitzler
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Rolf Braun
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Stefan Hirsch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.02.05 von Jost Schwider - Ein Kartenspiel mit dem Flair eines großen Brettspiels. Einfach ein klasse Spiel - sowas nennt man zu Recht "Klassiker"! ;-) Vielen Dank Marcel-André Casasola-Merkle für unzählige Stunden Spielspass.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.12.05 von Ralph Bruhn - Kleines Kartenspiel mit Brettspielcharakter und -qualität
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.08.07 von Jörn Griesbach
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.08.07 von Monika Harke
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.02.08 von Silke Hüsges
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.04.09 von Randolph Betten - Meuterer und Verräter sind große Brettspiele in einer kleinen Schachtel!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.06.09 von Horst Sawroch

Leserbewertungen

Leserwertung Verräter: 5,5 5.5, 21 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Babak Hadi
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Anton Weste - Verräter bietet mit seinen nur 60 Karten unheimlich viele Möglichkeiten. Das Spiel dauert nicht zu lang, Bluffmöglichkeiten und der berühmte Verrat bringen immer neue Wendungen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Pia Lemberger - Mag irgendwie fast alle Spiele von Casasola-Merkle!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Dirk Schmiedeskamp - In jeder Spielrunde dabei. Eins der besten Kartenspiele überhaupt, wenn man Doko mal nicht berücksichtigt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Michael Werner - Ein lupenreines Strategiespiel zu diesem Preis ist einfach nicht zu toppen. Einziges Manko ist, dass man es nur zu viert spielen kann, aber sonst: Nicht nachdenke, kaufen!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.08.04 von Wolfram Püchert
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.09.04 von Roland Sciarra - für was ein grosses brettspiel, wenn so ein kleines kartenspiel das gleiche bietet.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.01.05 von Tim - Wunderbar atmosphärisches Spiel mit tollem Mechanismus! Leider finde ich auch kaum jemanden, der meine Begeisterung für das Spiel teilt - verdammt schade!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.04.05 von Stephan Forkel
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.06.05 von Karsten
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.10.05 von Sven Wagner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.10.05 von Jon the Don - Zu viert ein Knaller! Sehr stimmungsvolle Optik. Und die "Größe" besticht. Dem Nachfolger "Meuterer" in jedem Fall vorzuziehen!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.01.06 von Jon the Don - Neben dem Siedler-Kartenspiel mein liebstes Kartenspiel. Außergewöhnlich atmosphärisch.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.05.07 von Matty - Eines der innovativsten und intelligentesten Kartenspiele überhaupt, dabei nach einer Beispielrunde sehr flüssig zu spielen, bei vielen Möglichkeiten und einem tollen Spielgefühl. Ganz stark!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.05.08 von B. Völkel - Anscheinend muss ich bei dem Spiel den Miesepeter spielen (nur ne 4): Hier eine + - Aufstellung: ++ Klar, für 6-7 € ist das Spiel von Preis-Leistungsverhältnis wirklich top! ++ Gute Aufmachung! --- Die Qualität der Karten lässt zu wünschen übrig nach ein paar Runden kann es passieren, dass man an der Abnutzung der Rückseite erkennt, welche Karte sich ein Spieler nimmt => Was in diesem Fall das Spiel völlig verdirbt. - Irgendwie reizt es nach ein paar Runden nicht mehr so richtig. Deshalb die 4. - Als risikofreudiger Spieler hat man oft das nachsehen - Blöd finde ich auch die 4:0 -Situation, wenn alle Spieler übergelaufen sind. +++ Zu gute halten muss man dem Spiel, dass wirklich viele taktische Möglichkeiten gibt ein Spiel zu entscheiden. - Es geht selten eng aus. Meist ist einer auch wirklich der absolute Buhmann und völlig abgeschlagen. - Zu dritt macht nicht so richtig Spaß! Ich spreche trotzdem eine Empfehlung aus und den gebe Tipp die Karten pfleglich zu behandeln.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.08.08 von Dr. Andreas Günter - Zwar nervt etwas das langwierige Auslegen der Basiskarten, die den Spielplan ersetzen (denn Verräter ist kein Karten-, sondern ein verkapptes Brettspiel). Aber das Spiel selbst ist nahezu perfekt durchdacht, so raffiniert, dass es manchmal fast anstrengend zu spielen ist und derartig billig, dass man es einfach kaufen muss! Verlage mit einem solchen Preis-Leistungsverhältnis und so vielen sehr guten, ja herausragenden Spielen (Verräter, Im Märchenwald, Manimals, Meuterer) muss man einfach unterstützen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.02.11 von RS
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.02.11 von Max Heininger - Sehr nettes Spiel, den "Nachfolger" Meuterer finde ich auf Dauer jedoch deutlich besser, da abwechslungsreicher.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.02.14 von Stefan H.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.03.14 von Pau - Immer noch super. Die Verräter-Idee ist klasse. Zu viert mein Lieblingskartenspiel.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.02.16 von Gentledom - Ein Spiel mit 60 Karten... kann man da Spieltiefe und Abwechslung erwarten? Kann man eigentlich nicht, hier wird man aber eines besseren belehrt. Tolle Idee und guter Mechanismus. Auch noch Jahren ein Spiel das immer wieder gern auf den Tisch kommt.

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