Rezension/Kritik - Online seit 13.01.2004. Dieser Artikel wurde 17614 mal aufgerufen.

Alexandros

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Autor: Leo Colovini
Illustration: Grafik Studio Krger
Verlag: Winning Moves Germany
Rezension: Steffen Stroh
Spieler: 2 - 4
Dauer: 40 - 60 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2003
Bewertung: 3,1 3,1 H@LL9000
3,9 3,9 Leser
Ranking: Platz 6210
Alexandros

Spielziel

336 v. Chr. Alexander der Groe startet seinen Feldzug gegen das Perserreich, den er 333 v. Chr. mit der entscheidenden Schlacht bei Issos gegen Perserknig Darius III. erfolgreich beenden sollte. Alexandros vollzieht diesen Feldzug nach, indem es den berhmten Heerfhrer quer durch den Orient bis nach Persien ziehen lsst. Dabei werden Landstriche geteilt, Provinzen erobert und Heerfhrer als Statthalter eingesetzt. Doch nur die groen Provinzen versprechen ppige Steuereinnahmen, und so entbrennt unter den Heerfhrern ein heftiges Gerangel um die wertvollsten Landesabschnitte.

Ablauf

Der Spielplan zeigt die Landflche zwischen der Osttrkei im Westen bis hin zu den Grenzen des heutigen Iran im Osten. Alexandros beginnt seinen Feldzug im uersten Nordwesten der Karte, die in zahlreiche Dreiecksfelder unterteilt ist. Knapp die Hlfte dieser Dreiecksfelder sind einem von 5 Symbolen zugeordnet, die brigen Felder sind neutral.

Jeder Spieler beginnt seinen Spielzug, indem er Alexandros in die Lande Persiens wandern lsst. Dazu liegen neben dem Spielplan 2 Karten offen aus, die die Symbolfelder anzeigen, auf die Alexandros ziehen darf. Der Spieler entscheidet sich fr eine der beiden Karten, nimmt diese an sich, und zieht die Alexandrosfigur auf eine Ecke des nchstgelegenen freien (d.h. nicht bereits mit mind. 1 Grenzholz versehenen) Dreiecksfeldes mit dem entsprechenden Symbol. Daraufhin markiert er die krzeste Wegverbindung zwischen Ausgangs- und neuem Standpunkt der Alexandrosfigur mit Hilfe der 65 schwarzen Grenzhlzer. In uersten Notfllen kann ein Spieler, statt eine der beiden offenliegenden Karten aufzunehmen, auch eine seiner Handkarten als Zielsymbolkarte ausspielen.

Zustzlich darf der Spieler danach zwei weitere Aktionen ausfhren. Zur Wahl stehen:

1.) Eine Karte aufnehmen

2.) Eine freie Provinz besetzen oder eine besetzte bernehmen

3.) Steuern erheben (nur einmal pro Spielzug, es wird immer fr alle Spieler/Provinzen gewertet !!!)

4.) Einen eigenen Statthalter ablsen (vom Spielplan in den Vorrat zurcknehmen)

Durch die Bewegung des Alexandros kommt es immer wieder dazu, dass Gebiete komplett von Grenzen umschlossen werden. Solch abgegrenzte Regionen knnen jederzeit von Spielern bernommen werden, indem sie einen ihrer 4 Statthalter auf eines der Symbolfelder innerhalb dieser Provinz platzieren (2.). Fr alle unbesetzten Symbolfelder muss der betreffende Spieler mit entsprechenden Symbolkarten aus seiner Hand bezahlen. Kann er diesen Tribut nicht ganz aufbringen, besteht auch die Mglichkeit, gleich mehrere Statthalter einzusetzen, um so fr mehrere Symbolfelder nicht bezahlen zu mssen. Entscheidet sich danach jedoch ein Spieler fr Option (3.), Steuern erheben, geschieht dies nur in Provinzen, in denen nur 1 Statthalter vorhanden ist. Folgerichtig sollte eine mehrfach besetzte Provinz so schnell wie mglich (4.) von berzhligen Statthaltern gerumt werden. Um lukrative Provinzen nicht langfristig kampflos den Mitspielern berlassen zu mssen, knnen diese auch bernommen werden. Dazu muss der dort befindliche Statthalter mit 2 Karten des Symbols, auf dem dieser sitzt, seines Amtes enthoben werden; die bernahme der Provinz erfolgt daraufhin nach dem blichen Schema. Allerdings muss die Hlfte der Karten, die der neue Provinzeigner bei seiner bernahme verwenden muss, als Tribut an den enthobenen Statthalter abgefhrt werden.

Wieviel eine Provinz bei der Erhebung von Steuern einbringt, hngt von der Zahl der neutralen Dreiecksfelder in der Provinz ab. Fr jedes neutrale Feld darf der Spieler auf der Wertungsskala um einen Punkte nach vorne rcken. Erreicht ein Spieler 100 Punkte auf der Wertungsskala, oder werden die schwarzen Grenzhlzer innerhalb eines Spielerzuges aufgebraucht, endet das Spiel. Der erfolgreichste Steuereintreiber gewinnt.

Fazit

Selten war ich bei einer Spielbewertung so hin- und hergerissen wie bei dieser. Zuerst muss man ein dickes Lob an Winning Moves aussprechen: Es ist beeindruckend, welche Massen an hochwertigem Spielmaterial nebst groem Spielplan in eine so kleine Verpackung passen. Der Spiel- bzw. Wertungsmechanismus jedoch spaltet das Gemt. Dass Alexandros sehr abstrakt ist, strt wenig. Der Zug des Alexandros ist regeltechnisch zuerst etwas verwirrend, nach einigen Zgen jedoch stellt sich bereits Routine ein. Und gerade dieser reizvolle Zugmechanismus nebst Dreiecksfeldern ist neu und beraus originell, und lsst gengend Raum fr taktische Spielereien, auch wenn die Zugweite durch die zwei offenliegenden Karten gelegentlich arg beschrnkt ist besonders, wenn die beiden Karten gleich sind. Was aber bedenklich stimmt, ist die Wertung durch die Steuererhebung. Oft gelingt es durch ein gewisses Kartenglck einem Spieler, frh ein groes Gebiet zu besetzen. So lange kein anderer Spieler mehr Punkte bei einer Steuereintreibungsphase (s.o.: 3.) erhlt, wird der Grogrundbesitzer serienweise Steuererhebungen auslsen. Zwangslufig reit eine groe Lcke zwischen dem Fhrenden und dem Rest des Spielerfeldes. Eine solche Lcke zu schlieen, ist fast nur durch Zusammenarbeit der brigen Spieler, fr die Wertungen zu diesem Zeitpunkt keine echte Option sind, mglich. Das heit auch: In einer Zweierpartie ist eine groe Lcke zum Fhrenden fast gleichbedeutend mit der sicheren Niederlage. Aber auch in Mehrspielerpartien gestaltet sich das Spiel gegen einen Fhrenden diffizil. Um ihn einzubremsen, muss man genug Karten haben, um ihm seine groen, lukrativen Provinzen abzunehmen. Doch das entsprechende Kartenglck will sich nicht immer schnell genug einstellen, und selbst wenn wir eine Provinz klauen knnen, erhlt der Geschdigte noch so viele Karten an Tribut, dass er die Provinz postwendend zurckholen oder eine hnlich eintrgliche Provinz bernehmen kann. Und so reduziert sich der Punkteabstand oft nur schleppend. Einzige Alternative, einen Fhrenden kurzfristig effektiv zu treffen, ist das Ziehen von Alexandros quer durch dessen Provinz. So kann ein groes Gebiet in zwei Teile zerfallen, von denen einer zwangslufig sogar unbesetzt ist und bernommen werden kann. Ob solche Querzge jedoch mglich sind, hngt von der Lage der Gebiete ab denn meist ist das nahegelegenste freie Dreiecksfeld eher eines in den noch vllig grenzfreien Gebieten des Spielplans, und nicht im bereits von Grenzen bersten Bereich.

Doch trotz dieses deutlichen Malus macht Alexandros eine Menge Spa, vorausgesetzt, man zieht wenigstens mit drei Spielern zu Felde. Verantwortlich dafr ist eindeutig der erfrischend neue Spielmechanismus, der auf mich faszinierend, aber eben auch noch unausgereizt wirkt. Vielleicht geht Leo Colovini ja einen Weg wie von Clans zu den Brcken von Shangrila, und perfektioniert eine prima Grundidee in Form eines groen Spiels. Das Innovationspotential ist mit Alexandros sicher vorhanden. So ist das Spiel ein Rohdiamant ein Edelstein zweifelsohne, aber eben noch mit etwas zu vielen Ecken und Kanten.

Rezension Steffen Stroh

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

Regelvarianten

Regelvariante von Steffen Stroh:

Die folgende Variante im PDF-Format zum Ausdrucken soll Alexandros etwas abwechslungsreicher und gleichzeitig das Problem des "Monstergebietes" abdmpfen. Einfach ffnen, ausdrucken und das Material ausschneiden. Viel Spa beim Ausprobieren.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Alexandros: 3,1 3,1, 14 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Steffen Stroh
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Clemens Schollenberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Hans-Peter Stoll
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Kathrin Nos
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Markus Hofmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Michael Andersch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Tommy Braun
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Simone Wagner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner - Alexandros hinterlsst tatschlich gemischte Gefhle. Steffen trifftmit seiner Aussagen zum Malus dieses Spiels den Punktziemlich genau.Und dieser fhrte meinen Partien und der einiger Mitspieler stets dazu, dassman das Gefhl hatte, dem Kartenglck zu sehr ausgeliefert zu sein. Wenn man eine groe Flche nicht mehr Zerschneiden kann, ist der Frustfaktor einfach zu hoch. In einigen Partien entwickelten sich ebenfalls groe Abstnde zum Fhrenden, der im Verlauf des Spiels sogar ausgeglichen werden konnte. Aber dennoch hinterlieen unsere Partien einen unbefriedigenden Nachgeschmack.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Ralph Bruhn - Noch schlimmer als das Kartenglck finde ich die stndige Felderzhlerei in der zweiten Hlfte, ob sich denn das Eintreiben der Steuer lohnt oder ob man das Spiel beenden soll.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.03.05 von Bernd Eisenstein
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.05.05 von Ulrich Fonrobert - Ein meiner Meinung nach unterschtztes Spiel von Winning Moves, welches uns immer wieder Spa macht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.06.08 von Michael Kahrmann

Leserbewertungen

Leserwertung Alexandros: 3,9 3.9, 13 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von HENO - Abgesehen vom Farbfehler (schwarze Spielsteine), ist dieses Spiel sehr gelungen. Hoher rgerfaktor, gelungener Spielmechanismus und selbst fr zwei Personen sehr gut spielbar. Ein EVERYTIME-PLAYING-GAME!!!!!!!!!!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Randolph - Selten war ich von einem Spiel so enttuscht. Gutes usseres, aber hinter dem "neuen" Mechanismus kein wirklich gutes Spiel. Das ganze wirkt sehr konstruiert. Gewinner ist der bessere in den ersten paar Minuten. Schade! Die Winning Moves Reihe ist sonst wirklich sehr gelungen!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Karsten - Wirklich ein Spiel, bei dem man weinen knnte: So originell konzipiert, aber nicht zu Ende gedacht. Die Mngel wurden ja dargelegt, ich gebe dennoch noch 4 Punkte, wobei ich das Spiel zu zweit ausklammern mchte.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.08.04 von Sarah Kestering
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.02.05 von Carsten Pinnow - Leichtgngig und besser als sein Ruf.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.08.05 von Roland Sciarra - zu zweit hat es mir am besten gefallen, leider kann man einen fhrenden spieler fast nicht mehr einholen .
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.08.05 von Roland Sciarra - zu zweit hat es mir am besten gefallen, leider kann man einen fhrenden spieler fast nicht mehr einholen .
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.09.05 von Matthias Rwer
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.04.07 von Gabriele Petry
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.05.07 von BlueYeti - Gute Idee, doch irgendwie harkt es immer und klappt nicht so gut und flssig.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.11.07 von Tim - Ich hoffe sehr, da sich Leo Colovini noch mal ransetzt und die Designfehler glttet. Man mu am Anfang extrem destruktiv spielen, sonst ergibt sich oft ein Fhrungsvorteil, der nicht mehr ausgeglichen werden kann.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.02.11 von RS
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.01.13 von Steffen Hilger - "Alexandros" hat uns gut gefallen. Alle Partien verliefen strategisch anders. Mal gab es Kleinstaaterei, dann entstanden Riesenprovinzen, was jeweils eine andere Spielweise erforderte. Von Partie zu Partie erschlossen sich uns immer mehr Kniffe und Feinheiten. So muss es sein! Die teilweise geuerten Bemerkungen bezglich eines zu hohen Glcksfaktors beim Nachziehen der Karten kann ich nicht besttigen. Was aber wirklich Sand ins Spiel-Getriebe streut, ist das stndig erforderliche und umstndliche Auszhlen der Provinzgren. Insgesamt kann ich das Spiel sehr empfehlen.

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