Rezension/Kritik - Online seit 28.02.2019. Dieser Artikel wurde 1863 mal aufgerufen.

Reef

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Autor: Emerson Matsuuchi
Verlag: Pegasus Spiele
Next Move Games
Rezension: Franky Bayer
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 - 45 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2018
Bewertung: 4,3 4,3 H@LL9000
3,9 3,9 Leser
Ranking: Platz 3157
Download: Kurzspielregel [PDF]
Reef

Spielziel

Das Great Barrier Reef - hier offenbart sich die Schönheit der Ozeane. Wir tauchen ein in eine wundersame Farbenpracht unter dem Meer. Die Korallenriffe bieten unserem erstaunten Blick eine faszinierende Vielfalt an Farben und Formen. Ein solch beeindruckendes Spektrum an satten, bunten Farben findet man in der Natur sonst nur in blühenden Blumenwiesen oder in herbstlichen Wäldern. Ob wir es bei einem Versuch, unser eigenes Korallenriff zu erschaffen, mit der Schöpfung aufnehmen können?

Ablauf

Wir können's ja mal probieren, wenn auch in stark reduziertem Maße. Jeder erhält sein eigenes kleines Riff, das 16 Korallen (in einem 4 x 4-Raster) Platz bietet. Die Korallen gibt es - der Einfachheit halber - auch nur in vier Farben: gelb, rot, grün und violett. Je eine platzieren wir in beliebiger Ausrichtung auf den vier zentralen Feldern unseres persönlichen Riffs. Allein schon aufgrund dieser Simplifizierung kann unser kläglicher Versuch, die Natur zu imitieren, von vornherein nur zum Scheitern verurteilt sein.

Wie bringen wir unser Riff nun zum Wachsen? Verantwortlich dafür sind Spielkarten, von denen wir anfangs 2 Stück vom gemischten Stapel auf die Hand bekommen. Anschließend bilden wir aus den obersten 3 Karten des Stapels eine offene Kartenauslage. Wenn wir an der Reihe sind, dürfen wir (A) entweder eine Karte aus der Auslage oder vom Stapel auf die Hand nehmen (bis zu einem Limit von 4 Handkarten). Oder (B) wir spielen eine Handkarte aus, um unser Korallenriff zu erweitern.

Die Karten sind zweigeteilt. Die obere Hälfte jeder Karte zeigt an, welche beiden Korallen wir unserem Riff hinzufügen können. Dabei dürfen wir die Korallen beliebig platzieren: auf freie Felder ebenso wie auf andere Korallen, selbst wenn diese ein andere Farbe aufweisen. Die einzige Einschränkung besteht darin, dass kein Korallenstapel aus mehr als 4 Korallen aufgebaut sein darf.

Auf der unteren Hälfte jeder Karte ist wiederum angegeben, welches Muster wir sofort werten dürfen. Zuerst prüfen wir, wie oft das Muster in unserem Korallenriff vorkommt. In allen Fällen ist dafür die Draufsicht ausschlaggebend. Für das Muster zählt stets bloß die jeweils oberste Koralle. Sind hingegen Zahlen in einem Muster abgebildet, ist sehr wohl auch die jeweilige Höhe der Korallenstapel relevant. Dann zählen für das Muster nur die jeweils obersten Korallen, welche sowohl die richtige Farbe als auch die richtige Höhe haben.

Kommt das Muster in unserem Riff überhaupt nicht vor, geschieht gar nichts, ansonsten erhalten wir die angegebenen Punkte in Form von entsprechenden Punktemarkern genau so oft, wie das Muster auftritt.

Das Spiel endet nach der Runde, in der der Vorrat mindestens einer Korallenfarbe komplett leer geworden ist. Im Anschluss dürfen wir noch unsere verbliebenen Handkarten werten. Allerdings erhalten wir für jedes Muster nur mehr den einfachen Punktewert, auch wenn das Muster in unserem Korallenriff mehrmals vorkommt. Konnten wir nun in unserem persönlichen Punktevorrat die meisten Punkte sammeln, haben wir gewonnen.

Fazit

Selbst wenn wir den Sieg davontragen konnten, bleibt das Resultat im Vergleich zum Vorbild der Natur weit, weit zurück. Aber wir treten ja nicht gegen den Schöpfer höchstpersönlich an, sondern lediglich gegen menschliche Kontrahenten, also Vertreter einer Gattung, die sich schon in der Vergangenheit als sehr fehleranfällig erwiesen hat.

Emerson Matsuushi, der Spieleautor, macht es uns auch hier nicht leicht, an die begehrten Siegpunkte zu gelangen. Das Ausspielen einer Karte erlaubt zwar, sowohl zwei Korallen zu setzen als auch das angegebene Muster zu werten. Aber leider stimmen die Farben der beiden Hälften überhaupt nicht überein, sieht man einmal von den (seltenen) Karten ab, auf denen für das Muster eine vierfarbige Jokerkoralle abgebildet ist. So darf man beispielweise mit einer Karte eine grüne und eine violette Koralle platzieren, erhält aber für diese Karte nur Punkte für jede Reihe bestehend aus 3 gelben Korallen.

Es ist daher nicht möglich, einfach auf den kurzfristigen Erfolg abzuzielen. Die Kunst besteht also darin, Karten geschickt miteinander zu kombinieren. Im Idealfall folgt man einem Rhythmus, bei dem man mit dem Ausspielen einer Karte die untere Hälfte wertet und mit den beiden Korallen der oberen Hälfte bereits die nächste(n) Wertung(en) vorbereitet. Natürlich muss dafür ebenfalls die Glücksgöttin Fortuna mitspielen (oder ist es in diesem Fall eher der Meeresgott Neptun?), um die passenden Karten zu bekommen.

Trotz des einfachen Spielablaufs steckt daher mehr in Reef, als es anfangs den Anschein hat. Es erfordert doch einiges an Planung - sowohl mittel- als auch längerfristig - und sogar ein wenig strategisches Denken, um gute Kombos zu finden und zu nutzen. Reef kommt diesbezüglich zwar nicht an Matsuushis Meisterwerk Century - Die Gewürzstraße heran, als Familienspiel ist es dennoch uneingeschränkt zu empfehlen.

Dazu trägt auch das attraktive Spielmaterial bei. Die Korallen aus Hartplastik sind schön gestaltet, liegen gut in der Hand und lassen sich stabil aufeinander stapeln. Zudem weist jede Farbe auch eine andere Form auf. Die Illustrationen sind sowohl hübsch anzusehen als auch funktionell. Die Spielregeln lassen ebenfalls keine Frage offen.

Abschließend möchte ich noch mal auf den Vergleich menschlichen Schaffens mit der Natur zurückkommen. Dass wir mit der schöpferischen Kraft der Evolution nicht mithalten können, dürfte schon klar geworden sein. Dafür sind wir viel, viel besser im Zerstören, im sinnlosen Kaputtmachen. Und wenn wir so weitermachen wie bisher, brauchen wir in ein paar Jahren für eine naturgetreue Neuauflage dieses Spiels aufgrund der Korallenbleiche bald nur mehr weiße Spielsteine, die sich dann bloß in ihrer Form unterscheiden müssen ...

Rezension Franky Bayer

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Reef: 4,3 4,3, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.01.19 von Franky Bayer - Kommt zwar meiner Meinung nach nicht an Century vom selben Autor heran, trotzdem vergebe ich eine (knappe) 5.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.10.18 von Roland Winner - Schönes Material, einfache Regeln. Man tüftelt auf seinem 4x4-Felder-Riff an seinen wachsenden Korallenstapeln herum, um diese möglichst gut anhand von Karten mit Mustervorgaben darauf werten zu können. Natürlich entbrennt auch ein Wettkampf um vorteilhafte Karten aus der offenen Auslage.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.11.18 von Michael Kahrmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.02.19 von Alexander Broglin - Tolles Taktik-Spiel. Einfache Regeln und lädt einem ein zu mehreren Partien
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.03.19 von Sandra Lemberger - Spiel mit sehr einfachen Regeln, das aber keineswegs banal ist.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.03.19 von Frank Lehmann - Man sammelt Farbsteine (Korallen), um damit Musterkarten zu erfüllen. Oftmals passen die aufgedeckten Karten nicht zu den gesammelten Steinen. Dann kann man nichts machen und fühlt sich gespielt. Ein Taktikspiel ohne jeglichen Reiz. Das nächste Mal ohne mich!

Leserbewertungen

Leserwertung Reef: 3,9 3.9, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.11.18 von Andreas Arnold - Bisher zu zweit und zu viert gespielt. In beiden Besetzungen sehr gut zu spielen. Sehr schönes Familienspiel, die Aufmachung und die tolle Haptik tragen natürlich auch Ihren Teil dazu bei. Klare Kaufempfehlung.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.01.19 von Peter Steinert - Ganz, ganz tolles Familienspiel! Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Gäbe es den Verlagsvorgänger "Azul" nicht, wäre dies hier mein Spiel des Jahres... Starke 5 mit Tendenz zur 6. Leider kaum Interaktion, und in meiner Ausgabe "klebten" die roten Korallensteine ganz fürchterlich. :-(
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.01.19 von xanar - Ein abstraktes Spiel ohne jegliche Interaktion - langweilig. Dazu ein Punkt Abwertung wegen Materialschwächen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.01.19 von Waiko - Als spekulative Tüftelei ganz unterhaltsam. Plätschert nett vor sich hin. Leider keine echte Interaktion. Wie schön wäre ein tatsächliches Wetteifern um die Karten gewesen. Mir gefallen die Plastikspielsteine jetzt mal nicht so sehr.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.02.19 von Christoph Kainrath - Reef kommt immer wieder einmal zwischendurch auf den Tisch. Einfache Regeln, trotzdem eine taktische Komponente und eine kurze Spieldauer. Wenn man seine Gegner etwas beobachtet kann man durchaus auch gemeinerweise Karten wegschnappen und so seine Mitspieler ärgern.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.03.19 von Störbot - Ein so überflüssiges Spiel ohne jeden Pfiff! Vor 20 Jahren wäre sowas sicherlich ganz nett gewesen, aber im Jahr 2018 erwate ich von einem Spiel mehr als nur stumpfes Nehmen und Anlegen von Korallensteinen. Dazu noch das völlig glücksabhängige Aufdecken von Karten, so dass man seinen Zug nie im voraus planen kann sondern immer sehen muss, was noch für einen übrigbleibt. Dann lieber Kniffel, wenn es ein Glücksspiel sein soll.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.03.19 von Daniel R.

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