Leserwertungen

Wir bieten den Besuchern unserer Seite die Möglichkeit, selbst die Spiele zu bewerten. Dies soll Spielefans und potenziellen Spielekäufern die Möglichkeit geben, sich ein umfassenderes Bild zu machen.

* Patchwork

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.08.24 von Meeplestilzchen - Patchwork ist in meinen Augen eines der besten 2-Personen-Spiele die es gibt und längst nicht so destruktiv zuspielen wie Babel oder langweilig wie Hengist. Zugegeben, thematisch betrachtet wäre es mit das Letzte welches ich uns kaufen würde, da musste schon der Name des Autors Überzeugungsarbeit leisten. Ich denke Patchwork ist neben Agricola und Bohnanza eines der Spiele, die man als seine größten Erfolge bezeichnen könnte (auch wenn es noch mehr richtig gute und bekannte Spiele gibt). Uwe Rosenberg assoziiert man heute vor allen Dingen mit den Mechanismen Workerplacement und Tileplacement - welches wir hier vorliegen haben. Genauer gesagt mit einem Puzzle - oder Tetrisprinzip. Mir gefallen in erster Linie der Reihenfolgemechanismus (es ist immer die hinten liegende Person dran) und die Beschaffung der Knöpfe, welche gewissermaßen als siegpunktbringende Währung zuverstehen ist. Aber, wie im klassischen Tetris übrig, kann man sich hier auch ganz schön verbauen, was dann zu unliebsamen Minuspunkten bei der Endabrechnungen führen kann - nämlich 2 Minuspunkte pro freiliegendem Feld.

* Planta Nubo

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.07.24 von Meeplestilzchen - Beim Rondellmechanismus denke ich an ode, beim Großteil an Uwe Rosenberg, aber Michael Keller suche ich tatsächlich etwas (ohne ihm zu Nahe treten zu wollen, dafür kenne ich nichts groß von ihm, man kann ja auch nicht alles kennen). Vielleicht die Kettenzüge? ich weiß es nicht... dafür, dass Uwe hier kaum Hand angelegt haben soll, spüre ich beim Spielen tatsächlich sehr viel von ihm und ich habe ausnahmslos jeden \"Großen Rosenberg\" mehrfach gespielt. Das Spiel hat viel negative Kritik einstecken müssen, ich verstehe auch warum, aber aus meiner Sicht ist es ein schöner Hirnzwirbler mit tollen Kettenreaktionen welche man immer möglichst optimal auslösen möchte. Dazu dieser originelle Aktionsauswahlmechanismus den ich so noch nicht gehen habe. Wie gestalte ich das Rondell, wie schaffe ich es, dass ich hierfür immer die Kosten bezahlen kann? Wie optimiere ich meine Blumenzucht und den Verkauf? Am besten kann ich das Spiel als einzelne Zahnräder beschreiben, die schön ineinander greifen und stimmig wirken. Für mich eines der Highlights aus dem letzten Jahrgang. Und das Thema? Nun... als (Hauptinteressengebiet) Expertenspieler suche ich Spiele nicht in erster Linie danach aus, weil es so schön aussieht oder wundervoll thematisch ist. In erster Linie interessieren mich die Mechanismen und hier orientiere ich mich mittlerweile sehr nach Autorin oder Autor. Wenn alles gut zusammen passt - umso besser, aber in erster Linie zählen für mich die Mechanismen und hier hat Planta Nubo mich voll überzeugt. Man hat versucht ein gut verzahntes Expertenspiel mit einem interessanten Thema zu erschaffen und dies ist, meiner Meinung nach, gut gelungen! Ja, ja... da spricht der Fanboy, aber es ist nun mal so.

* Schlafende Götter / Sleeping Gods

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.08.24 von Meeplestilzchen - Schlafende Götter ist in meinen Augen ein Meisterwerk. Wer ein kleinteiliges Regelmonster erwartet, wird hier enttäuscht. Wer sich fragt ob das trotzdem funktionieren kann wird sehr angenehm überrascht sein. Richtig, Schlafende Götter ist in der Tat kein Regelmonster, die Abläufe sind mit Spielerfahrung recht eingängig und logisch, lediglich beim Kampf muss man sich ein bisschen was merken - dafür ist er auch mit die interessanteste Mechanik im Spiel. Ansonsten erleben wir ein tolles Abenteuer, bei dem man im Rahmen der Spielregeln und des Materials alle Freiheiten hat Entscheidungen zutreffen und mit positiven oder negativen Konsequenzen klarkommen muss. Im Gegensatz zu etlichen anderen kooperativen Spielen können wir uns nach belieben absprechen und uns auf vielerlei Art, teilweise mit Kosten verbunden, gegenseitig unterstützen und gemeinsam planen. Schließlich sind wir auf einem Schiff in einer Inselwelt der Götter gefangen, Eigenbrötler erschweren daher eher das Leben an Bord. Das Spielerlebnis an sich fühlt sich sehr realistisch an. Wir befahren mit unserem Schiff die Gewässer auf dem Atlas (Ringbuch), erkunden dort die Inseln und andere Möglichkeiten, erleben zahllose Abenteuer, stellen uns allen möglichen Gefahren wie Stürmen und anderen Widrigkeiten, erfüllen Missionen, regenerieren uns und unser Schiff am Hafen, rüsten uns aus, verbessern und entwickeln uns (auf unkomplizierte Weise) und stärken uns in der Kombüse. Alles in allem ist es ein echt rundes und sehr gut gelungenes Spiel. Ich kenne zwar nicht viele Abenteuerspiele, aber ich fürchte dass die Messlatte nun extrem hoch ist.

* Scythe

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.07.24 von Meeplestilzchen - Es gibt nicht viele Spiele, denen ich nahezu überall die Höchstnote gebe und das gerne ohne knauserig zu sein. Der Wertungsbereich der Interaktion hat es nicht ganz geschafft, da man sich dann doch teilweise aus dem Weg gehen kann und nicht unbedingt immerwährend zur Interaktion gezwungen ist. Scythe schafft es leider nicht ganz in meine persönliche Top 5, dafür spielen wir es leider, leider viel zu selten, da meine Frau kein großer Fan davon ist und unser Sohn (10) gerade erst reinzuwachsen beginnt. Dennoch ist es für mich das beste Spiel aus dem Hause Stegmaier und mit das Beste welches Feuerland in und für den deutschsprachigen Raum zu bieten hat (und die haben sich mittlerweile sehr breit mit erstklassigen Spielen aufgestellt - chapeau!). Allein schon die Grafik holt mich total ab... ich stehe sehr auf die japanischen Anmine-Filme wie "Das wandelnde Schloss", "Das Schloss im Himmel", "Prinzessin Mononoke" (nein, ich werde nicht erwachsen, vergesst es!) usw. und ich finde genau da fügt es sich insgesamt von der Gestaltung und Ausstattung ein, besonders gut wird das nochmal mit der Erweiterung Kolosse der Lüfte unterstrichen (auch wenn das Setting sich tatsächlich in einem alternativen Europa in den ersten Jahren nach 1900 bewegt)! Die Grafik passt wunderbar in die angespannte Lage welche sich irgendwann am Spieletisch entwickelt, es kann jederzeit zu Konflikten um wichtige Spots kommen. Spielerisch ist das natürlich ebenfalls hohe Kunst, man interagiert mit sämtlichen Rohstoffen auf dem Spielplan, bewegt sich durch Tunnelsysteme, hat es mit den Vor - und Nachteilen der Landschaften zutun, individuelle Fähigkeiten runden alles ab und dann haben wir natürlich noch diese genialen Spielertableaus, welche allesamt ähnlich, aber dennoch individuell sind (ich würde das aus heutiger Sicht ein bisschen mit Age of Innovation vergleichen, hier stellt man seinen persönlichen Bereich auch individuell zusammen - wenn es auch ausgewogener wirkt als bei Scythe). Der Clou ist, man entfernt nicht einfach was von seinem Tableau um sich einen Vorteil freizuschalten wie man es vergleichsweise bei Great Western Trail tut, man verschiebt die Spielsteine von oben nach unten. Sprich oben schalten wir uns stärkere Effekte frei und unten reduzieren wir die Kosten, wir können aber auch Gebäude auf dem Spielplan platzieren, die uns sowohl dort als auch auf dem Tableau Vorteile verschaffen. Das Gute daran ist, dass wir nicht gespielt werden, sondern immer die Wahl haben. Der Glücksanteil bei dem Spiel ist dabei so gering, dass es kaum nennenswert ist bzw. keinen so großen Einfluss auf das Spielgeschehen hat, dass man einen hohen Glücksanteil monieren müsste: welche Wertungskarten werden gezogen (das wissen wir zu Beginn der Partie), welche Begegnungskarte ziehen wir, welche Karten liegen von der Fabrik aus, welche Stärkekarten bekommen wir auf die Hand - das eigentliche Spiel ist aber ein reines Denk - und Strategiespiel. Nach langem hin und her überlegen vergebe ich aber fairerweise dennoch nicht ganz die volle Punktzahl hierfür. Die Aktionsauswahl ist sehr einfach, aber genial: wir haben verschiedene Spalten mit einer oberen und einer unteren Aktion, welche wir von oben nach unten abhandeln. Dabei müssen wir in jedem Zug die Spalte wechseln. Trotz, dass es sich recht einschränkend liest, lassen sich auch so toll Kombinationen zusammenstellen. Und wieder ziehe ich einen Vergleich zum genialen Great Western Trail: Scythe hat kein schweres Regelwerk, ist aber so elegant designed und auf dem Punkt genau abgerundet, dass es allgemeinhin zu den besten Brettspielen zählt. Dazu noch ein kleiner Exkrus: Scythe stammt, wenn man mich fragt, aus dem besten Jahrgang der Brettspielszene. So viele Spiele aus dem Jahr 2016 haben die Brettspielszene nachhaltig erfolgreich geprägt wie kein Anderer: Scythe, Ein Fest für Odin, Great Western Trail, Terraforming Mars, Arkham Horror, Lorenzo il Magnifico, Star Wars: Rebellion, die Exit-Reihe u.m. Also, wann immer ich von einem starken Jahrgang höre, das ist die Messlatte!

* SETI: Search for Extraterrestrial Intelligence

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.01.25 von Meeplestilzchen - SETI... was soll man dazu sagen außer großartig? Trotz dessen, dass viele Karten im Spiel sind und zufällig auf die Hand kommen ist der Glückanteil dennoch sehr gering, da sie als Multiuse-Mechanismus mehrere Möglichkeiten begünstigen. Der Spielplan ist super thematisch aufgebaut und gestaltet und somit alles Andere als ein Blender, denn die Ringe um die Sonne herum lassen sich ständig thematisch drehen und simulieren die Umlaufbahn um die Sonne. Selbst die Sonne ist nicht einfach nur ein optisches Gimmick, sondern hält das Ganze nützlich zusammen. Die Aktionen an sich sind auch alle sehr thematisch und fügen sich wunderbar in das Ganze hinein. Ich persönlich sehe zwar keine Flut an Strategiemöglichkeiten, aber das ist für mich kein negativer Kritikpunkt. Durch die zufällige Kartenhand und der zufälligen Verteilung von Wertungsplättchen und Alienspezien ist das Spiel abwechslungsreich genug, da bedarf es keiner zig strategischen Optionen die allesamt entdeckt und getestet werden möchten. Nicht zu unterschätzen sind die blauen Technologien, welche mit der Scannen-Aktion eine richtig coole Symbiose bilden. SETI ist für mich DAS Highlight der vergangenen Herbstmesse in Essen (2024) und stellt sogar Black Forest etwas bei mir in den Schatten - zusammen mit Galileo Galilei haben wir echt klasse Erstlingswerke von Tomas Holek. Leider kam ich noch nicht in den Genuss Tea Garden, aber das Spiel ist bereits vorbestellt.

* The Vale of Eternity

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.07.24 von Meeplestilzchen - The Vale of Eternity ist wieder eines dieser Spiele, bei denen ich schwer beeindruckt bin, wieviel Spiel mit so wenig Material in so einer kleinen Box möglich ist. Analog zum großartigen Expertenspiel Revive ist es Enginebuilding pur - nur im kleineren Format und auf niedrigerem Niveau. Trotz eines Kartennachziehstapels (also hohem Zufallsanteil), lässt sich immer was cooles auf die Beine stellen. Der Bezahlmechanismus bringt dabei das gewisse etwas an Würze in\\\'s Spiel, da ich regulär nur 4 Münzen in meinem Vorrat haben darf, egal von welchem Wert und natürlich gibt es auch keinen Wechselkurs. Die Kartenauslage stört mich/uns bei dem Spiel aber eigentlich überhaupt nicht, es ist kein Problem eine Karte mal eben auf die Hand zunehmen und sich anzuschauen. Das Thema muss man mögen, uns gefällt es jedenfalls, gekrönt wird es von dem wunderschönen Eternity in der Mitte (welcher aber ein optionales Dekoelement ist)! Besonders ich habe eine Vorliebe für Mythen - und Sagengestalten, auch wenn ich den Kontrast zu historischen Spielen ebenso bevorzuge. Die Interkation hängt sehr von den Karten ab, die man ausspielt und ist, wenn, natürlich schädlich aber ohne wirklich bösartig zu sein. Für mich ist dieses Spiel eines der Highlights aus dem vergangenen Jahrgang aus dem Bereich der Kennerspiele - und natürlich auch generell, da es zeigt, dass ein gutes Spiel sich nicht über die Komplexität definiert.

* Twilight Imperium: Fourth Edition

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.10.24 von Meeplestilzchen - Twilight Imperium ist wie das gute Porzellan: es kommt zwar selten auf den Tisch, aber wenn handelt es sich immer um ein Fest. Trotz großer Schachtel mit viel Inhalt ist es kein Regelmonster, sondern sehr angenehm zum erlernen und zu erklären. Die Anzahl der Aktionen sind variabel und hängen, alles hängt davon wieviele Kommandomarker in der persönlichen Auslage liegen. Die Fähigkeiten sind unterschiedlich, aber auch nicht so heftig, dass es unausbalanciert wirkt. Oftmals ist es aber auch eine Frage was man zulässt. Trotz der langen Spieldauer ist es auch nie wirklich langweilig, wenn man nicht dran ist. Das Spielfeld ist in ständiger Bewegung. Schiffe werden hin und her bewegt, Blockaden werden errichtet, Handel (wenn angrenzend) wird betrieben, Abkommen werden geschlossen, Kriege werden ausgetragen und der zentrale Planet Mecatol Rex ist ein ständiges Objekt der Begierde. Es passiert eigentlich ständig was spannendes, weshalb es fatal wäre das Geschehen gelangweilt aus dem Auge zu verlieren. Ein spielerischer Höhepunkt ist der galaktische Rat, an dem (mit Einfluss) über Gesetzte und Verordnungen abgestimmt wird, was im Endeffekt bedeutet, dass Spielregeln verändert oder negiert werden und neu dazukommen. Die technologischen Aufwertungen sind vielfältig, aber unkompliziert und der Aktionsauswahlmechanismus zu Spielbeginn ist immer spannend. Alles in allem ist Twilight Imperium ein episches Erlebnis gepaart aus einer wunderschönen Tischpräsenz und spielerisch umfangreicher aber unkomplizierter Exzellenz.

* Tzolk´in: The Mayan Calendar

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.10.24 von Meeplestilzchen - Trotz dass das Spiel sehr komplex wirkt und den Anschein einer hohen Einstiegshürde macht, ist das Lernen und Spielen des Spiels was die Regeln betrifft recht zugänglich - so zumindest meine Erfahrungen mit Tzolk\\\\\'in. Die Hürde liegt eher darin eine Strategie zu finden, die sich durchsetzt und die Zahnräder für sich zu nutzen. Mais ist hier das höchste Gut, wir benötigen es permanent um unsere Aktionen zu bezahlen und unsere Arbeiter zu ernähren. Dies lässt sich aber durch den Bau bestimmter Gebäude mindern. Spannend dabei ist, dass wir nicht einfach passen und abwarten dürfen bis unsere Arbeiter an gewünschter Stelle sind. Wir müssen pro Zug mindestens einen Arbeiter, sei es von einem Zahnrad oder auf ein Zahnrad (wir dürfen aber auf die hiesige Aktion verzichten). Hinzu kommt eine Ressourcenverknappung. Das erfordert viel Vorausplanung und geschicktes Management der Arbeiter. Was man natürlich einmal verinnerlichen muss ist die Symbolsprache. Wie bei allen Spielern dieser Art spricht das Spiel mit einem, wenn man sie verstanden hat und kommt mit wenig nachschlagen aus.

* Woodcraft

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.09.24 von Meeplestilzchen - Bei Woodcraft gefällt mir der kreative Umgang mit den Würfeln. Wenn man es gespielt hat kommt es einem so logisch rüber, dass Würfel als Bäume Runde für Runde wachsen, dass man einen große Menge Holz in zwei kleinere Teile zersägen oder umgekehrt zusammenleimen kann und dennoch fühlt es sich sehr innovativ und neu an. Hinzu kommt ein interessanter und spannender Aktionsauswahlmechanismus in Form eines Rades, welches aus Plättchen besteht und variable Boni bietet - klasse! Doch leider ist die komplexe Funktionalität nicht nur cool, sondern manchmal auch etwas spielflusshemmend. Dazu die schön illustrierten Holzkunstwerke auf den Karten, die das Spiel stimmungsvoll abrunden und das Einstellen von Arbeitskräften mit Spezialeffekten - sehr thematisch. Auch interessant ist das Dachgeschoss, bei dem der Einsatz verschiedener Werkzeuge mehr und mehr Boni auslösen. In Summe ein in sich stimmiger Hirnzwirbler aus dem Hause Delicous Games von Vladimír Suchý, von dem es die letzten Jahre kein wirklich schlechtes Spiel gab.

* 3 Chapters

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.05.25 von Meeplestilzchen - 3 Chapters ist mit mein Lieblingsspielskartenspiel aus dem Jahrgang, dennoch reicht es leider nicht für die Höchstnote, weil es in der Stichphase (Chapter II) schwierig ist, die Karteneffekte effektiv auszuspielen. Eine Option ist es möglichst spät an die Reihe zu kommen, aber wie oft lohnt sich das? Schließlich bringt ein Sieg im Stich 2 Punkte. Es ist daher sehr schwierig mit einer Strategie in Chapter II zu gehen, da ist das Spielverhalten eher taktisch geprägt. Weil ich es dennoch wirklich sehr gerne mag, male ich auf der vier noch einen fünften Punkt dazu.

* Artischocken

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.05.25 von Meeplestilzchen - Artischocken ist ein schönes, kleines Deckbauspiel welches man gut dazu nutzen kann um ein grundsätzliches Verständnis dafür zu entwickeln (zugänglicher als Dominion). Es ist kein Dauerbrenner für Vielspieler, aber trotzdem nicht beliebig. Die Texte können anfangs spielflusshemmend sein, aber mit der Anzahl an Partien gehen sie wie Symbolsprache irgendwann in Fleisch und Blut über. Wer ein gutes, lockeres Kartenspiel sucht welches sich nicht wie Zeitvertreib anfühlt ist hier bestens aufgehoben.

* Auf den Wegen von Darwin

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.25 von Meeplestilzchen - Die Benotung fällt mir schwer, da es sich unter den einfacheren Spielen zu einem meiner Lieblingsspiele gemausert hat, ich es aber nicht übermäßig hypen möchte (auch wenn ich es durchaus könnte...). Aber dennoch, es passt so vieles und ist in sich total stimmig. Es ist kein übermäßiger Vielspielerkracher (zugegeben, man hat relativ schnell alles gesehen und spielt sich dementsprechend nach 10 - 15 Partien relativ schnell aus) mit austauschbaren Thema, aber die grafische Gestaltung welche einfach wunderschön ist, das Material in passender Stärke, die kleinen aber feinen Entscheidungsmöglichkeiten und die verschiedenen Siegpunktquellen machen es zu einem wirklich runden Familienspiel mit vielen Optionen, ohne kompliziert zu sein. Nein, ich sage lieber Einsteigerspiel, ich finde der Begriff Familienspiel ist nicht mehr zeitgemäß. Dadurch, dass ich Plättchen auch überbauen kann, ist quasi immer etwas möglich. Beispielsweise kann ich ein (nach dem legen) wertloses Kompassplättchen mit einemüberbauen, welches mir Siegpunkte ermöglicht. Ich kann Gehilfen ausgeben um die HMS Beagle (der Auswahlmechanismus) vor oder zurück zu steuern oder die Auswahlreihe erneuern. Dennoch vergebe ich eine etwas geringere Note, da man keinen Einfluss darauf hat welche Plättchen in das Spiel kommen und wo sie im Endeffekt ausliegen. Ja, es ist wieder ein Legespiel mit Naturthema, aber dennoch was besonderes und eines der Besseren aus dem Jahrgang (besser als zum Beispiel Aqua, welches eine nette Cascadia-Variante ist). Es ist so einfach und doch so genial. Warum zum Donnerwetter hat es keinen 1-2-3-Würfel für einen Solomodus dabei?! Ich hoffe jedenfalls, dass es zum Spiel des Jahres gekürt wird (das war eines von 4 Spielen welche ich auf dem Zettel hatte - Auf den Wegen von Darwin, Drachenhüter, Mycelia, my Lil' Everdell), es wird ohnehin mal wieder Zeit, dass ein Legespiel mit Naturthema den Preis abräumt. / Update vom 01.04.2025: Im Spielreiz eine Note nach unten, da sich noch etwas besseres herauskristallisiert hat (es bleibt dennoch ein gutes Spiel).

* Beer & Bread

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.03.25 von Meeplestilzchen - Zur Aufmachung kann ich nur eines sagen: ein Werk von Michael Menzel, da bleibt mir als Fan seiner Kunst gar nichts anderes übrig, als die volle Punktzahl zu vergeben. Ich finde die Mechanik der \"Multi-Use-Cards\" echt klasse und das über diverse Spiele hinweg, das erfordert natürlich etwas Spielerfahrung um Herr darüber zu werden. Beer & Bread ist so ein herrliches Beispiel dafür, dass der Tisch nicht immer brechend voll sein muss, damit ein gutes Spiel dabei herum kommt (im Gegenteil, oft genug sind das leider Blender). Dadurch, dass die Karten in den ertragreichen Jahren hin und her gegeben werden, ist das Spiel natürlich schwer planbar, man ist gezwungen situativ zu handeln. Dann, in den trockenen Jahren, haben wir eine offene Auslage, bei der manchmal gute Karten liegen können - bei der wir aber auch aufpassen müssen unserem Gegenüber nichts überaus gutes vor die Nase zu setzen. Dieser Wechsel ist dahingehend sehr interessant gemacht, auch wenn man sehr dem Zufall ausgeliefert ist. Das wurde aber durch eben jenen genialen Mechanismus super gelöst, denn wir können die Karten auch nutzen um gewisse Vorteile auszuspielen. Zug um Zug steht man vor interessanten Entscheidungen, schließlich hat man immer drei Optionen aus denen man wählen kann. Mir gefällt das Spiel sehr. Generell hat Deep Print Games sich binnen weniger Spiele zu einem meiner Lieblingsverlage gemausert.

* Cabanga!

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.05.25 von Meeplestilzchen - Wir wissen gute Kartenspiele sehr zu schätzen und Cabanga ist sicherlich eines davon - dabei spreche ich von Kartenspielen im klassischen Sinne. Es macht irrsinnig Spaß zu taktieren wenn möglich und \"Cabanga\" zu rufen, wenn was in die Lücke passt. Mit echten Vielspieleransprüchen wird man hier enttäuscht, aber als lockeres Kartenspiel ist es wirklich gut. Das \"Thema\" ist natürlich voll austauschbar.

* Captain Flip

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.01.25 von Meeplestilzchen - Ich kann mich nur den Worten von Roland Winner anschließen. Bei der Nominierung zum \"Spiel des Jahres\" dachte ich mir \"Wunderbar! Erst zeichnen sie 2023 ein Familien- oder Partyspiel zum Kennerspiel des Jahres aus (Challengers) und verzerren die Kategorie und nun wird ein Kinderspiel zum Spiel des Jahres nominiert?\" Aber hier trügt der Schein. Lediglich die Illustration lässt den Eindruck, in Wahrheit verhält es sich so wie Roland Winner es beschrieben hat. Auch wenn es verglichen mit anderen Spielen (M.L.E.M.) eher belanglos wirkt und wenig Spiel bietet, macht es mir dennoch großen Spaß. Das liegt an der Spannung \"Was ziehe ich\" und \"Was passiert, wenn ich das Plättchen drehe? Was löst es darüber hinaus aus?\". Ich gebe es gerne zu: ohne den Wunsch unserer Sohnes (10) hätte ich das Spiel niemals gekauft, dann wäre mir/uns aber ein tolles Spielchen entgangen! Auch wenn ich noch andere Spiele auf der Nominierungsliste gesehen hätte (Drachenhüter und Mycelia) hat man dieses Jahr in beiden Kategorien aus meiner Sicht alles richtig gemacht.

* CATAN: Aufbruch der Menschheit

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.08.24 von Meeplestilzchen - Catan: Aufbruch der Menschheit ist gewissermaßen die Neuauflage von Catan: Abenteuer Menschheit. Spielerisch erinnert es, wie es bereits erwähnt wurde, an Catan: Sternenfahrer oder auch entfernt an die Erweiterungen Entdecker & Piraten oder an ein Modul aus Händler & Barbaren für das Grundspiel. Denn wir bewegen unsere Figur über die Kanten von Kreuzung zu Kreuzung hinweg, müssen unsere Schritte bezahlen (bei Sternenfahrer jedoch nicht) und können unsere Reichweite verbessern. Der Spielplan ist in Kontinentalbereiche aufgeteilt und beginnend in Afrika (Gründungsphase) bewegen wir unsere Entdecker über die Landmassen und müssen dabei Verbesserungen vornehmen um weiterzukommen oder siegpunktbringende Chips zu erkunden - aber Achtung: während unserer Entdeckungen verödet Afrika, Zahlenchips werden entfernt und der Kontinent wird somit unfruchtbar - das ist sogar eines meiner Lieblingsmechanismen in dem Spiel. Expandieren ist daher Pflicht, denn die Konkurrenz schläft nicht! Wer zuviel zulässt und zu spät expandiert und anderswo Siedlungen gründet wird zwangsläufig verlieren, das Spiel ist daher nicht \"broken\", es kommt wirklich drauf an \"Was lasse ich zu?\". Was im Endeffekt auch als persönlicher Tipp einhergeht: nicht zuviel zulassen/zuschauen, sonst entgehen einem wichtige Rohstoffe und sogar Siegpunkte! Catan: Aufbruch der Menschheit ist ein Wettrennen, die Sanduhr die dabei niederrieselt nennt sich Mitspieler. Wie bei allen eigenständigen Varianten ist und bleibt es im Kern Catan, man hat immer das Gefühl nach Hause zukommen, aber man hat drum herum immer wieder was Neues was jedes Spiel zu etwas besonderem macht!

* Catan: Sternenfahrer

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.08.24 von Meeplestilzchen - Catan: Sternenfahrer im neuen Gewand. Nun, so neu ist es gar nicht mehr, aber dennoch neuer als die Urversion (welche ich nicht kenne). Was ich an dieser Variante schonmal sehr schön finde ist, dass sie trotz des Sci-Fi-Themas nicht zu sehr abdriftet und dem Stile Catans treu bleibt. Mir gefällt der Aspekt der Erkundung sehr, daher spielen wir es grundsätzlich nur in der Entdeckervariante, zusammen mit der Mini-Erweiterung \"Kundschafter der Sterne\" (die gehört bei uns einfach mit dazu). Weniger begeistert war ich von der Erweiterung \"Neue Begegnungen\". Diese gefiel uns allen weniger, ich habe unser Exemplar bei der SPIEL\\\'23 gekauft und ich fand schon ein paar Barrieren die den Spielfluss erschwerten (von Kosmos bekam ich bis heute seit einem halben Jahr keine Antwort auf meine Rückfragen - schade!), aber wir nehmen die Weltraumamöben seitdem stets mit rein um dem Spiel mehr Würze zugeben und haben das Spiel für diese sogar mit farblich passenden Würfeln ausgestattet, da man gerne vergisst die beiden Würfel nacheinander zu würfeln, anstatt gemeinsam. Das Spiel ist ein permanentes Wettrennen und Wettrüsten (bezogen auf die Rakete): sei es um begehrte Ertragsfelder, einen Platz bei den Völkern oder beim Ausbau der Raketen um bei Begegnungskarten konkurrenzfähig zu sein. Die Summe macht es zu einem richtig guten Spiel, auch für zurückliegende Spieler hat man sich Gedanken gemacht um sie über Wasser zuhalten. Ich bin aber nicht ganz so begeistert wie über Catan: Aufstieg der Inka, weswegen ich hier streng sein muss und keine Höchstnote vergeben darf - verdient hätte Catan: Sternenfahrer sie aber! Bei der Aufmachung gibt es aber leider einen Punkt Abzug, da die Puzzleteile vom Spielplan leider schnell kaputt gehen. Wie bei allen eigenständigen Varianten ist und bleibt es im Kern Catan, man hat immer das Gefühl nach Hause zukommen, aber man hat drum herum immer wieder was Neues was jedes Spiel zu etwas besonderem macht!

* Civolution

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.03.25 von Meeplestilzchen - Ursprünglicher Beitrag vom 21.11.2024: Bei Civolution bin ich wirklich hin und her gerissen... im Grunde ist es ein Fest für Spielerinnen und Spieler, die gerne auf hohem Expertenniveau unterwegs sind (und das ist definitiv die Zielgruppe zu der ich mich auch zähle). Was aber meine persönliche Bewertung betrifft: es ist komplex um komplex zu sein, was natürlich vollkommen in Ordnung ist, es ist ja so beabsichtigt. Ich würde hier auch nicht sagen wollen "ich habe aber schon besseres gespielt" (kein Seitenhieb an den anderen Kommentar, es geht nur um meine Gedanken), da das Spiel mechanisch echt eine Wucht ist und viel Varianz bietet (dieses Urteil hat es meiner Meinung nach nicht verdient, auch wenn ich tendenziell eher dazu neige), aber wenn ich auf diesem Level spiele, dann ziehe ich doch eher die Werke von Vital Lacerda vor. Sie sind ebenfalls hoch komplex, in sich aber auch thematisch, optisch und haptisch sehr stimmig. Auch Voidfall wäre hier für mich noch eine bessere Alternative, wenn es etwas hochkomplexes, ein Spezialistenspiel, sein soll. Was aber nicht bedeutet, dass ich Civolution komplett ablehne, ich ziehe lediglich andere Spiel auf der Ebene vor. Update vom 18.03.2025: Mich stören ein bisschen die Würfel, auch wenn das Spiel in sich sehr logisch und stimmig ist. Man kann wie folgt überlegen: in einem normalen Workerplacer beeinflussen meine Mitspielenden welche Felder frei sind, hier hat jeder sein eigenes Aktionstableau und die Würfel bestimmen unsere Aktionsmöglichkeiten - mit dem Unterschied, dass diese, im Gegensatz zum Menschen, beeinflussbar sind. Alles in Allem würde ich aber sagen, dass ich mit meiner Sichtweise auf das Spiel mittlerweile versöhnt bin und Lust habe mehr zu entdecken. Insgesamt gibt es drei Notenanpassungen.

* Combo Up

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.05.25 von Meeplestilzchen - Gute Neuauflage von \"Krass kariert\", gibt mir spielerisch auch mehr wie \"Scout\" wenn man Vergleiche ziehen möchte. Combo Up würde ich somit jederzeit vorziehen.

* Die Abenteuer des Robin Hood

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.09.24 von Meeplestilzchen - Wir haben \"Die Abenteuer des Robin Hood\" zu Beginn dieses Jahres komplett abgeschlossen, das heißt: die Kampagne des Grundspiels, die 3-teilige Abenteuererweiterung und die \"Bruder Tuck in Gefahr\"-Erweiterung. Mein Fazit: Es ist ein sehr schönes, lockeres Spiel mit einem tollen Spielplan (auch wenn die Plättchen knifflig zu wenden sind ohne das Material zu zerstören) und einer übersichtlichen sowie unkomplizierten Verzahnung zu den Abenteuerbüchern, der Bewegungsmechanismus fühlte sich sehr innovativ an und auch die Regeln zum unentdeckt bleiben brachten ein zum Thema passendes Gefühl mit sich. Das \"Bagbuilding\" stellt einem immer wieder vor die Entscheidung \"mache ich lange Schritte um schnell zum Ziel zu kommen, oder bewege ich mich lieber kurz um den Beutel zu unseren Gunsten zu befüllen\". Alles in allem ist es im Regelfall kein Spiel für Leute, die hochkomplexe Abenteuerspiele spielen. Uns, als Vielspieler, hat es dennoch Spaß gemacht, es muss nicht immer ein komplexes Regelwerk mit zig Entscheidungsmöglichkeiten und hundert Abbiegungen sein. Es hat uns in Summe nicht so sehr begeistert wie \"Die Legenden von Andor\" (für mich das Meisterwerk von Michael Menzel), aber wir werden es sehr gerne nochmal mit erhöhter Schwierigkeit und dem \"Print and Play\"-Zubehör spielen. Eine klare Empfehlung gibt es von mir für Interessierte, die den ersten Schritt in diese Richtung unternehmen möchten.