Rezension/Kritik - Online seit 09.06.2003. Dieser Artikel wurde 16037 mal aufgerufen.

Capone

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Autor: Mark Caines
Illustration: Franz Vohwinkel
Verlag: AMIGO
Rezension: Steffen Stroh
Spieler: 3 - 6
Dauer: 60 - 90 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Jahr: 1994
Bewertung: 4,8 4,8 H@LL9000
4,7 4,7 Leser
Ranking: Platz 601
Download: Kurzspielregel [PDF]
Capone
Tags:Mafia
Auszeichnungen:1994, Deutscher Spielepreis 2. Platz

Spielziel

Amerika, 30er Jahre: Der berchtigte Gangsterboss Al Capone hat gerade erst, mehr oder wenig freiwillig, ins Gras gebissen, da tanzen die Ratten schon auf den Dchern: Bis zu 6 Familienclans rangeln sich um die mafise Vormachtstellung, und schrecken dabei vor keiner Hinterhltigkeit zurck. In den Geschften der Stadt tummeln sich dubiose Gestalten und ebenso im Hafenbecken, gut verschnrt und mit einem dicken Stein an den Fen...

Ablauf

Der Spielplan zeigt eine Reihe von Geschftszweigen, von denen die Grozahl als Geldquelle illegaler Machenschaften dient (z.B. Bank Bankraub), einige wenige legaler Natur sind, und noch weniger neutraler Dienstleistung dienen (z.B. Friseur). Jeder Spieler erhlt ein Ablagetableau, auf dem der achtkpfige Mafia-Clan abgebildet ist, sowie je einen Spielchip pro Familienmitglied und acht Bodyguards. Die Familienmitglieder sind von unterschiedlicher Wertigkeit: Der Don ist stolze 100.000$ wert, die Mama immerhin noch deren 60.000$, der missratene Sohn nur noch 20.000$, Bodyguards sind pauschal 5.000$ wert. Des weiteren erhlt jeder Spieler 5 Handkarten, die hauptschlich den illegalen Geschften des Spielplans zugeordnet sind es gibt dabei jedoch vier pro illegalem Geschft.

Reihum legt nun jeder Mitspieler eine Karte offen und besetzt das Geschftsfeld der ausgelegten Karte mit einer beliebigen Anzahl von Familienmitgliedern und Bodyguards. Einzige Ausnahme: Der Don duldet nur die Begleitung von Bodyguards, und auch die Mama nimmt maximal einen weiteren Familienspross mit auf krumme Touren. Solcherlei Geschftemacherei geht so lange einigermaen friedlich ab, bis ein Spieler ein bereits besetztes Geschftsfeld mit einer identischen Handkarte beansprucht dann muss dieser Spieler allerdings in der Summe einen (mind. 5000$) hheren Gegenwert in Clanmitgliedern aufbringen, um das Geschft an sich zu reien. Die unterlegene Sippschaft findet die betroffenen Familienmitglieder daraufhin im Hafenbecken wieder mit einem Beinkleid aus Granit, die Spielsteine sind damit gnzlich aus dem Spiel.

So gestaltet sich das Besetzen von Geschften stets riskant, einzige sichere Alternative sind Handkarten ber legale Geschfte. Um ein solches zu besetzen gengt ein Bodyguard, und es wird sofort ein Geldbetrag ausbezahlt, der sich am Punktestand des Spielers orientiert. Das Salz in der Suppe, oder in diesem Falle eher das Messer im Rcken, sind die Aktionskarten, die zwar nicht auergewhnlich zahlreich, aber umso effektiver sind. Da gibt es Karten zu den erwhnten Dienstleistungen einmal ausgespielt, darf ein gegnerisches Clanmitglied nach Wahl eine Spielrunde sinnlos beim Friseur verplempern. Das FBI buchtet ein Familienmitglied fr die aktive und 2 weitere Runden im Gefngnis ein (es sei denn, man kauft es fr seinen Gegenwert heraus). Gerne erpresst man von wohlhabenden Gegenspielern Schutzgeld (in Hhe einer beiliegenden Tabelle), bernimmt zwangsweise (und ohne Tote) per Geschftbernahme ein Feld des Gegners durch Familienmitglieder in gleichem Wert oder unterbreitet ein Angebot, das man nicht ablehnen kann und sorgt damit fr die Zwangsrumung eines illegalen Geschftsfeldes.

Am Ende der Spielrunde zhlt jeder Bodyguard und jedes Familienmitglied, das nicht im Hafenbecken oder im Gefngnis verschwunden ist, in Hhe seines aufgedruckten Wertes. Fr je 100.000 illegal verdiente Dollar darf auf der Punktezhlleiste ein Punkt nach vorne gerckt werden (das gewaschene Geld geht zurck an die Bank). Die Spielsteine der noch lebendigen Clanmitglieder werden zurckgenommen und erneut 5 Karten verteilt. Wer zuerst eine Million Dollar (Skala: 10) verdient hat, gewinnt.

Fazit

Capone ist ein richtig mafises Spiel bsartig, hinterhltig, rcksichtslos. Es lebt von der Schadenfreude, gegnerische Clanmitglieder im Hafenbecken zu versenken, und vom stndigen Pokern zwischen riskantem (und lukrativem) Besetzen eines Geschftsfeldes und der latenten Gefahr, doch noch von einem Gegenspieler gemeuchelt oder vertrieben zu werden. Wohl dem, der gleich zwei oder drei Karten des selben Geschftsfeldes bekommt hier sinkt das Risiko immens (aber auch hier sorgte trgerische Sicherheit in unserer Runde schon fr das Ableben eines halben Familienclans...). Zum Spielspa tragen die uert stimmungsvollen Handkarten und der dstere Spielplan krftig bei: Alles ist in einer sehr gelungenen Art von Retro-Comicstil gehalten. Lediglich die Spielsteine der Familienmitglieder sind teilweise schwer zu unterscheiden (rot/orange), die Aufkleber mit den Konterfeis nebst schlecht ablesbarem Zahlenwert verdecken die Farbflche zustzlich.

Das Spiel selbst spielt sich eingngig und flssig, die Regeln sind einfach aber nicht ohne Schwchen in der Spielbalance (s. dazu Variante). Doch trotz solcher Detailmngel ist Capone ein echter Klassiker. Es ist ein wahrhaft boshaftes Spiel, das man sicher nicht mit empfindlichen oder schnell frustrierten Mitspielern in Angriff nehmen sollte. Doch wer einen Hang zu schwarzem Humor hat, Spa an List und Tcke mitbringt und sich von (auch mal unglcklich frhzeitigen) Schicksalsschlgen durch in den Rcken fallende Mitspieler nicht ins Bockshorn jagen lsst darf sich dieses nervenaufreibende, rabenschwarze Vergngen einfach nicht entgehen lassen!

Rezension Steffen Stroh

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

Regelvarianten

  • Im Feedback zum Spiel wurde ber die Jahre die Wertigkeit der legalen Geschfte als zu hoch kritisiert. Das gilt unseres Erachtens allerdings eher fr groe Spielerunden (5-6 Spieler), in denen der Glcks- und Meuchelfaktor am hchsten ist. Dazu gibt es eine Variante unter: www.gamesweplay.de (s. dortige Rezension Capone).
  • Wer fr diese Variante nicht gengend Material besitzt, kann alternativ folgendes ausprobieren: Zum Besetzen eines legalen Geschftsfeldes muss nicht ein Bodyguard, sondern ein Familienmitglied (im Wert von mindestens 30.000$) eingesetzt werden, das selbstverstndlich in dieser Runde fr andere Verwendungszwecke ausfllt, und dessen aufgedruckter Wert auch NICHT in der Endabrechnung dieser Runde mitgezhlt wird.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Capone: 4,8 4,8, 15 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Steffen Stroh
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Gerd Stocker
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Michael Andersch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Oliver Grimm
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Tommy Braun
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Thomas Wolter
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.06.05 von Uta Weinkauf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.10.06 von Udo Kalker - Man hat das Gefhl nicht wirklich was beeinflussen zu knnen. Das Kartenglck entscheidet zu oft ber vermeintlich lukrative Setzmglichkeiten. Der Wert der Holzmarker ist oft schlecht zu erkennen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.06.09 von Michael Kahrmann

Leserbewertungen

Leserwertung Capone: 4,7 4.7, 13 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Karacan - Das Problem mit Capone ist, das es kaum Wiederspielwert hat. Hat man es fnf, sechsmal gespielt, weiss man, das derjenige gewinnt, der ab der dritten oder vierten Runde nur in Legale Geschfte setzt... die von Kartenglck abhngen. Schade, aus der Spielidee htte man noch deutlich mehr rausholen knnen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Sandra Lemberger - Meine Noten gelten fr das Spiel zu viert. Zu fnft oder sechst spiele ich es nicht sehr gerne, weil es sich dann eher zieht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Georg Schnippering - Dieses Spiel ist meiner Meinung nach stark von den Teilnehmern der Spielrunden abhngig, es ist gemein und rcksichtslos! Aber genau das mag ich daran, einmal so richtig rcksichtslos sein...halt das was im Alltag nicht geht, im Spiel mal ausleben. Und dazu ist die Umsetzung des Themas stimmig und schlssig. Einziger Kritikpunkt ist die etwas unausgewogene Balance der legalen Geschfte...aber im realen Leben ist das auch so.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Dietmar Stadler - Capone ist bei uns das Familienspiel Nr. 1 - keines wurde da fters gespielt... Die Problematik mit den legalen Geschften ergibt sich in unseren Partien eigentlich nicht, da wenn ein Spieler nur in solche Geschfte investiert, er mich daher nicht aus einem illegalen Geschft vertreiben kann und ich somit mehr einnehmen kann als er...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.12.04 von Sarah Kestering
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.07.05 von Frank-Philipp Wolfer - Ein schnes Ich-rger-Dich-Spiel. Nichts fr Leichtbeleidigte !
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.05.06 von Michael Maro Walter - Eines meiner Lieblingsspiele, da das Thema hervorragend umgesetzt ist. Man kann in das Mafia-Milieu eintauchen und seine Gemeinheiten mit locker-sarkastischen Sprchen aus alten Krimis garnieren. Erhht den Spielgenuss ungemein - bei den richtigen Mitspielern, die einem nichts schuldig bleiben.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.07.06 von Frank Schaubrenner - Wenn ich nur wte warum ich dieses FLOTTE Spiel immer wieder gerne Spiele wrde ich es auch hier erwhnen *g*, so muss ich schreiben, es macht in der richtigen Runde einfach richtigen Spass :-)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.03.08 von Michael Kahrmann - Tolles rgerspiel!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.03.08 von Maik Bretschneider - Lsst man ab der zweiten Runde einen Groteil der legalen (also weien) Geschftskarten aus dem Spiel, verringert sich der Glcksanteil erheblich. Guter Spielfluss und thematisch gesehen eines der Besten im Bereich der "rger-Spiele".
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.12.09 von Gerd Soba - Dieses Spiel kann man eigentlich nur genieen, wenn man vorher den Verstand abschaltet. Sorry, Leute, da habe ich ein Problem mit.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.01.13 von Stefan - Sehr schnes Spiel, das bei uns trotz des sehr hohen rgerfaktors mit Chance zur Schadenfreude und Revance immer wieder auf den Spieltisch kommt. Spielt sich flott und abwechslungsreich. Einfache Regeln.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.02.15 von Gender - Bringt die Stimmung gut rber. Immer wieder gerne, auch wenn es sehr glckslastig mit den Karten ist. Ein schnes rgerspiel

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