Rezension/Kritik - Online seit 06.08.2017. Dieser Artikel wurde 4688 mal aufgerufen.

Crazy Race

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Autor: Alessandro Zucchini
Verlag: Ravensburger Spieleverlag GmbH
Rezension: Franky Bayer
Spieler: 2 - 5
Dauer: 30 - 60 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2017
Bewertung: 4,1 4,1 H@LL9000
4,5 4,5 Leser
Ranking: Platz 1444
Download: Kurzspielregel
Crazy Race

Spielziel

Crazy Race? "Verrücktes Rennen" kann eigentlich nur ein Hilfsausdruck, eine starke Untertreibung dafür sein, wenn sich nächtens ein paar Löwen im Zoo die Wagen der Zoowärter schnappen, um sich von anderen Tieren für ein irres Wettrennen quer durch den Tiergarten ziehen zu lassen.

Ablauf

Der Parcours führt über ungefähr 50 Felder in einer großen Schleife um und durch den Tierpark. Die Felder kommen in fünf verschiedenen Farben vor: Cremefarben, Türkisfarben, Grau, Braun und Grün. Palmen markieren das Ende jeder der vier Etappen und das Ziel des Rennens.

Jeder Spieler erhält eine Spielfigur (den Rennwagen), welche er auf eins der Startfelder stellt, sowie ein Gespann, bestehend aus einer Wagenkarte in derselben Farbe wie die Figur und einer Tierkarte. Für die erste Etappe ist dies für alle Spieler ein Esel. Der Wert auf der Tierkarte stellt das Limit dar, welches möglichst nie mit einem Würfelwurf übertroffen werden sollte.

Wer an der Reihe ist, entscheidet zuerst, wie weit er diese Runde ziehen möchte. Für jedes Feld, welches er dabei befahren müsste, nimmt er sich einen farblich passenden Würfel, und würfelt dann alle gewählten Würfel auf einmal. Ist die gewürfelte Augensumme kleiner oder gleich dem Limit seiner Tierkarte, hat er es geschafft und bewegt seinen Rennwagen die anfangs gewünschte Anzahl an Feldern vor. Ist die Augensumme allerdings höher, hat er's verpatzt. Zum Trost darf er seinen Wagen um ein Feld vorrücken.

Zieht ein Rennwagen über ein Etappenziel hinaus, wird die laufende Runde noch zu Ende gespielt. Danach muss sich jeder Spieler, beginnend mit dem Letztplatzierten, aus einer offenen Auslage ein neues Tier für die nächste Etappe aussuchen. Er entfernt das alte Zugtier und spannt das neue Tier, welches zumeist ein anderes Limit und/oder eine spezielle Fähigkeit aufweist, vor seine Wagenkarte.

Sobald ein Rennwagen die Ziellinie überquert hat, wird die Runde noch beendet, sodass alle Spieler gleich oft dran waren. Nun erhalten die Spieler noch die Bonusfelder, die auf ihren in diesem Rennen eingesetzten Tierkarten angegeben sind. Wer danach mit seiner Rennwagen-Figur am weitesten vorgerückt ist, gewinnt das Wettrennen und darf sich fortan "König der Löwen" nennen. Oder so.

Fazit

Crazy Race ist - wie unschwer aus obiger Beschreibung herauszulesen ist - ein Würfelzockerspiel, bei dem es gilt, die Risiken und Nebenwirkungen Chancen der gewünschten Zugweite genau abzuwägen. Je mehr Felder man zu ziehen beabsichtigt, umso größer natürlich die Gefahr, das Limit seiner aktuellen Tierkarte zu überschreiten.

Das Ganze wäre aber ziemlich witz- und ideenlos und demzufolge auch relativ uninteressant, gälte für jedes Feld ein ganz normaler Sechsseiter. Die Würfel unterscheiden sich jedoch sehr stark. Für jede Würfelfarbe gilt eine andere Verteilung der Würfelaugen auf seinen sechs Seiten. So finden sich etwa auf den cremefarbenen Würfeln bloß je zwei Mal die Werte 0, 1 und 2, während auf den braunen Würfeln - als Extrembeispiel - die Würfelzahlen 0, 1, 2, 4, 5 und 6 abgebildet sind.

Auf den Wagenkarten ist die genaue Verteilung schön übersichtlich angegeben, dazu noch rechts neben jeder Würfelfarbe der Durchschnittswert, der von 1 (cremefarben) bis 3 (braun) reicht. Je nachdem, welche Farben sich momentan vor der eigenen Figur befinden, ist mal eine größere, ein andermal nur eine geringe Zugweite möglich. Sich rein auf die Durchschnittswerte zu verlassen, ist allerdings trügerisch, denn vor allem bei den braunen und grauen Würfeln ist die Schwankungsbreite recht groß, was einen hohen Unsicherheitsfaktor darstellt. Es macht halt doch einen Riesenunterschied, ob man mit einem braunen Würfel eine "0" oder eine "6" würfelt!

Ein weiterer wichtiger Faktor, den es zu berücksichtigen gilt, sind die Tierkarten. Allein schon die Esel, mit denen die Spieler an den Start gehen, variieren im Limitwert. Der Nachteil eines geringeren und damit ungünstigeren Limits wird hierbei mit einer besseren Startposition ausgeglichen. Bei den anderen Tierkarten - es finden sich 23 verschiedene in der Schachtel! - reichen die Limits von "4" (der schwerfällige Elefant) bis hin zu "12" (der schnelle Gepard), was sich natürlich gravierend auf die Wahl der gewünschten Zugweite auswirkt.

Außerdem können die anderen Tiere noch spezielle Fähigkeiten aufweisen. Ich möchte hier nur ein paar Beispiele nennen: Beim "Schimpansen" (Limit 6) zählt jeder türkisfarbene Würfel maximal 1, beim "Zebra" (Limit 9) darf man einen beliebigen Würfel neu würfeln, und der "Wasserbüffel" (Limit 7) ignoriert besetzte Felder.

Die enorme Bandbreite der Limits mag auf den ersten Blick unausgeglichen, sogar unfair wirken. Relativiert wird dies jedoch durch die angegebenen Bonuspunkte, die man seinen Wagen nach Passieren der Ziellinie noch zusätzlich vorwärts bewegen darf. Dies kommt fast schon einem Geniestreich gleich, der dafür sorgt, dass die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt. Besonders wenn man dem Rat der Spielregel folgt und die Tierkarten einzeln reihum aufdeckt, um die Bonusfelder zu ziehen. In unseren Partien gab es da so manche faustdicke Überraschung, denn auch hoffnungslos abgeschlagene Wagen konnten manchmal trotzdem noch um den Sieg mitkämpfen oder gar gewinnen.

Alles zusammen - ein Parcours aus farbigen Feldern, Farbwürfel mit unterschiedlichen Würfelseiten und verschiedene Tiere - ergibt ein reizvolles, spannendes Zockerspiel. Und wie das halt so ist mit Würfelspielen, spielt das Glück eine gewichtige Rolle. Taktieren ist nur zu einem gewissen Maß möglich, etwa bei der Wahl eines neuen Zugtiers, bei der man sich nach den Feldern der bevorstehenden Etappe richtet. Ansonsten ist es ein locker-flockiges fetziges Spiel mit nicht allzu viel Tiefgang, was auch sehr gut zur angenehm kurzen Spieldauer (30 bis höchstens 60 Minuten) passt.

Lobend erwähnen möchte ich noch das schöne, gelungene Material. 13 doppelseitige Spielfeldbögen können in die Aussparungen und an den Rand des Spielplans platziert werden. Dies ermöglicht einen variablen Aufbau des Parcours, wodurch sich die Strecke mit jeder Partie anders präsentiert. Wagen- und Tierkarten werden puzzleartig aneinander gekoppelt. Besonders gut gefällt mir, dass die Würfel sich nicht nur in den Farben unterscheiden, sondern auch in ihrer Größe, weshalb man auf den ersten Blick erkennt, welche Würfel niedrigere und welche Würfel höhere Augenzahlen aufweisen können.

So macht Würfelzocken richtig Spaß. Crazy Race weiß sowohl in unseren Familienspielrunden als auch an den Spieleabenden meines Spieleklubs zu gefallen, wo es vor allem gerne als Absacker zum Einsatz kommt.

Rezension Franky Bayer

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Crazy Race: 4,1 4,1, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.03.17 von Franky Bayer - Flottes Würfelzockerspiel mit originellem Zugmechanismus. Weil es bis zum Schluss spannend bleibt, vergebe ich gerne die 5.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.02.17 von Udo Kalker - Nettes seichtes Familienspiel für zwischendurch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.02.17 von Michael Andersch - Sehr gut: Der variable Plan und der Würfelmechanismus. Weniger nett: Es hätte auch eine Etappe weniger sein dürfen. Und Interaktion gibt es quasi nicht. Insgesamt: Nett.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.03.17 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.04.17 von Regina Molter - Ein schönes Würfelrennspiel!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.07.17 von Michael Kahrmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.07.17 von Frank Solnitzky - Die unterschiedlichen Zugtiere sind grafisch schön gestaltet. Ein Rennfeeling kommt leider zu keiner Zeit auf. Die Spannungskurve des Rennens ist zu flach und der Spielzug eintönig.

Leserbewertungen

Leserwertung Crazy Race: 4,5 4.5, 11 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.02.17 von Axel F. - Schnelles Rennspiel für Familien, das in Vollbesetzung am meisten Spaß macht. Schöne Idee sind die Tiere, die man an seinen Wagen spannt und auch noch Spezialfähigkeiten haben.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.02.17 von Hardy Krüger - Schönes Familienspiel, welches auch Entscheidungen "erzwingt". Die Interaktion ergibt sich aus der Fähigkeit der Mitspieler, die gegnerischen Entscheidungen mitzutragen ;-)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.02.17 von Gemeindebücherei Grassau - Ein packendes Familienspiel mit hohem Wiederspielreiz. Die zahlreichen Tierfähigkeiten und der variable Aufbau reizen zu verschiedenen Taktiken, die trotz Würfelglück einen spannenden Spielablauf bieten.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.04.17 von Hans Huehnchen - Seicht, aber spaßig. Die Bonuspunkte für das Spielende auf einigen Plättchen kommen mir sehr mächtig vor.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.04.17 von Waiko - Die Boniplättchen hebeln leider das sehr unterhaltsame und originelle Würfelglücksspiel am Ende zu stark aus. Schade.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.04.17 von Oliver Müller - Nettes Spielchen, das mit toller Aufmachung zu animieren weiß. Ist halt ein Rennspiel mit Würfeln, aber der Zugmechanismus hat was - zumindest für Familien- und Gelegenheitsspieler. Und auch Hardcore-Strategen können hier in der richtigen Runde mal locker weg von der Seele mitspielen. Meinen Kindern macht es Spaß - und dafür ist das Spiel letztlich auch gedacht. Deshalb: Empfehlung !
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.04.17 von Marco Stutzke - Nettes Rennspiel ..... Immer ein wenig anders, super Aufmachung, darf bleiben :-)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.04.17 von Matty - Bewertung nach 2 Partien mit je 3 und 4 Erwachsenen: Würde ich jederzeit wieder mitspielen, kaufen aber nicht. Warum? Grundsätzlich ein hübsch aufgemachtes Spiel mit hohem Aufforderungs-Charakter, das gut erklärt werden kann und ebenso gut unterhält. Was bei uns aber nicht so gut ankam: Schlägt das Würfelpech 2- oder 3-mal heftig zu, ist man meistens raus, wirklich aufholen geht fast nicht, nennenswerte Interaktion gibt es ebensowenig, und kaum gewöhnt man sich an ein Zugtier, hat man es auch schon wieder los. Für die junge Zielgruppe mag auch eine 5 drin sein. Ob der Spielreiz hier auf Dauer anhält, kann ich nicht beurteilen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.04.17 von Spielbär - Ein tolles, kurzweiliges Familienspiel mit einem wunderschönen Würfelmotor, dass bei uns schon oft auf dem Tisch gelandet ist. Gerne wieder.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.05.17 von Daniel Noé - Ein herrliches Zockerrennspiel, mit einigen interessanten Elementen. Variation durch den modularen Spielplan ist zwar vorhanden, aber das Vorder- und Rückseite der Plättchen, dieselben Farben nur in anderer Reihenfolge haben ist schade, so ist das "gezielte" Bauen einer zB schwierigereren Strecke nicht möglich. Somit bleibt eine familienfreundliche Gaudi. Selten ein Spiel erlebt, wo mich Mitspieler so gern bereaten - "Och nimm ruhig noch nen Würfel oder zwei..." Knappe 4 Punkte
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.08.17 von Fred Lehner - Ein sehr tolles Wettrennspiel, das auch Wenigspielern schnell kapieren. Ich mag das Zockerelement, das Aussuchen welchen Charakter ich als nächsten nehme. Die Charakteren sind sowieso sehr gut gelungen. Was mich von der Höchstwertung abhält: Die Charaktere geben bei Spielende noch Felder. Das ist ansich gut, denn wer als Erster durchs Ziel kommt, hat noch nicht sicher gewonnen. Aber aus meiner Sicht wurde da etwas übertrieben, so kann einer durchaus 15 Felder Bonus erhalten und vom letzten Platz aus sogar noch gewinnen. Ich finde das übertrieben. Das ist jetzt nicht unbedingt eine Siegstrategie sich zurückfallen zu lassen, aber sie ist stark und paßt nicht zu einem Wettrennen. Ich denke aber, dass dieses Problem bei Wenigspieler nicht auftaucht.

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