Rezension/Kritik - Online seit 09.08.2021. Dieser Artikel wurde 5063 mal aufgerufen.

Nidavellir

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Autor: Serge Laget
Illustration: Jean-Marie Minguez
Verlag: Pegasus Spiele
GRRRE Games
Rezension: Michael Timpe
Spieler: 2 - 5
Dauer: 30 - 60 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2020
Bewertung: 5,2 5,2 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 374
Download: Kurzspielregel [PDF]
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Nidavellir

Spielziel

Wenn Zwerge sich in Tavernen sammeln, dann weiß der brave Spieler: Es geht entweder um Schätze, Dungeons oder um Bier. Schön, dass hier mal alles anders ist. Hier geht es um … Zwerge - und Helden. Also Heldenzwerge. Politisch korrekt: Zwergenhelden und Zwergenheldinnen. Aber egal, man kann das Spiel auch einfach als Kartenspiel betrachten, denn darum geht es: Karten und Kartinnen.

Ablauf

Nidavellir ist ein relativ einfaches Sammelspiel. Die Spieler sammeln Heldinnenkarten in fünf verschiedenen Farben. Am Ende zählt dann jede Farbe auf unterschiedliche Art Punkte, entweder nach Anzahl Karten, Punktwert der Karten oder eine Kombination aus beidem. Das hört sich jetzt zugegebenermaßen noch nicht besonders spannend an, aber natürlich ist das noch nicht alles. Vor allem geht es noch um die Frage: Wie komme ich an die Karten?

Dazu gibt es zunächst mal eine Auslage von drei Tavernen, in jeder Taverne sitzen jede Runde so viele Helden wie Mitspieler – jeder bekommt später einen davon.

Die Spieler haben zu Beginn je einen identischen Satz aus 5 Münzen, mit dreien bietet man zunächst verdeckt auf die Tavernen. Wer die höchste Münze gelegt hat, darf als Erster einen Helden von dieser Taverne aussuchen. Abgeben muss man seine gebotene Münze nicht, aber: Jeder Spieler hat eine Münze mit dem Wert 0. Wenn man diese bei einer Taverne einsetzt, ist man zwar meist Letzter bei der Auswahl, darf dafür aber seine zwei nicht eingesetzten Münzen eintauschen – gegen eine neue Münze die der Summe der zwei Münzen entspricht. Für eine 3 und eine 5 erhält man also eine 8, muss die 5 dafür allerdings abgeben. Relativ schnell haben also nicht mehr alle die gleichen Münzen zur Auswahl, und das Setzen auf die Tavernen wird zunehmend spannender.

Da der Wert der eigenen Münzen am Ende auch noch als Punkte zählt, ist das Aufwerten der eigenen Münzen nicht nur für das Bieten, sondern auch grundsätzlich lukrativ.

Fazit

Spielen sie auch gerne Set-Collection? Passende Karte sammeln und immer weiter beobachten, wie der Wert der eigenen Auslage steigt? Kritischer Blick zum Nachbarn, welche Farben macht er mir streitig, ist seine Sammlung womöglich schon weiter als die eigene? Wobei Karten, nein, hier geht es um Helden, die man sammelt – warum auch immer. Na ja, das Thema. Wie so häufig kommt dies auẞer auf den Bildern der Karten im Spiel nicht wirklich vor. Aber macht nichts: Hauptsache, die Karten sehen gut aus.

Also zurück zu den Karten: Da jeder Spieler aus jeder Auswahl immer genau eine Karte erhält, müssten ja eigentlich alle Spieler immer die gleiche Anzahl Karten haben. Aber ganz so einfach ist das natürlich nicht. Denn nicht nur gleiche Karten sammeln lohnt sich, auch Sets aus fünf verschiedenen Karten werden belohnt.

Für jedes solcher Sets darf man sich eine zusätzliche Karte aus einem Bonusstapel aussuchen. Hier gibt es dann so schöne Karten, die gleich dreifach zählen, alle Karten einer Sorte um 2 Punkte aufwerten sowie noch Spezialkarten, die ganz eigene Punkte oder Wertungen auslösen. Die Auswahl ist groß (zumindest am Anfang), und die Boni sind durchaus stark. Auch Kettenzüge sind möglich, wenn eine Bonuskarte gleich noch ein Set vervollständigt und so noch eine weitere Bonuskarte einbringt.

Kritiker könnten jetzt anmerken, dass es fast egal ist, was man macht, da eh alles irgendwie gut ist und Punkte zählt. Also alles nur ein bunter Punktesalat ohne viel Taktik? Ja, möchte ich sagen, aber nicht nur.

Im Verlauf des Spiels ergeben sich über die unterschiedlichen Münzen durchaus taktische Entscheidungen. Eigentlich fast jede Runde muss man sich entscheiden: Welche Taverne ist mir egal, da setze ich meine 0, um meine Münzen zu tauschen. Bei den anderen zwei: Wo braucht es wie viel Einsatz, kann ich meine zwei höchsten Münzen behalten, um effizient tauschen zu können, oder will man irgendwo unbedingt gewinnen, dann lohnt vielleicht der Einsatz der höheren Münzen?

Natürlich ist auch noch eine Portion Glück dabei. Kommen die Karten passend, und bieten meine Mitspieler auf die gleiche Taverne hoch und vielleicht etwas höher als man selbst? Aber so oder so ist das Frustpotenzial nicht zu groß, weil man immer irgendetwas bekommt.

In der Summe sind es viele kleine Entscheidungen, die hier ein lockeres Spielchen mit gutem Glücksanteil ergeben. Man ist ständig involviert und kann mitfiebern, ob die eigenen Wünsche in Erfüllung gehen oder genau nicht. Die Interaktion ist hoch, und die Spieldauer von rund 45 Minuten gefällt mir für diesen Mix aus Glück, Taktik und etwas Zocken ganz gut.

Auch dass man hier endlich mal wieder zu fünft spielen kann, find ich eigentlich gut, es gibt ja sonst fast nur noch 4-Spieler-Spiele. Wirklich empfehlen kann ich diese Spielerzahl aber nicht. Eher würde ich das Spiel für 3 Spieler empfehlen, dann dauert es eine Runde länger (als zu viert), und es ist doch etwas besser abzuschätzen, welche Karten man ergattern kann. Zu fünft fand ich es zu beliebig bzw. zu zufällig. Auch das Material braucht sich nicht zu verstecken, die Aufmachung, besonders mit den Münzen, ist ansprechend und hebt es etwas über ein reines Kartenspiel hinaus.

Für einen Absacker ist Nidavellir mit rund 45 Minuten schon fast etwas zu lang, aber als Aufwärmer kann es noch gerne ein paar Mal auf den Tisch kommen. Es erfindet das Rad der Sammelspiele nicht neu, aber ist eine durchaus gelungene Kombination aus bekannten Mechanismen, die man immer wieder gerne spielt. Nur das Thema - ich glaub um Zwerge geht es. Aber was soll's: Fantasy geht immer.

Rezension Michael Timpe

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Nidavellir: 5,2 5,2, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.07.21 von Michael Timpe - Schönes Spiel für zwischendurch, gefällt mir gut. Mit Zusatzhelden wird es etwas komplizierter, ob es das braucht bin ich eher skeptisch. Knappe 5 Punkte
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.06.21 von Mahmut Dural - Bestbesetzung zu dritt und in der Besetzung verdient es sich 6 Punkte! Tolles Kennerspiel! Könnte ich im Moment immerwieder spielen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.07.21 von Roland Winner - Einfache Regeln und hoher Spielspaß. Da bleibt es nicht bei nur einer Partie am Abend. Was fehlt, wäre eine Markierung über die Anzahl von Helden, die man jeweils hat. So muss man ständig nachzählen. Meine 2. KSR zum Spiel enthält eine kleine Übersicht über die Helden und Schlusswertung als Handout für jeden Spieler. Update: Mit Erweiterung Thingvellir (3. KSR) noch besser! In französisch günstig beim großen Internethändler zu kaufen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.08.21 von Jost Schwider - Ich kann mich den vielen überschwänglichen Bewertungen nur bedingt anschließen: Das Thema ist völlig aufgesetzt, das Handling/ständige Nachzählen nervig, die Unwägbarkeiten mir zu groß. Und Sets sammeln ist nicht unbedingt ein besonders interessante Spielmechanik...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.08.21 von Michael Reitz

Leserbewertungen

Leserwertung Nidavellir: 5,0 5.0, 8 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.11.20 von Heike - Bewertung basiert auf mehreren 2er Spielen. Kann mir vorstellen, dass es mit weiteren Spielern noch mehr an Reiz gewinnt. Schnell gespielt, einfache Regeln aber schon einiges an Taktik und Strategie enthalten. Aus Aufwerten der Münzen ist gut gemacht. Kommt gerade gern auf den Tisch.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.01.21 von Andreas K. - Sehr, sehr schnell gespieltes Spiel. Grundsätzlich ein Biet-Spiel, heißt, man legt Münzen verdeckt mit unterschiedlichen Werten auf 4 verschiedene Felder und hofft auf 3 von den Feldern einen höheren Wert als die anderen Spieler liegen zu haben um an begehrte Karten in der jeweiligen Auslage zu kommen. Mit dem 4. Feld kann man Münzen tauschen. Macht sehr viel Spaß, da sehr leicht verständlich. Kann man auch mehrere Runden hintereinander spielen ohne dass es langweilig wird. Bahnbrechend neues wurde hier aber nicht erfunden. 5-6, abgerundet auf 5.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.01.21 von Peter Steinert - Das überproduzierte "Nidavellir" war für uns tatsächlich Liebe auf den zweiten Blick. Während sich die allererste Partie (zu zweit) noch grausam beliebig anfühlte, sprang der Funke schließlich doch noch über und lieferte reichlich spannende Momente. Die Idealbesetzung dürfte wohl bei 3-4 Elvaland liegen, und zu fünft kann ich es mir gar nicht vorstellen. Die Spielregel wurde gegenüber dem Original konzeptionell leicht angepasst, was leider zu einer unvollständigen Beschreibung der 2er-Regeln und einem kuriosen "Sonderfall" geführt hat, welcher niemals eintreten kann ;-)) Auch wenn das Material mit 3D-Schatzkammer, Kartenhaltern und Tavernen üppiger als nötig ausgefallen ist, macht es auf dem Tisch ordentlich was her und liefert zusammen mit der düsteren Grafik viel Atmosphäre. Neben aktuellen Titeln wie "CloudAge", "Yukon Airways", "Paleo" und "Die verlorenen Ruinen von Arnak" ist dies hier für mich ein klarer Kandidat für ein einsteigerfreundliches Kennerspiel des Jahres.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.06.21 von Gülsüm Dural - Überraschend gutes Spiel! Hätt ich nie gedacht. Suchtgefahr! :-)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.06.21 von Daniel Noé - Warum dieses Spiel nicht auf der Empfehlungsliste 2021 steht, ist mir ein komplettes Rätsel. Wieder mal wurden dieses Jahr scheinbar ein paar Spiele einfach ignoriert während andere wirklcih fragwürdige Beachtung gefunden haben. Nidavellir hat viele kleine Kniffe, ist über das einfache Set Collection hinaus fordernd und abwechslungsreich. Es gewinnt mit zunehmender Spielerzahl und macht durch die knackige Spieldauer, immer sofort Lust auf weitere Partien. Ein wirklich gutes Spiel des Jahrgangs - Höchstwertung von mir.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.07.21 von Der Fisch - Das Fazit zuerst: Wer sich auch nur halbwegs mit dem Thema anfreunden kann, erhält ein in vielen Punkten neues und frisches Spiel, dass einen kleinen Karton hat, schnell mit bis zu 5 Personen zu spielen ist und sehr großen Spaß macht. Im Detail handelt es sich um ein Bietspiel, bei dem man sowohl dafür belohnt wird, möglichst viele Karten unterschiedlicher Kategorien als auch möglichst viele Karten der selben Kategorie. Die dritte Kategorie an Wahlmöglichkeiten bezieht sich auf die Münzen, die nach und nach aufgewertet werden und damit im Biet-Teil des Spiels mächtiger werden. Zusammen mit der Verwendung der Spielertableaus, einem durchdachten System, dass Gleichstände zwischen Bieterinnen und Bietern fair ausgleicht und dem sehr hochwertigen und ansprechenden Spielmaterial ist "Nidavellir" eine kleine Perle, die sich leider viel zu leicht übersehen lässt. Der kompetitive Anteil hält sich dabei weitestgehend in Grenzen, sodass es sich durchaus auch gut mit der Familie spielen lässt. Ich könnte es mir auch sehr gut mit einem anderen Thema und Artwork vorstellen, meine Spielrunde kam aber mit dem Fantasy-Thema ebenfalls gut zurecht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.08.21 von Hans Huehnchen - Cleverer Bietmechanismus, aber das Thema kommt beim Spiel selbst nicht richtig zum Tragen. Insgesamt ist Nidavellir aber eine sehr runde Sache und macht für einige Partien Spaß, bevor der Reiz nachlässt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.08.21 von JonTheDon - Hab es wirklich mögen wollen, aber zumindest zu zweit fühlte es sich fast wie ein Nullsummenspiel ohne wirklich interessante Entscheidungen an. Vielleicht hätte ein Thema, mit dem man sich mehr identifizieren kann, da noch etwas mehr rausgeholt. So kann ich in die bisherigen Begeisterungsstürme leider nicht einstimmen.

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