Rezension/Kritik - Online seit 17.08.2003. Dieser Artikel wurde 11266 mal aufgerufen.

Magna Grecia

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Autor: Leo Colovini
Michael Schacht
Illustration: Franois Bruel
Verlag: Clementoni
Rezension: Steffen Stroh
Spieler: 2 - 4
Dauer: 75 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2003
Bewertung: 4,8 4,8 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 504
Download: Kurzspielregel [PDF]
Magna Grecia

Spielziel

Wir schreiben das Jahr 500 vor Christus. Die Region im Sden Italiens, Magna Grecia genannt, ist nur von kleinen Drfern besiedelt. Doch die Ankunft der Griechen lsst das fruchtbare Land aufblhen Stdte, Mrkte, Handelsstraen entstehen. Und mit der kulturellen Blte keimen Rivalitten zwischen den Stadtstaaten, Rivalitten um Ruhm , Macht und Reichtum, die nicht zuletzt mit der Gunst der Gtter zu erlangen sind...

Ablauf

Unser Spielplan zeigt die weiten Landstriche Magna Grecias, durchsetzt von vereinzelten Drfern und Kultsttten (Orakeln). Jeder der bis zu 4 Mitspieler whlt eine Farbe, und erhlt entsprechend 4 Straen- und Stadtteile als Bauvorrat, whrend die brigen Teile seiner Farbe als Nachziehvorrat bereitgelegt werden. Die zwlf Aktionskarten werden gemischt und als offener Stapel abgelegt.

Das Spiel selbst unterteilt sich in 12 Runde, wobei in jeder Runde eine Aktionskarte als Triebfeder dient. Die jeweils oberste Aktionskarte enthlt zwei wichtige Informationen: Einen Farbcode, der die Reihenfolge der Spieler bestimmt innerhalb dieser Runde festlegt, und die 3 Grundaktionen, von denen jeder Spieler pro Spielrunde zwei nach eigener Wahl ausfhren darf, und zwar nach Art und Umfang, wie es auf der Karte angegeben ist:

1.) Stdteplttchen legen: Stadtplttchen werden zunchst auf Drfer gelegt, knnen von dort aus aber wachsen. Die ersten Grndungen beschrnken sich auf die grnen Siedlungen am Rand des Spielplans, spter sind auch alle Drfer, die mit eigenen Straen erreicht wurden, ausbaufhig.

2.) Straenplttchen legen: Magna Grecia wird vom Rand nach innen erschlossen: Straen starten an den grnen Randsiedlungen, und ziehen von dort aus netzartig nach innen. Straen drfen an eigene Straen, eigene Stdte/Drfer oder fremde Stdte angebaut werden.

3.) Vorrat auffllen: Straen- und Stadtplttchen aus dem Nachziehvorrat in den Bauvorrat bernehmen.

Entscheidet sich ein Spieler, nur eine der Aktionen auszufhren, so darf er diese zum Ausgleich in erweitertem Umfang durchfhren, das Maximum der Plttchen, das er in dieser Aktion einsetzen darf, erhht sich also.

Doch dem Ausbautrieb sind finanzielle Grenzen gesetzt. Straen sind zwar kostenlos, aber Stadtplttchen schlagen auf der Zhlleiste mit einem Kostenpunkt zu Buche. Noch verzwickter wird es bei den noch unerwhnt gebliebenen Mrkten: Einen solchen darf man kostenlos bei einer eigenen Stadtgrndung setzen, ansonsten kostet ein Markt 1 Punkt pro Stadtteil und bereits vorhandenem Markt je grer und marktdurchsetzter eine bereits gegrndete Stadt also ist, desto teurer wird das eigene Engagement in derselbigen.

ber wem einmal der Pleitegeier kreist, der kann daher auch den umgekehrten Weg gehen, und einen Markt in einer Stadt verkaufen. Er/sie erhlt dafr Punkte nach Anzahl der Drfer/Stdte, mit der diese Marktstadt verbunden war. Punktelieferanten, und damit verkuflich, sind jedoch nur aktive Mrkte das sind all jene, die in Stdten residieren, die auch Anschlussstraen in der eigenen Spielerfarbe besitzen.

Eine Sonderrolle nehmen die Orakel ein. Hier ist Einfluss gefragt, d.h.: Der Spieler, der die einflussreichste mit Straenverbindung zu einem Orakel unterhlt, bekommt dafr bei Spielende 4 Punkte gutgeschrieben. Einfluss bedeutet hierbei stets: Anzahl der Straenverbindungen zu umliegenden Drfern und Stdten, whrend die reine Stadtgre keine Bedeutung hat.

Haben die 12 Aktionskarten alle Spielerhnde durchwandert, werden die Orakelpunkte (4 pro Orakel) ausgezhlt, ebenso die aktiven Mrkte (1 Punkt pro Straenverbindung der jeweiligen Stadt, in der sich der Markt befindet). Der fleiigste Punktesammler obsiegt.

Fazit

Magna Grecia ist Spiel fr Denker und Tftler: Hochtaktisch, strategisch und damit manchmal regelrecht anstrengend. Das entstehende, wirre Netzwerk aus Straen, Drfern und Stdten verlangt ein Hchstma an bersicht, die schon durch die wilden Verzweigungen der Handelwege schwer genug zu behalten wre. Leider behindert eine absolut untaugliche Farbwahl die notwendige bersicht aufs uerste: Gelbe Straen auf gelben Plttchen, platziert auf einem gelben Spielplan. Schon die brigen Spielerfarben (braun-rot-orange) sind nicht wirklich kontrastreich, aber dieses gelb in gelb grenzt an Unbrauchbarkeit. Und als wre der Unbersichtlichkeit damit noch nicht Genge getan, sind auch die Stadtplttchen ein Wunder an eingeschrnkter Funktionalitt: Die Spielerfarbe wird dort durch einige wenige, quadratmillimetergroe Rechtecke (=Huser) angezeigt, die aber schnell durch Mrkte zugestellt sind. Die beiliegende Kurzbersicht des Spielablaufes sollte uns wenigstens helfen, neben den Farbproblemen nicht auch noch mit Regelfragen zu kmpfen leider ist sie beidseitig identisch bedruckt. Sinnvoller wre es gewesen, auf einer Seite Punktesystem und Baurestriktionen unterzubringen, schlielich ist nicht der Grundablauf des Spiels problematisch, sondern seine vielen Ausnahmen und Details beim genauen Ausbau von Stdten und Straen. So kommen wir nicht umhin, besonders zu Beginn immer wieder zum Regelheft zu greifen das zwar reich bebildert, aber auch vllig unbersichtlich gegliedert ist.

Diese Mngel sind bedauerlich, da die zwar hbsche, aber unbersichtliche Ton-in-Ton-Gestaltung hier insbesondere zu viert die Freude am Spiel doch etwas mindert. Dabei stecken in Magna Grecia eine Menge guter Ideen: Die Aktionskarten sorgen fr viele taktischen Freirume, Punkte- und Spielsystem sind innovativ und strategisch herausfordernd (setze ich z.B. auf Straen oder Orakel?).

Wie gesagt: Das Spiel spricht sicher eher Rechner und Denkernaturen an. Der Ablauf gert eher schleppend, insbesondere wenn die Aktionskarte uns in einer Runde als erster setzen lsst, in der nchsten aber als letzter hier mssen wir zwischendurch bei bis zu sechs Zgen unserer Mitspieler tatenlos zusehen. Und bis dort jeder seinen optimalen Spielzug berechnet hat, ist gelegentlich Zeit genug fr einen Kaffee oder eine Zigarette. Doch wer grblerische Herausforderungen sucht, findet in Magna Grecia ein fast glcksfreies El Dorado. Uneingeschrnkt empfehlen kann man das Spiel aus den o.g. Grnden aber auch Denkern und Mathematikern nicht. Wer sich jedoch durch den stellenweise zhen Spielablauf und die unfunktionelle Gestaltung nicht abschrecken lsst, kann mit Magna Grecia sicher zwei ruhige, herausfordernde Spielstunden verbringen.

Tipp: Es empfiehlt sich, die Plttchen der Spielerfarbe Gelb zur besseren bersicht einer Nachbehandlung (siehe rechtes Bild) zu unterziehen. Dazu wird ein mglichst dnner, schwarzer Stift (Fineliner) bentigt, mit dem man die Straenrnder auf den Sechseckplttchen wie in der beistehenden Abbildung nachzieht. Um Schmiererei mit feuchten Fingern vorzubeugen, sollte darauf geachtet werden, dass es sich um einen nicht wasserlslichen Stift handelt.

Rezension Steffen Stroh

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Magna Grecia: 4,8 4,8, 14 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Steffen Stroh
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.03.05 von Bernd Eisenstein - Die Regeln sind eine Zumutung. Ansonsten ein tolles Spiel
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.05.05 von Ulrich Fonrobert - DAS gelbe Spiel, was mit besserer Regel und klareren Farben noch schner gewesen wre. Aber trotzdem kaufenswert.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.12.09 von Michael Kahrmann - Die Farben sind ne Katastrophe.

Leserbewertungen

Leserwertung Magna Grecia: 5,0 5.0, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Sandra Lemberger - Die Spielstein- und -plttchenfarben sind sehr schlecht gewhlt und teilweise auf dem Spielbrett wirklich schlecht erkennbar. Mich strt an dem Spiel vor allem, dass man bis zum Schluss nicht genau sagen kann, wer nun eigentlich fhrt. Zweimal gewannen bei uns Leute, bei denen keiner (noch nicht einmal sie selbst) damit gerechnet htte!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Hugo
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.04.04 von Thomas Schierbecker - Wegen der Farbwahl gibts ein paar Abstriche an der sonst guten Aufmachung. Die Regeln erklren sich nicht undingt intuitiv, so dass man beim ersten Spiel noch hufiger zur Spielregel greifen muss ("Wie war das noch ...?") - hier wre eine Spielhilfe sicher sinnvoll gewesen. Aber wenn man die Mechanismen erstmal intus hat, ist MG ein richtig tolles Spiel!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.02.05 von Carsten Pinnow - Gelbe Strassen auf gelben Plttchen auf gelbem Grund? Klarer Abzug in der B-Note! :)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.06.06 von Andreas Lill
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.08.06 von Thomas Krger - Wenigstens ist der Karton schn - die Farben sinds nmlich wirklich nicht. Fhlte mich bei der Mrktewertung etwas an die Rte bei KuK erinnert, das Prinzip hat mir aber schon da sehr gut gefallen. Insgesamt: Klasse Spiel, aber das sagt ja schon die Note ;-)!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.04.07 von Gabriele Petry

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