Rezension/Kritik - Online seit 25.02.2018. Dieser Artikel wurde 5396 mal aufgerufen.

Ethnos

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Autor: Paolo Mori
Verlag: Asterion Press
CMON Limited
Rezension: Andreas Molter
Spieler: 2 - 6
Dauer: 45 - 60 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Jahr: 2017
Bewertung: 4,6 4,6 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 412
Download: Kurzspielregel [PDF]
Ethnos

Spielziel

Zwölf Stämme, sechs Königreiche und der Beginn eines neuen Zeitalters entführen uns auf den Kontinent Ethnos. Als Anführer versuchen wir die zwölf Stämme zu einen und mit Hilfe ihrer besonderen Fähigkeiten die Vorherrschaft über die einzelnen Königreiche zu erlangen. Mit Weisheit, Timing und Intuition schwingen wir uns zum neuen Herrscher über Ethnos auf.

Ablauf

Bei Ethnos handelt es sich um ein Karten getriebenes Mehrheitenspiel für 2 bis 6 Spieler. Gespielt wird über 3 Zeitalter, in denen die Spieler Karten sammeln und gesammelte Kombinationen der Karten als Kampfverband ausspielen. Das Spielmaterial besteht aus einem Spielplan, 12 Kartensätzen für die 12 Stämme, diversen Wertungstableaus und Spielscheiben in 6 Spielfarben.

Im Spiel sind immer die 12 bis 24 Karten von 6 zufällig bestimmten Stämmen. Wenn man am Zug ist, hat man die Möglichkeit, eine Karte auf die Hand zu nehmen oder einen gesammelten Kampfverband von der Hand auszuspielen.

Um einen Kampfverband auszuspielen, müssen immer 1 bis 10 Karten eines Stammes oder verschiedener Stämme eines Königreiches als Gruppe ausgelegt werden. Die oberste Karte dieses Kampfverbandes gilt als Anführer und aktiviert die auf ihr stehende besondere Fähigkeit des Stammes, die direkt ausgeführt wird. Zum Beispiel erlauben es die Elben, so viele Karten auf der Hand zu behalten, wie soeben ausgelegt wurden. Grundsätzlich gilt nämlich, dass alle noch vorhandenen Handkarten nach dem Ausspielen eines Kampfverbandes in die offene, für alle Spieler zugängliche Auslage gelegt werden müssen.

Anschließend wird geprüft, ob man eine seiner Spielscheiben in das Königreich des ausgespielten Anführers setzen darf. Dies ist der Fall, wenn die Ebene, in die man einsetzen will, der Anzahl der gespielten Karten entspricht oder niedriger ist.

Reihum wird solange gespielt, bis 3 Drachenkarten aus der unteren Hälfte des Nachzugstapels gezogen wurden. Wird der dritte Drache gezogen, endet das Zeitalter sofort, und es kommt zu einer Wertung.

Gewertet werden die ausgespielten Kampfverbände, bei denen es je nach Anzahl der Karten Punkte gibt, und die Mehrheiten in den 6 Königreichen. Außerdem kann es noch zusätzliche Punkte für einige der besonderen Fähigkeiten der Stämme während der Spielrunde oder am Ende eines Zeitalters geben. Nach der Wertung des dritten Zeitalters endet das Spiel, und der Spieler mit den meisten Siegpunkten wird neuer Herrscher über Ethnos.

Fazit

Wer den Spielablauf gelesen hat, wird sich denken, was jetzt wohl das Neue, Innovative oder Besondere an Ethnos sei? Hört sich nach einem einfachen Kartensammel- und Mehrheitenspiel an. Stimmt, aber …

Mir kam im ersten Moment auch der Gedanke „Lohnt sich hier überhaupt ein Blick?“ Um es kurz zu machen: JA, und zwar nicht nur einer! Nach meiner ersten Partie sollten viele weitere und eine Menge Spielspaß folgen. Was auf den ersten Blick als belanglos erscheint, wird durch die Mechanik zu einem hochinteressanten Spiel, welches den Spieler dauernd vor das Dilemma stellt, ob er weiter Karten sammelt oder jetzt schon ausspielt.

Die kleine, einfache Regel, alle Handkarten offen nach dem Ausspielen eines Kampfverbandes in die Auslage legen zu müssen, macht Ethnos zu etwas Besonderem. In der ersten Runde fühlt sich das komisch an, aber schnell erkennt man, vor welchem Dilemma der Spieler im ganzen Spielverlauf steht. Um die eigenen Spielscheiben auf die wachsenden Türmchen in den Königreichen legen zu dürfen, müssen immer größere Kampfverbände ausgespielt werden. Hinzu kommt, dass für das Einsetzen einer Spielscheibe in ein bestimmtes Königreich auch die zum Königreich passende Karte als Anführer gesammelt werden muss und dass es für größere Kampfverbände bei den Wertungen mehr Punkte gibt. Mit jeder gezogenen Karte kommt man dem Handkartenlimit von 10 Karten näher und muss sich überlegen, ob das Weitersammeln nicht doch den anderen Spielern durch die Ablage überzähliger Handkarten mehr hilft als dem Spieler selbst.

Die pfiffige Kombination von einfachen Sammel- und Legeregeln mit den verschiedenen Wertungsmöglichkeiten fesselt von der ersten Partie an und führte in meinen Spielrunden dazu, dass - soweit zeitlich möglich - immer mindestens eine weitere Runde gespielt wurde. Nach jeder Partie hat man das Gefühl: Da geht noch was. Und weil immer nur 6 der 12 verschiedenen Stämme in einer zufällig bestimmten Kombination im Spiel sind, fühlt sich jedes Spiel anders an und der Spielreiz bleibt lange erhalten.

Eine gut strukturierte Spielregel mit vielen Beispielen und Bildern erklärt auf 10 von 16 Seiten das Spiel etwas langatmig im Text. Die restlichen Seiten werden für die Erklärung der speziellen Eigenschaften der Völker sowie für eine Regelübersicht genutzt. Die Übersicht auf der letzten Seite enthält alle wichtigen Regeln, so dass ein Nachschlagen bei Fragen häufig entfällt, und eignet sich außerdem sehr gut als Hilfe für den Erklärer.

Das Spiel funktioniert in allen angegebenen Spielerzahlen (2 – 6 Spieler), wobei bei 2 und 3 Spielern kleine Regeländerungen beim Spielaufbau und den Wertungen beachtet werden müssen. Mir persönlich haben die Partien mit 4 bis 6 Spielern am besten gefallen. Vor allem in voller Besetzung mit 6 Spielern ist Ethnos immer noch sehr gut spielbar.

Die angegebene Spieldauer von 45 bis 60 Minuten ist passend gewählt. Die ersten Partien dauern etwas länger, da sich die Spieler mit der Mechanik und den speziellen Fähigkeiten der Völker vertraut machen müssen. Mit erfahrenen Spielern dauerte eine Partie selten länger als 45 Minuten.

Das Spielmaterial besteht aus mehr als 180 Karten, diversen Tableaus und Wertungsplättchen sowie einem Spielplan und Einflussmarkern für die Spieler. Die Spielkarten sind von durchschnittlicher Qualität und wirken auf den ersten Blick etwas anfällig, aber auch nach diversen Testrunden sind sie noch gut erhalten und spielbar. Die Wertungsplättchen, Tableaus und der Spielplan sind aus dicker, stabiler Pappe. Die Einflussmarker aus Plastik sind sehr funktional gestaltet und lassen sich zu stabilen Türmchen stapeln, ohne dass man Angst haben muss sie ständig umzustoßen.

Grafisch ist Ethnos sehr brachial und düster umgesetzt. Hier wäre vielleicht weniger mehr gewesen, da es den einen oder anderen Interessenten eher abschrecken als anziehen wird. Ansonsten ist das Spielmaterial grafisch, farblich und symbolisch so gestaltet, dass es den Spielfluss nicht hemmt und gut unterstützt. Einzig die etwas dünnen farblichen Umrandungen der Königreiche auf dem Spielplan und die Schriftgröße auf den Karten wurden in meinen Spielen bemängelt.

Ethnos entpuppte sich in meinen Testrunden sowohl bei Vielspielern, Gelegenheitsspielern und Familien mit Kindern ab 12 Jahren als Spiel mit hohem Suchtfaktor. Ich kann deshalb jedem nur empfehlen, sich nicht von der Grafik der Schachtel abschrecken zu lassen und Ethnos auszuprobieren. Für mich ist es eines der Highlights des Jahrgangs 2017.

Rezension Andreas Molter

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Ethnos: 4,6 4,6, 8 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.01.18 von Andreas Molter
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.01.18 von Michael Kahrmann - Das Jahr 2018 beginnt gut. Ethnos ist ein grandioses Area Control Spiel mit enormem Wiederspielreiz. Gerne sofort noch eine Runde und noch eine und noch eine ...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.01.18 von Sandra Lemberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.02.18 von Dirk Bosawe
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.02.18 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.02.18 von Udo Kalker - Die Schachtel ist nicht so mein Ding, Spielbrett und Karten dafür umso mehr. Ein prima Spielkonzept, dass auch grundsätzlich Spaß macht. Leider ist es aber fast immer so, dass die offene Kartenauslage lange leer bleibt, bis dann mal endlich wieder ein Spieler ein paar Karten abschmeißt, die sich dann natürlich direkt wieder alle unter den Nagel reißen. So lange man bis dahin immer nur vom Stapel zieht, entscheidet dann oft das Glück über Sieg oder Niederlage. Daher hat es hier zur 5 knapp nicht gereicht - eine gute 4.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.03.18 von Frank Lehmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.04.18 von Michael Andersch - Nachdem ich schön sehr viel Gutes über dieses Spiel gelesen hatte waren die Erwartungen meinerseits sehr hoch - fast hätte ich es blind und ohne Probespiel gekauft. Zum Glück habe ich widerstanden, denn die positiven Bewertungen kann ich nicht teilen. Das Spielprinzip klingt gewitzt, im Spiel selbst überwiegt allerdings das Nachziehglück, denn zu selten liegen Karten aus, deren Auswahl einem das Gefühl gibt, etwas beeinflussen zu können.

Leserbewertungen

Leserwertung Ethnos: 5,0 5.0, 12 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.01.18 von Hans Huehnchen - Kurz, knackig und voller Dilemmata. Der Spielreiz steigt mit zunehmender Spielerzahl, der Einfluss sinkt dagegen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.01.18 von Dennis L.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.01.18 von Maja - Tolles Mehrheitenspiel. Ich liebe es.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.02.18 von Mike Camen - Tolles Mehrheitenspiel mit Kartenmechanismus. Haben wir hier einen Kandidaten fürs Kennerspiel 2018? Von meiner Seite aus, ein klares JA!!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.02.18 von Christiansen
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.02.18 von Martina Kessler - Das Spiel macht es einem durch die grottige Aufmachung wirklich schwer, es zu mögen.... aber wenn man es dann trotzdem anpackt, macht es tatsächlich Spaß. Die Einstiegshürde ist niedrig, so dass ich es sogar Wenigspielern empfehlen würde, wenn sie sich nicht von Grafik/ Thema/ konfrontativen Elementen abschrecken lassen. Aber wer zum Teufel ist auf die Idee gekommen, dem Spiel quietschbunte , billig wirkende Steine und einen 08/15-Plan beizulegen? Was hätte das Spiel werden können mit einem gescheiten Design.... schade!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.03.18 von Marco Stutzke - Super Spiel, selbst zu sechst nicht ausufernd von der Zeit und sehr lustig.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.03.18 von Sven Groh - Ich bin überrascht wie flüssig das Spiel von der Hand geht. Kein Hirnverzwirbler, stattdessen locker flockiges Kartenspiel mit ner Prise Area-Control. Gefällt mir ab 4 Spielern wirklich gut. Auch wenn der Spielplan ziemlich fade gestaltet ist, überzeugt mich das Artwork der Karten - typisch Howe!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.04.18 von caddy - Deckbuilding meets AreaControl. Schnell erklärt und ebenso schnell gespielt. Ein gutes Spiel für bis zu 6 Spieler in angenehmer Spielzeit. Kommt sicher öfter auf den Tisch.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.05.18 von chrizlutz
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.06.18 von Bandit
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.08.18 von Oliver Müller - Hat mich leider absolut kalt gelassen - simpler Mechanismus mit ganz viel Brimborium drumherum.

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