Rezension/Kritik - Online seit 28.03.2022. Dieser Artikel wurde 2127 mal aufgerufen.

Explorers

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Autor: Phil Walker-Harding
Verlag: Ravensburger
Rezension: Franky Bayer
Spieler: 1 - 4
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2021
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 1884
Download: Kurzspielregel [PDF]
Explorers

Spielziel

"Endlich hast du sie gefunden! Eine neue Welt, unberührt und noch nicht erkundet."

Mit diesen Worten fängt die Spielregel des neuesten Ravensburger-Spiels Explorers an. Unwahrscheinlich also, dass die Handlung auf der Erde des 21. Jahrhunderts spielt. Mit Google Earth und zahlreichen Spionage-Satelliten wurde schließlich bereits jeder Quadratmillimeter unseres schönen blauen Planeten kartographiert. Außerdem soll es dort schwebende Felsen geben, ein untrügliches Zeichen, dass das Ganze wohl eher im Reich der Fantasie anzusiedeln ist. Egal, machen wir uns auf den Weg, die Landschaft zu erkunden!

Ablauf

Wir bekommen alle unsere eigene Spielertafel. Die Landschaft muss zuerst aber mal aufgebaut werden. Dazu werden zufällig vier der acht vorhandenen Landschaftsplättchen beliebig in die große Aussparung der Tafel platziert. Jedes Plättchen ist in 64 Felder (ein 8 x 8-Raster) mit vier unterschiedlichen Geländetypen unterteilt: Gewässer (blau), Wüsten (gelb), Gebirge (grau) und Grasland (grün). Die Anordnung der Landschaftsplättchen muss übrigens bei allen exakt gleich sein. Jenes Dorf, das am nächsten zur Mitte liegt, wird zum Startdorf. Dieses markieren wir mit einem Kreuz und wählen einen angrenzenden Geländetyp, auf den wir ebenfalls 3 Kreuze setzen.

Die Expedition geht über 4 Runden zu jeweils 7 Zügen. In jeder Runde werden zu diesem Zweck die 8 Erkundungskärtchen, welche jeweils 2 Optionen bieten, gemischt und eines davon unbesehen zur Seite gelegt. Jeder Spielzug ist dann in 2 Phasen gegliedert. In Phase 1 deckt der aktive Spieler das oberste Erkundungskärtchen auf und wählt seinen Geländetyp. In Phase 2 setzen wir alle anschließend Kreuze. Der aktive Spieler setzt 3 Kreuze auf den von ihm gewählten Geländetyp. Alle anderen Spieler können wählen, ob sie 2 Kreuze auf denselben oder lieber 3 Kreuze auf den anderen auf der Karte angegebenen Geländetyp setzen.

Die Regeln für das Ankreuzen sind einfach. Selbstverständlich muss jedes Kreuz orthogonal neben einem bereits angekreuzten Feld sein und dem gewählten Geländetyp entsprechen. Einige Felder tragen zusätzlich Symbole, welche sich entweder sofort, im weiteren Spielverlauf oder am Rundenende auswirken.

Ein Pferd erlaubt beispielsweise, sofort ein weiteres Kreuz auf einen beliebigen Geländetyp zu setzen. Äpfel, Karotten und Fische gelten als Proviant und bringen uns am Ende einer Runde Punkte ein. Schlüssel brauchen wir, um überhaupt Tempel erkunden zu dürfen, welche dann auch wertvolle Siegpunkte wert sind. Landkarten ermöglichen es uns, einen vorgegebenen Geländetypen zu ignorieren und stattdessen gleich 4 Kreuze auf einen Geländetyp unserer Wahl zu setzen. Edelsteine schließlich werden gesammelt und sorgen am Ende jeder Runde für Extrapunkte.

Nach dem siebten Spielzug endet eine Runde, und wir notieren uns Punkte abhängig vom angekreuzten Proviant und den gesammelten Edelsteinen. Am Ende der vierten Runde kommt es zur Endabrechnung, bei der zusätzlich noch die Punkte für die erkundeten Tempel und die besuchten Dörfer vergeben werden. Haben wir insgesamt die meisten Punkte erzielt, haben wir uns als der größte Entdecker erwiesen.

Fazit

Von der Beschreibung her dürfte schon klar sein: Wir haben es hier bei Explorers mit einem typischen Vertreter des Genres "Flip & Write-Game" zu tun, einer Spielegattung also, bei der eine aufgedeckte Karte vorgibt, welche Felder auf dem eigenen Wertungsblatt angekreuzt werden können. Eine Spielegattung zudem, welche einen schnellen Einstieg ohne stundenlanges Regelstudium ermöglicht.

Im Gegensatz zu vielen "Flip & Write"-Spielen sind es hier aber nicht einfache Karten und dünne Blätter aus Papier, sondern ziemlich stabile Kartonteile. Der modulare Aufbau aus Landschaftsplättchen und Wertungsplättchen, welche in einen praktischen Rahmen gesteckt werden, schafft außerdem viel Abwechslung.

Durch Folienbeschichtung und abwischbare Stifte kann alles wiederverwendet werden, was ich persönlich sehr begrüße. Allerdings waren in meinem Exemplar gleich drei der vier Stifte von Beginn an fehlerhaft, weshalb wir uns mit Stiften aus anderen Spielen aushelfen mussten. Die schlechte Qualität der Stifte passiert nicht zum ersten Mal bei Ravensburger, der Verlag sollte sich schleunigst nach einer besseren Quelle umsehen. Explorers bekommt von mir daher - trotz der umweltfreundlichen Grundidee - vom Material her einige Abzüge.

Die variable Anordnung der Landschaftsplättchen gestaltet das Spiel schon von vorneherein recht abwechslungsreich. Zusätzlich bietet Explorers aber noch eine Experten-Variante, bei der die anspruchsvolleren Rückseiten der Wertungsplättchen, sowie die nicht verwendeten Landschaftsplättchen zum Einsatz kommen. Je nach gewünschtem Schwierigkeitsgrad werden 1 bis 3 Landschaftsplättchen umgedreht. Die Erfüllung der darauf angegebenen Aufgaben bringt zusätzliche Siegpunkte. Diese Aufgabenplättchen sorgen für einen gesteigerten Wiederspielreiz, da man seine Spielweise nach den geforderten Kriterien anpassen muss.

Die Interaktion erfolgt - wie bei den meisten Spielen dieses Genres - eher indirekt, da ja jeder hauptsächlich mit der Erkundung seiner eigenen "Welt" beschäftigt ist. So wird der jeweilige Startspieler bei der Wahl seines Geländetyps nur selten die Tafeln seiner Mitspieler berücksichtigen. Relevante Überschneidungen gibt es lediglich bei den Tempeln und bei einigen Aufgabenplättchen, bei denen es wichtig ist, sie möglichst vor seinen Mitspielern zu erkunden bzw. zu erfüllen, um mehr Punkte zu kassieren.

Beschränkte interaktive Möglichkeiten mit anderen Spielern, das ist zur gleichen Zeit ein positives Kriterium für Solo-Spiele. Und so verwundert es keineswegs, dass auch für Explorers eine Solo-Variante angeboten wird. Die Grundregeln bleiben gleich, mit Ausnahme der Geländewahl des Erkundungskärtchens, sowie der Punktevergabe für Tempel und besondere Aufgabeplättchen. Eine Erfolgsskala verrät dann, wie gut man sich geschlagen hat, von "Hast du den Kompass vergessen?" (unter 80 Punkte) bis zu "Größter Entdecker aller Zeiten!" (über 120 Punkte). Allerdings muss ich hier einen kleinen Kritikpunkt anbringen: Spielt man mit der Rückseite des Edelstein-Wertungsplättchens, erhält man im Schnitt um 25 bis 30 Punkte weniger als mit der Vorderseite, was in der Erfolgsskala aber nicht berücksichtigt wird. Beim ersten Mal habe ich mich deshalb gewundert, dass ich von einem erfolgreichen Entdecker plötzlich zu so einem Loser mutiert bin ...

Auch wenn man mit der Zeit Erfahrung gewinnt und immer mehr Tricks kennen lernt, seinen Score zu verbessern und sich an die jeweils geforderten Aufgaben anzupassen, bleibt doch ein gewisser Glücksfaktor bestehen. Wenn partout nicht die richtigen Geländetypen auftauchen wollen oder die Erkundungskärtchen vom Startspieler stets unvorteilhaft (höchstens 2 Kreuze) ausgelegt werden, wird man kaum oder nur mit Mühe ein besseres Ergebnis erzielen können als seine Mitspieler. Die angenehm kurze Spieldauer von ungefähr 20 Minuten relativiert dies jedoch ausreichend. Aufgrund der positiven Resonanz in meinen Spielrunden (und auch wegen des ungebrochenen Reizes der Solo-Variante) kann man es als gelungenes "Flip & Write"-Spiel betrachten, dessen kleiner Materialfehler bei den Stiften hoffentlich bald ausgemerzt sein wird.

Rezension Franky Bayer

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Explorers: 5,0 5,0, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.01.22 von Franky Bayer - Gelungenes Flip & Write, bei dem die Spieler durch die Vorgabe von Erkundungskrtchen ihre eigenen Landschaftsplttchen ankreuzen, um auf die eine oder andere Weise Punkte zu erzielen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.11.21 von Udo Kalker - Nettes Flip & Write, dass die Entdeckung der Landschaft umsetzt. Wie bei vielen Spielen dieser Art kreuzt jeder parallel vor sich an, so dass man kaum mitbekommt, was die anderen da gerade tun. Macht aber trotzdem Spa; auf Dauer knnte aber die Varianz der Bonusplttchen ein bischen wenig sein.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.11.21 von Michael Kahrmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.12.21 von Roland Winner - Das Spiel kam in unserer Vielspielerrunde (!) gut an. Macht Spa.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.03.22 von Frank Gartner - Sehr gelungenen... und bei uns haben die Stifte alle funktioniert :-).

Leserbewertungen

Leserwertung Explorers: 4,0 4.0, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.09.21 von Hans Huehnchen - Explorers ist ein sehr angenehmes Flip&Write mit sehr variablem Spielplan und vielen Wertungsmglichkeiten. Dabei ist Explorers erstaunlich wenig glckslastig, nie verkopft oder grblerisch, sondern ein fluffiges, familientaugliches Wohlfhlspiel, bei dem mir als Vielspieler nicht langweilig ist.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.10.21 von Peter Steinert - Okay, also zunchst muss ich sagen, dass EXPLORERS ein richtig gutes Ding ist, vielleicht sogar der bisher beste Titel des Autors! Die kompakte Schachtel kommt mit reichlich Material aus abwischbarer, dicker Pappe. Modulare Tableaus und Wertungsplttchen setzen konsequent auf Varianz und kratzen gelegentlich sogar am Kennerspiel-Niveau. Der Wiederspielreiz ist dadurch wirklich enorm. Aber was macht Ravensburger? Der Verlag produziert alles einen Tick zu klein und packt auf der Zielgeraden auch noch Filzstifte des Grauens dazu: Diese malen so dick, dass sie zwar berdeutliche Kreuze erzeugen, zum Schreiben von Ziffern auf den zu kleinen Wertungsfeldern aber komplett ungeeignet sind. Am Ende dieser Mischung aus "Dizzle", "Noch mal" und "Kingdom Builder" offenbart sich darum stets eine eher abstoende Optik. Die Laminierung zeigt leider Schwchen und lst sich bei unserem Exemplar an einigen Stellen. Strend ist auch, dass sich 1 Regeldetail nur mit Blick in den englischen Regeltext klren lsst - und ein zweites gar nicht (in beiden Fllen geht es um Auftragsplttchen). Das alles ist etwas schade, weil hier meiner Meinung nach ein Kracher vorliegt, den man guten Gewissens grer htte produzieren knnen und fr den ich sofort auch 30 Euro hingelegt htte. Trotzdem: SdJ-Nominierung, ick hr dir trapsen... ;-)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.11.21 von Rebhagemann - Fr mich ist es ein Spiel, das echt schtig macht. Da es die App-Umsetzung zeitgleich mit der Verffentlichung gab, habe ich es endlos online gespielt. Wie bei allen Spielen dieser Art spielt man sowieso im Grunde solo, also ist es ein super Solo-Spiel. Inzwischen finde ich es nur irritierend, dass es mir nicht gelingt, ber einen bestimmten Punktestand hinauszukommen. Deshalb denke ich, dass es hier kaum eine Lernkurve gibt und das Spiel mit einiger Erfahrung nur noch glckslastig ist. Nach sehr vielen (!) Partien ist es dann leider doch irgendwann ausgespielt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.01.22 von Koeppquist - Teile die berschenglichen Bewertungen nicht. Fr mich viel "Altes in neuem Gewand"
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.01.22 von Der Fisch - Explorers ist ein Flip-and-Write, das alles so ein bisschen enthlt, aber Vieles auch wieder nicht. Nach und nach werden Plttchen aufgedeckt auf denen zwei Feld-Typen abgebildet sind. Eines whlt der aktive Spieler, das andere darf der andere Spieler "straffrei" nutzen oder ansonsten weniger Kreuze machen. Dabei werden auf einem Feld Kreuz neben Kreuz gesetzt und die Boni auf den umliegenden Rahmen eingezeichnet. Hierfr gibt es entweder wieder Punkte oder Mglichkeiten fr weitere Ankreuz-Optionen. Doch die vielen Ideen sind nicht so wirklich ausgereizt: zwar ist das Spielfeld modular, im Wesentlichen gibt es aber nur eine einfache und eine komplexere Variante. Auch der Ankreuzbereich selbst ist weniger motivierend, zu sehr scheint alles durcheinander gewrfelt - allerdings sorgen hier verschiedene Startaufstellungen fr mehr Abwechslung. Die Punkteoptionen werden eher nacheinander abgegrast, eine wirkliche Taktik ist kaum mglich. Die Ikonografie und kleinere Regeldetails sind zudem nicht selbsterklrend, was es zusammen mit der Tatsache, dass es nur bis vier Personen geeignet ist fr verschiedene Konstellationen weniger geeignet macht. Schade, fr mich bleibt "Silver & Gold" die deutlich bessere Alternative vom gleichen Autoren.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.03.22 von Tim Mertens - Ich teile die berhohen Bewertungen nicht. Ja, es ist ganz nett, aber ich habe schon Besseres gespielt, auch viel Besseres an Flip/Roll & Write. Kommt irgendwie alles bekannt vor, nicht viel Neues. Und das Cover gefllt mir persnlich berhaupt nicht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.03.22 von Tim - Ganz nett, aber etwas zu eintnig fr die relativ komplizierte Wertung.

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