Rezension/Kritik - Online seit 08.10.2014. Dieser Artikel wurde 4967 mal aufgerufen.

Limes

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Autor: Martyn F
Illustration: Claus Stephan
Verlag: Abacus Spiele
Rezension: Franky Bayer
Spieler: 1 - 2
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2014
Bewertung: 3,8 3,8 H@LL9000
3,6 3,6 Leser
Ranking: Platz 4416
Download: Kurzspielregel [PDF]
Limes

Spielziel

Und wieder einmal werden wir Spieler - wie schon so oft - in die Antike zurückversetzt. Diesmal gilt es aber nicht, uns als geniale Feldherren in historischen Schlachten zu profilieren, das Amt eines römischen Tribuns anzustreben oder das Reich und seine Provinzen geschickt zu verwalten. Nein, diesmal halten wir uns ganz am Rande des römischen Imperiums auf, wo der Limes, ein cleveres Netz an Wachtürmen, das Reich vor den Barbaren beschützt, die jenseits der Grenze lauern.

Ablauf

Hier an der Grenze nimmt das Leben seinen normalen Lauf. Bauern bestellen ihre Felder, Fischer werfen ihre Netze aus und Holzfäller durchforsten die Wälder. Nur die zahlreichen Wachtürme deuten darauf hin, dass wir uns fern von Rom befinden. Auf den quadratischen Landschaftskarten des Spiels finden wir deshalb Äcker, Wasser und Wald, sowie Felsen mit Wachtürmen. Jede Karte besteht aus vier Landschaftsfeldern, mit höchstens zwei derselben Sorte auf jeder Karte. Zu Beginn erhält jeder der zwei Spieler eines der beiden identischen Sets aus 24 Landschaftskarten. Die Karten eines Spielers werden gemischt und bilden einen verdeckten Stapel, die Karten des anderen Spielers hingegen können nummerisch sortiert werden.

Ein Spielzug besteht aus zwei Teilen, die von beiden Spielern gleichzeitig durchgeführt werden. Zuerst wird zufällig eine Karte vom Stapel gezogen. Beide Spieler müssen nun die gleiche Karte in ihre eigene Auslage legen. Dabei sind nur wenige Legeregeln zu befolgen. So müssen zwar die Karten aneinander gelegt werden, dürfen aber beliebig ausgerichtet und gedreht werden. Auch ist es nicht vorgeschrieben, dass benachbarte Felder übereinstimmen müssen. Benachbarte Felder derselben Sorte (außer Felsen) bilden allerdings ein gemeinsames Gebiet. Und schießlich muss noch darauf geachtet werden, dass die Ausdehnung der Auslage maximal vier Felder in Länge als auch Breite betragen darf.

Danach darf jeder Spieler einen Arbeiter setzen. Dieser Arbeiter darf nur auf die gerade gelegte Karte platziert werden, außerdem muss sich der Spieler entscheiden, auf welchem bestimmten Feld er stehen soll. Auf einem Acker wird die Figur zu einem Bauern, auf Wasser natürlich zum Fischer, auf einem Wachturm zum Wächter und im Wald zum Holzfäller. Alternativ kann auch eine bereits im Spiel befindliche Figur bewegt werden, und zwar in ein benachbartes Gebiet. Nachdem jeder Spieler nur über sieben Spielfiguren verfügt, findet diese Möglichkeit vor allem gegen Ende des Spiels Anwendung.

Das Spiel endet, wenn jeder Spieler 16 Karten in seiner Auslage hat, wobei mit dem Legen der letzten Karte noch ein letztes Mal eine Figur eingesetzt oder bewegt werden darf. Danach kommt es zur Wertung. Je nach Beruf bringen die gesetzten Figuren auf unterschiedliche Weise Siegpunkte. Jeder Bauer bringt einen Siegpunkt für jedes Feld seines Ackergebiets. Jeder Fischer bringt einen Siegpunkt pro Fischerhütte, die direkt an das Ufer seines Wassergebiets angrenzt. Jeder Holzfäller bringt einen Siegpunkt für jedes zu seinem Waldgebiet angrenzende Gebiet. Und schließlich bringt jeder Wächter einen Siegpunkt für jedes Waldfeld, das er in waagrechter und senkrechter Linie von seinem Turmfeld aus sehen kann. Es gewinnt der Spieler, der insgesamt die meisten Siegpunkte erzielt.

Fazit

Das Legen der Karten und das anschließende Einsetzen eines Arbeiters, der damit eine bestimmte Funktion übernimmt, erinnert an das berühmte Legespiel Carcassonne, welches im Jahre 2001 immerhin zum "Spiel des Jahres" gekürt wurde. Ich würde Limes spielmechanisch jedoch eher mit einem anderen Klassiker vergleichen. Auch bei Take it easy wird nämlich per Zufall ermittelt, welches Plättchen es von allen Spielern in ihre eigene Auslage zu legen gilt. Und wie bei diesem bleiben auch hier am Ende Karten bzw. Plättchen übrig, womit der Wahrscheinlichkeit, welche Karten/Plättchen überhaupt ins Spiel kommen und welche nicht, eine große Bedeutung zukommt.

Bereits recht früh sollte man sich für bestimmte Gebiete entscheiden, die man dann im Laufe der weiteren Partie forcieren kann, um damit viele Punkte zu erzielen. Genauso wichtig ist es allerdings, flexibel zu bleiben, zu reagieren, wenn sich Gelegenheiten bieten, oder es doch mal anders läuft als man es sich vorstellt. Im Schnitt sollte schließlich jede Figur schon mindestens fünf bis sechs Punkte einbringen. Beim Einsetzen der Figuren kommt es auch auf das richtige Timing an, damit es nicht passiert, dass man zum Schluss nur mehr ein paar mickrige Pünktchen kassiert.

Das Solospiel trägt diesem Umstand Rechnung. Man vergleicht am Ende seine erzielten Siegpunkte mit einer Tabelle. Für seine Leistung erhält man fast wie in der Schule Noten, wie etwa "gut" (35 bis 41 Punkte) oder "sehr gut" (42 bis 48 Punkte). Für 49 und mehr Siegpunkte wird man quasi mit einem "römischen Einser" (wie treffend!) ausgezeichnet. So kann man versuchen, seinen persönlichen Highscore zu verbessern.

Dennoch ist das Spiel zu zweit wesentlich interessanter. Prinzipiell wäre Limes ohne weiteres für eine größere Personenzahl geeignet, wie es ja auch bei Take it easy der Fall ist, bei dem es eine Ausgabe für bis zu acht Personen im Handel gibt. Warum der Verlag nur Material für zwei Personen eingepackt hat, entzieht sich meiner Kenntnis. In die Schachtel hätten gut und gerne noch mindestens zwei weitere Karten- und Figurensätze Platz gehabt, und die Mehrkosten dafür wären sicher überschaubar gewesen. So betrachte ich es ein wenig als Hohn, wenn in der Spielregel darauf hingewiesen wird, dass "Limes mit mehr als einem Exemplar auch mit mehr als 2 Spielern gespielt werden kann".

Die Spielregel bietet noch zwei Varianten an. Die erste erlaubt auch diagonales Anlegen, die zweite ergänzt die Bewegungsregel für die Arbeiter insofern, dass nun ein eingesetzter Fischer auch als Fährmann dienen kann. Im Internet gibt es mittlerweile bereits eine Profiregel zum Downloaden, bei der zusätzliche Bonuspunkte für alle Arbeiter winken. Zum Beispiel baut ein Holzfäller auch Hütten, was sich in einem Bonuspunkt für jede Hütte im Wald auswirkt. Dadurch wird das Ganze etwas komplexer, und es gibt mehr Aspekte zu beachten und zu kombinieren, am Spielprinzip ändert dies aber nichts.

Insgesamt ist Limes ein gutes, taktisches Legespiel. Nicht umsonst schaffte es sein Vorgänger Cities auf die Empfehlungsliste zum "Spiel des Jahres" und wurde in Holland zum "Nederlandse Spellenprijs" nominiert. Schade nur, dass in der neuen Ausgabe im Gegensatz zu Cities lediglich Material für zwei Spieler vorhanden ist ...

Rezension Franky Bayer

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Limes: 3,8 3,8, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.08.14 von Franky Bayer - Landschaften legen und Figuren ddraufsetzen, das erinnert zwar an "Carcassonne", spielmechanisch hat das Spiel aber mehr von "Take it easy", da auch hier zufällig für alle Spieler Kärtchen gezogen werden, die dann jeder bestmöglich in seine eigene Auslage einbaut. Warum das Spielmaterial nur für 2 Personen ausgelegt ist, ist mir ein Rätsel.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.10.14 von Andreas Odendahl - Cities hat mich damals mehr angesprochen. Das jetzige Thema finde ich albern. Dazu hatte Cities deutlich wertigeres Material. Das Spiel bleibt gleich gut. Warum nur zu zweit? Wer solche Spiele gern im Familienkreis spielt muss eben zu seinem alten Cities greifen...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.10.14 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.01.15 von Udo Kalker - Eher als eine Art Zweipersonen-Solitär hat es mir nur bedingt gefallen.

Leserbewertungen

Leserwertung Limes: 3,6 3.6, 10 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.10.14 von Hans Huehnchen - Ist das Abgucken beim Gegenspieler schon Interaktion?
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.10.14 von -DaLi - überflüssiges SoloOptimierSpiel und dann auch noch lediglich Material für 2 Spieler
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.10.14 von Jörn
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.10.14 von Daniel Noé - Dieses Spiel hat den International Gamers Award 2014 gewonnen - kaum zu glauben, da in der gleichen Kategorie das bombastisch gute Battlelore 2nd Edition nominiert war. Nett ist es, aber ob das ein Kompliment ist? Ein weiteres Spiel was null Chance hat auf meinen Tisch zu kommen, für Patiencefreaks aber durchaus einen Blick wert...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.12.14 von Koeppquist - Carcassonne "Light" für 2 Spieler
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.01.15 von Stefan H. - Spielen wir zurzeit regelmäßig zwischendurch. Genau dafür scheint es gemacht zu sein. Ein nettes Legespiel mit taktischen Möglichkeiten, um auf das Spiel Einfluss zu nehmen. Empfehlung für Paare, die ab und zu zu zweit spielen möchten......
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.01.15 von Braz - Das Spiel gefällt mir wirklich gut.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.09.15 von Marcel Puffe - Eine runde und vorallem flotte Angelegenheit für zwischendurch. Interaktion gibt es nicht, der Grundmechanismus, dass beide Spieler immer dieselben Karten legen, weiß aber zu gefallen. Einziger Kritikpunkt ist, dass nur für zwei Spieler Spielmaterial beiliegt, obwohl der Mechanismus eine theoretisch unbegrenzte Spieleranzahlen zuließe. Mehrere Exemplare kaufen kommt aber angesichts des quantitativ sehr überschaubaren Spielmaterials für mich nicht in Frage.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.09.15 von Tim - Nettes Solo-Spiel, dem ein echter Mehrspieler-Modus sicher nicht schlecht getan hätte. Kommt bei uns regelmäßig auf den Tisch. Der Spieletitel ist allerdings (leider) grob irreführend, mit dem Limes hat das Spiel absolut nichts zu tun.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.10.18 von felixs - Lege- und Flächenaufbauspiel der eher drögen Sorte. Reizt mich gar nicht, ist aber solide gemacht. Teilweise finde ich es nicht ganz so übersichtlich, wie man es sich bei dem einfachen Konzept gewünscht hätte.

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