Rezension/Kritik - Online seit 19.05.2018. Dieser Artikel wurde 2568 mal aufgerufen.

Valeria: Königreich der Karten / Card Kingdoms

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Autor: Isaias Vallejo
Illustration: Mihajlo Dimitrievski
Verlag: Schwerkraft-Verlag
Daily Magic Games
Rezension: Frank Solnitzky
Spieler: 1 - 5
Dauer: 30 - 45 Minuten
Alter: ab 13 Jahren
Jahr: 2016, 2017
Bewertung: 3,5 3,5 H@LL9000
3,6 3,6 Leser
Ranking: Platz 4026
Valeria: Königreich der Karten / Card Kingdoms

Spielziel

"Freunde, Valerianer, Landsleute: Hört mir zu. In den Wäldern, Sümpfen und Bergen unseres Herzogtums treiben wilde Kreaturen ihr Unwesen. Sie bedrohen das Leben unserer Frauen und Kinder. Ein jeder von euch muss dazu beitragen, das Übel im Keim zu ersticken. Ob Handwerker, Priester oder Soldat, jeder muss seinen Teil dazu beitragen, damit wir wieder friedlich zusammen leben können. Ich verspreche euch nicht nur meinen Dank, sondern Schätze und Ländereien." Sir Gustavo der Zornige, 1246

Ablauf

Bevor eine Partie von Valeria losgehen kann, muss das Königreich erst aufgebaut werden. Das kann ca. 5 Minuten dauern bis man alle benötigten Karten für das Setting herausgesucht hat. Der Aufbau von Valeria: Königreich der Karten lässt sich in drei Bereiche unterteilen. Oben liegen die Kreaturen aus 5 verschiedenen Gebieten, sortiert nach Regionen und geordnet nach dem Schwierigkeitsgrad. Die leicht zu erlegenden Monster liegen oben, die Endbosse unten. In der Mitte ist das Dorf, welches aus einer Auslage von 10 unterschiedlichen Bürgern besteht. Unten befinden sich 15 Gebietskarten, je 3 in 5 Stapeln, wobei jeweils nur die oberste Karte verfügbar ist. Die Ressourcensteine, die Gold, Stärke und Magie repräsentieren, werden sortiert griffbereit zur Seite gelegt.

Jeder Spieler erhält zu Spielbeginn einen Ritter und einen Bauern für sein Dorf. Die Bürgerkarten haben Zahlen von 1 bis 12 aufgedruckt. Zudem ist die Fähigkeit im eigenen Zug und bei denen der Mitspieler angezeigt nebst der Zugehörigkeit zu einer Personengruppe. Zusätzlich gibt es zwei Gold und eine Magie als Startkapital.

Der Zug eines Spielers beginnt immer mit dem Würfeln beider sechsseitiger Würfel. Dadurch werden drei Bürger in allen Dörfern aktiviert. Alle Bürger, die den beiden einzelnen Würfelaugen entsprechen und dazu noch alle, die der Summe aus beiden Würfelaugen entsprechen. Jeder Spieler führt die angegebene Aktion der aktivierten Bürger zeitgleich aus. Im eigenen Zug erhält man die linke Belohnung, beim gegnerischen Würfelwurf die Belohnung, die rechts vermerkt ist.

Anschließend macht ein Spieler in seinem Zug zwei Aktionen, die er aus drei Möglichkeiten wählen kann:

1. Er tötet eines der offenliegenden Monster, indem er die Menge an Stärke und eventuell Magie abgibt und erhält sofort eine aufgedruckte Belohnung. Zusätzlich gibt es bei Spielende Siegpunkte für jedes besiegte Monster.

2. Er rekrutiert aus dem Dorf einen Bürger, indem er den Preis in Gold bezahlt. Der erste Bürger einer jeden Sorte kostet den aufgedruckten Wert. Jeder weitere der gleichen Art kostet eine Goldmünze mehr.

3. Er übernimmt ein Gebiet, indem er die aufgedruckten Kosten bezahlt. Hierzu muss er allerdings erst eine bestimmte Kombination an Bürgern vorweisen, die den aufgedruckten Anforderungen entsprechen. Er erhält dadurch entweder einen sofortigen oder dauerhaften Bonus nebst den Siegpunkten bei Spielende.

Als Notaktion gibt es immer auch die Möglichkeit eine beliebige Ressource zu nehmen, falls man keine der oberen drei Aktionen machen kann oder will.

Das Spiel endet entweder wenn alle Monster getötet, alle Gebiete eingenommen oder zwei Stapel pro Mitspieler als "erschöpft" markiert wurden. Ein Stapel ist erschöpft, wenn keine Karten mehr dort liegen.

Nachdem das Spielende ausgelöst wurde, erfolgt die Endabrechnung. Die Spieler erhalten Punkte gemäß der Werte ihrer erschlagenen Monster und Gebiete. Zusätzlich hatte zu Beginn des Spiels jeder Spieler einen von zwei Herzögen ausgewählt, der ihm nun Punkte entsprechend der aufgedruckten Bedingungen bringt. So belohnt ein Herzog zum Beispiel die Anwesenheit von Handwerkern im Dorf mit 2 Punkten und Priester mit 1 Punkt. Ein anderer belohnt das Erschlagen von Monstern oder die Übernahme von Gebieten stärker. Allen gemein ist das Umrechnen der verbliebenen Ressourcen in Siegpunkte in einem gewissen Verhältnis. Der Spieler mit der größten Gesamtpunktzahl ist der neue König von Valeria.

Fazit

Valeria lebt von der Atmosphäre, zu der der Graphiker mit den wunderschön gestalteten Karten den Hauptanteil beigetragen hat. Die Schachtel ist funktional gestaltet und bietet bereits Platz für die Erweiterungen und Promokarten, die bereits verfügbar sind. Die Ressourcen Gold, Stärke, Magie und Siegpunkte sind aus Holz gefertigt, und einige Pappcounter runden das gelungene Spielmaterial ab.

Das Spiel spielt sich flüssig ohne große Wartezeiten, wenn man den Aufbau erst einmal erledigt hat. Der dauert gefühlt zu lange. Bis man die ganzen Karten aus der Spieleschachtel herausgesucht hat, dauert es seine Zeit. Die Regel macht einige Vorschläge für den Aufbau bestimmter Szenarien. Dort müssen dann einige Gebietskarten aussortiert werden, was wiederum Zeit kostet. Warum diese Karten aussortiert müssen, verschweigt die Regel. Auch einige andere Fragen bleiben unbeantwortet.

Die Regel ist an sich ordentlich strukturiert, wenn auch etwas detailverliebt. Der Spielverlauf wird eingängig vermittelt. Spieler, die bereits Machi Koro gespielt haben, finden sich sowieso schnell zurecht. Einige Details, die erst während des Spiels und durch einige Kartentexte interessant werden, werden nicht erläutert. So ist zum Beispiel unklar, ob eine bereits liegende "Erschöpft"-Karte wieder entfernt wird, wenn ein Spieler eine Karte auf diesen Stapel zurücklegen muss. Auch ist nicht explizit erwähnt, ob die beiden Startbürgerkarten am Ende zu der Herzogwertung zählen (Ich weiß nun, dass sie nicht gewertet werden). Diese wie einige andere Erkenntnisse muss man sich aus Foren zusammentragen, da die Regel hier unpräzise ist.

So schön die Karten auch sind, einige Symbole muss man sich erst erarbeiten. Auch hier hätte ich mir vor allem zu den Gebietskarten einige Erläuterungen in der Regel gewünscht. Für die Auswertung wäre ein Block für die Punkte, die man mit Siegpunktchips, Gebieten und Herzog gemacht hat, hilfreich gewesen (gibt es im Netz zum selbst Ausdrucken!).

Da immer alle Spieler bei jedem Zug beteiligt sind, spielt sich Valeria in allen Besetzungen gleich gut. Die Spannungskurve bleibt dennoch flach, da man erst am Ende durch die Herzogwertung den Überblick hat, wer denn nun gewonnen hat. Das tut dem Spielspaß aber keinen Abbruch. Das Spiel ist in 30-45 Minuten gespielt und macht für diesen Zeitraum Spaß. Lediglich am Ende kann es vorkommen, dass man in Ressourcen erstickt und permanent wechseln muss. Dieses "Steinchen wechsle dich-Geschiebe" ist nicht jedermanns Sache. Ob die Herzöge ausreichend ausbalanciert sind, vermag ich selbst nach einem Dutzend Partien nicht hinlänglich zu beantworten.

Das Spiel ist nicht komplex, so dass auch schon spieleerfahrene Achtjährige wunderbar mitspielen und gewinnen können. Das Spiel bietet eine gelungene Mischung aus Glück und Strategie, die über die Spieldauer hin unterhält. Lediglich die erwähnten Mankos in der Regel und der relativ hohe Kaufpreis sind ein Wermutstropfen.

Rezension Frank Solnitzky

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Valeria: Königreich der Karten / Card Kingdoms: 3,5 3,5, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.04.18 von Frank Solnitzky
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.05.18 von Michael Kahrmann - Mir dauert es einfach viel zu lange. Es gibt interessantere Deckbuilder.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.05.18 von Sandra Lemberger - Tolle Kartengrafiken, aber das Spiel fühlt sich sehr langatmig an. Es gibt selten Rohstoffzwänge, denn fast jeder Spielzug bringt viele Erträge, die man wieder auszugeben versucht. Das fühlt sich eher wie eine große Materialschlacht an.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.08.18 von Udo Kalker - Tja, optisch ist Valeria der Hammer (spielen-wollen Reflex), kann aber spielerisch nicht mithalten. Als es erklärt wurde, dachte ich direkt an Machi Koro, dass weniger kolossal, dafür aber knackiger und schneller rüberkommt. Die erste Freude über das mega-tolle Spielmaterial und das Artwork, hatte sich dann schnell in eine langweilige Ressourcen-Schubserei verflüchtigt. Blöd auch, dass die Spielregel nicht immer alles eindeutig erklärt ...

Leserbewertungen

Leserwertung Valeria: Königreich der Karten / Card Kingdoms: 3,6 3.6, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.10.17 von Hans Huehnchen - Die Spielreizbewertung bezieht sich auf das Solospiel und das Spiel zu zweit, für jeden weiteren Mitspieler kann man je einen Punkt abziehen. Die Anleitung ist miserabel - viel zu ausführlich und vergisst trotzdem einiges. Interaktion findet kaum statt. Material und Grafiken sind toll. Vor allem solo und zu zweit ist Valeria eine gelungene Alternative zu Machi Koro im Fantasy-Gewand. Bin auf die Erweiterungen gespannt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.01.18 von Lascar - An sich ein abwechslungsreiches Deck-Building-Spiel mit einer leider etwas übermäßig ausführlichen Anleitung, die nicht alle Fragen klärt (vor allem bei den Sonderfunktionen der Gebietskarten). Einzig etwas nervig ist im späteren Spiel die Ertragsphase, da bei vielen Mitspielern sich diese etwas in die Länge ziehen kann.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.06.18 von Pet Erpan - Sehr unausgegoren Spiel.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.08.18 von Kivi - Boah, was soll man dazu sagen...zu viert gespielt, da rappeln an allen Ecken und Enden Materialien in deinen Vorrat, die du dann versuchst, in vernünftige Karten umzutauschen um dann beim nächsten Mal noch mehr von den Materialien zu bekommen. Joa, dass war es dann aber auch schon. Dafür dauert das Spiel dann doch zu lange und eigentlich sitzt man die ganze Zeit nur da und passt auf wie ein Luchs, welche Masse an Holzmarkern man sich jetzt wieder nehmen muss, ähm, kann um diese dann in seinem Zug wieder zurück auf den Haufen zu legen. Die Aufmachung ist grandios, aber das Spielgefühl leider nicht. Dann lieber eine Runde Machi Koro, da nimmt man sich nur eine Resource, macht im Prinzip aber das Gleiche, aber es ist schneller gespielt. Schade, sieht aus wie der Knaller, spielt sich leider nicht so.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.08.18 von Legolars - Tolles Spiel und für mich eines der Jahreshighlights 2017/18 "Machi Koro" gefiel uns schon ganz gut, bot auf Dauer nur mit Erweiterung die gewünschte Abwechslung, hier ist es ähnlich, allerdings ist das Spielgefühl spannender und somit kommt Valeria bei uns immer wieder gerne auf den Tisch. Einige Mitspieler (Eher Gelegenheitsspieler) wollten es sich nach der Partie gleich kaufen.. Insgesamt kommt mir persönlich Valeria zu schlecht weg im Jahresrückblick vieler..

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