Rezension/Kritik - Online seit 04.03.2020. Dieser Artikel wurde 3055 mal aufgerufen.

Mandala

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Autor: Brett J. Gilbert
Trevor Benjamin
Illustration: Klemens Franz
Verlag: Lookout Games
Rezension: Renate Gerling-Halbach
Spieler: 2
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2019
Bewertung: 5,3 5,3 H@LL9000
5,3 5,3 Leser
Ranking: Platz 278
Download: Kurzspielregel [PDF]
Mandala

Spielziel

Mandala ist inspiriert von der spirituellen Welt des Buddhismus. Ein Mandala wird zuerst aus farbigem Sand erschaffen. Wenn es vollkommen ist, wird es wieder zerstört und der Sand in den Fluss gestreut. Dies symbolisiert die Vergänglichkeit des Seins. Mandala ist ein taktisches Kartenspiel mit Wettkampf-Charakter. Die Spieler erschaffen mit ihren Handkarten Mandalas auf dem Spielplan, zerstören sie wieder und sammeln dabei gleichzeitig fleißig Punkte.

Ablauf

Grundlage des Spiels sind Karten, die 6 verschiedene Farbmuster haben. Zentraler Mittelpunkt ist ein Spielplan mit zwei leeren Mandalas. Diese Mandalas bestehen aus 3 Bereichen: die Mitte, in die beide Spieler Karten legen können, und die beiden persönliche Bereiche jedes Spielers auf den Längsseiten des Spielplans, in die nur die Spieler selbst Karten legen können. An den Längsseiten befinden sich auch für jeden 6 Felder, die den eigenen "Fluss" darstellen, das 7. Feld ist der sogenannte "Kelch".

Zu Beginn erhält jeder 6 Handkarten sowie 2 Karten, die jeder nach Kenntnisnahme verdeckt in seinen Kelch legt. Für jedes Mandala werden 2 Karten gezogen und offen in das Zentrum des jeweiligen Mandalas gelegt. Jeder Spielzug besteht nun aus 3 Möglichkeiten:

  • Man legt 1 Karte in das Zentrum eines Mandalas und zieht bis zu 3 Karten nach (Limit: 8 Handkarten).
  • Man legt 1 Karte in sein persönliches Feld, ohne Karten nachzuziehen.
  • Man legt 1 oder mehr Karten einer Farbe auf den Ablagestapel und zieht genauso viele Karten nach, wie man abgelegt hat.

Folgende Regeln sind zu beachten:

  • Es darf in das persönliche Feld nur eine Karte gespielt werden, deren Farbe noch nicht im Zentrum oder im Feld des Mitspielers liegt.
  • Es darf ins Zentrum keine Karte gespielt werden, deren Farbe sich bereits in den persönlichen Feldern der Spieler befindet.
  • Es ist ausdrücklich erlaubt, weitere Karten einer Farbe ins Zentrum oder in den eigenen persönlichen Bereich zu spielen, wenn diese Farbe bereits vorhanden ist.

Nach jedem Spielzug wird geprüft, ob das Mandala vollendet ist, d. h. ob in einem Mandala alle 6 Kartenfarben vorhanden sind. In diesem Falle muss es aufgelöst werden. Dazu werden die Karten aus dem Zentrum verteilt. Wer die größere Anzahl Karten in seinem Bereich liegen hat, beginnt und nimmt alle Karten einer Farbe, legt eine davon in ein Ablagefeld seines Flusses, die restlichen Karten dieser Farbe kommen in den Kelch. So werden die 6 Ablagefelder nach und nach mit den unterschiedlichen 6 Farben aufgefüllt. Ist der erste Fluss komplett, endet das Spiel. Ebenfalls tritt das Spielende bei folgender Situation ein: Der Nachziehstapel ist aufgebraucht und der durchmischte Ablagestapel bildet den neuen Nachziehstapel. Wenn jetzt das nächste Mandala vollendet wird, endet das Spiel.

Die Karten, die die Spieler in ihren Kelchen gesammelt haben, werden nun ausgwertet. Der Punktwert dieser Karten richtet sich nach der Position der entsprechenden Farbkarte im Fluss der jeweiligen Spieler. Die erste abgelegte Farbe hat den Wert von 1 Punkt, die zweite Farbe von 2 Punkten usw. Derjenige, der am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, hat gewonnen.

Fazit

Beim Spielmaterial von Mandala fällt vor allem der Spielplan auf: Es gibt kein Spielbrett, sondern eine bedruckte Stoffmatte, ähnlich wie ein Geschirrtuch. Das ist ganz nett, weil es mal etwas Neues ist und eventuell dem weichen Untergrund der Sand-Mandalas nachempfunden wurde. Allerdings finde ich es persönlich nicht ganz praktisch. Vor dem ersten Gebrauch muss das Tuch erst gebügelt werden, da sonst aufgrund der Falten die Karten nicht vernünftig abgelegt werden können. Um es in der Box zu verstauen, kann es zwar locker zusammengelegt werden, aber Knicke bleiben immer, das finde ich nicht optimal. Darüber hinaus es stört mich, dass - zumindest bei meinem Exemplar - der Druck nicht exakt mit der Tuchkante parallel läuft. Die Spielkarten sind von guter Qualität und ansprechend illustriert, doch hätten sie ein Inlay zum besseren Verstauen im Karton verdient. Und so schön dieser von außen gestaltet ist, so billig sieht er von innen aus, Ober- und Unterteil nur nackter Karton - das geht besser.

Die Regeln sind gut erklärt und nachvollziehbar, so dass sofort gestartet werden kann. Es spielt sich alles recht zügig und auf den ersten Blick sieht alles ganz einfach aus, aber das Spiel hat durchaus taktische Tiefe. Wenn ein Mandala fertig ist, liegen meist nur Karten in 2 Farben zur Auswahl, und derjenige, der die meisten Karten in seinem Bereich liegen hat, darf als Erster wählen. Haben beide Spieler jedoch gleich viele Karten in der Mitte, darf jenige anfangen zu wählen, der das Mandala nicht vollendet hat. Also bemüht man sich, ein Mandala nur zu beenden, wenn man auf jeden Fall mehr Karten als der Mitspieler in seinem persönlichen Bereich liegen hat. Es kann natürlich auch sein, dass einem die Farben, die verteilt werden, keine wesentlichen Vorteile bringen. In der Zwickmühle steckt man, wenn man ein Mandala vollenden kann, aber zu wenig Karten in der Auslage liegen hat, um als Erster zu wählen. Ebenfalls dumm ist, wenn man zwar in die Mitte ablegen könnte, um seine Handkartenanzahl zu vergrößern, aber leider nur die Farbe hat, die dem Mitspieler nützt, wenn aufgelöst wird.

Die Wertigkeit der Farben sollte immer aus beiden Perspektiven betrachtet werden. Wer außerdem ein bisschen Kopfrechnen kann, ist klar im Vorteil. Taktisch klug ist es auch, die zwei Karten, die man ganz zu Anfang im Kelch liegen hat, erst relativ spät zu sammeln.

Am Auslagenbeispiel können ein paar Überlegungen veranschaulicht werden: Gehen wir davon aus, dass der untere Spieler das rechte Mandala vollendet hat, dann kann der obere Spieler mit dem Auswählen beginnen. Er wird vermutlich spontan die lila Karten wählen, da sie ihm 8 Punkte bringen (1 Karte kommt in den Kelch, die anderen 2 auf die Position 4) Würde er die grünen Karten nehmen, würden die ihm nur 3 Punkte bringen. Der untere Spieler nimmt dann die grünen Karten, diese bringen ihm insgesamt 12 Punkte. Er würde in diesem Zug also 4 Punkte mehr bekommen.

Taktisch klüger wäre es also für den oberen Spieler, die grünen Karten zu nehmen, denn dann bekommen beide Spieler nur 3 Punkte.

Beim linken Mandala werden beide Spieler sich bemühen, das Mandala zu vollenden, denn beiden bringen die orangen Karten viele Punkte. Wenn es für den unteren Spieler nicht möglich ist, mehr Karten in seinem Bereich abzulegen und er in die Mitte ablegen muss, sollte er grüne Karten ablegen, da der Gegenspieler die orangen Karten nehmen wird. Legt er orange Karten ab, ist das nur vorteilhaft für den Gegenspieler.

Aber auch wenn man nicht so viel rechnen und grübeln will, spielt sich Mandala sehr schnell und unterhaltsam. Da die Spieldauer recht kurz ist, lohnen sich auch mehrere Spiele nacheinander - es besteht Suchtgefahr. Mandala ist ein gelungenes 2-Personen-Spiel, das zwar einen Glücksfaktor hat, aber dennoch taktische Tiefe.

Rezension Renate Gerling-Halbach

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Mandala: 5,3 5,3, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.12.19 von Renate Gerling-Halbach - Ein super 2-Personenspiel. Man muss ein bißchen Glück haben, aber Strategie und Taktik sind auch wichtig, um zu gewinnen. Prima für mal eben zwischendurch, da bleibt sogar die Zeit für eine Revanche. Hat Suchtpotenzial.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.10.19 von Michael Fuchs - Ein kleiner Geheimtipp für Kartenspielfreunde. Sehr schöne Spielausstattung, einwandfreie Spielregel und ein anspruchsvolles Spielsystem lässt keine Wünsche offen. Es gibt im Grunde kaum Kommunikation zwischen den Spielern - also Schach mit Karten. Wen dies nicht stört, wird mit diesem Spiel viel Spaß haben. Das neuartige Ablagesystem der Karten, das sehr interessante Punktesystem und der spannende Spielverlauf, bieten genügend Wiederspielreiz.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.11.19 von Michael Dombrowski - Die Regeln des Spieles sind im Grunde einfach. Es geht darum an zwei Ablageplätzen des „Spielbretts“ ( was eigentlich ein bedrucktes Tuch ist!) seine Farbkarten ( die schöne Mandalas darstellen) abzulegen. Dabei gilt die goldene Regel: jede Farbe darf nur einmal vertreten sein. Daraus ergeben sich hochinteressante und hochspannende taktische Möglichkeiten, die man so gar nicht vermuten würde. Wenn an einem Ablageplatz alle Farben liegen, wird er aufgelöst. Derjenige, der an seiner Seite des Platzes mehr Karten gelegt hat, hat den ersten Zugriff auf die Karten in der Mitte des Platzes und nimmt sich alle Karten einer Farbe, dann der Gegner usw. Jede Farbe darf man nur 1x in seiner Wertungsreihe haben; wer zuerst alle Farben in seiner Wertungsreihe hat beendet das Spiel, was in der Regel nicht länger als 10 bis 15 Minuten dauert. Dann wird gezählt wieviele Karten man von jeder Farbe sammeln konnte, wobei die Kartenfarben, die in die Wertungsreihe zuerst gelegt werden mussten, weniger wert sind als die später gelegten. Das Spiel ist hoch interaktiv, da man sich ständig belauert und abwägen muss, ob man einen Ablageplatz beendet oder ihn offen lässt, um mehr Karten für die Wertung hinein zu spielen. Außerdem kann man den Gegner in seinen Möglichkeiten beschränken, in dem man viele verschiedene Farben spielt, so dass seine Wahlmöglichkeiten begrenzt werden. Durch die kurze Spieldauer spielt man hier normalerweise gleich mehrere Runden hintereinander. Es macht einfach Spaß, ist spannend. Suchtfaktor. Ein kleines Spiel mit sehr großem Spielspaß für 2 Personen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.03.20 von Sandra Lemberger

Leserbewertungen

Leserwertung Mandala: 5,3 5.3, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.11.19 von Hans Huehnchen - Mandala ist ein einfaches, schnelles und trotzdem sehr spannendes und keinesfalls banales Kartenspiel mit hoher Interaktion. Toll!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.11.19 von Peter Steinert - Zwei Dinge wurden diesem sehr gelobten Spiel vorgeworfen: Die zwei Startkarten für ein neues Manala seien zu glückslastig, und das Kartenabwerfen sei eine fast überflüssige Aktion. Beides teile ich nach einem Dutzend Partien nicht! "Mandala" ist ein perfektes, überraschend tiefes Zweipersonenspiel, dessen gediegene Aufmachung das Spielerlebnis wunderbar stützt. Noch besser als "Lost Cities"! So etwas könnte ich mir sehr gut auf der Nominierungsliste vorstellen... Wäre mal was anderes ;-)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.02.20 von Günter Dömer - Kann mich den bisherigen Kommentaren nur anschließen. Viel besser kann man ein Zweierspiel nicht machen
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.02.20 von Christiansen
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.03.20 von JonTheDon - Reizt den Kopf - aber nicht das Herz.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.03.20 von Ulrich Roth - Spieltechnisch ein Meisterwerk, keine Frage. Das viel gelobte Materialdesign hat allerdings ein paar Macken: Den Spielplan wird man bügeln und dann außerhalb der Schachtel aufbewahren müssen, und seine grafische Gestaltung könnte auch besser sein: Die "Felder" für die eigenen Karten der Spieler sind viel zu schmal (hier hätte man einfach die nummerierten Kästchen zwei Zentimeter nach außen rücken können) und sehen im übrigen auch nicht so aus, als ob man da Karten hinlegen sollte (im Gegensatz zur Mitte). All dies hat mich dermaßen gestört, dass ich mir meine eigene Version des Spiels gebastelt habe.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.03.20 von FL - Ich teile die Meinung von JontheDon. Und irgendwie hab ich immer das Gefühl irgend etwas am Spiel ist nicht ganz stimmig. Nicht falsch verstehen: Es ist kein schlechtes Spiel, aber...

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