Rezension/Kritik - Online seit 13.06.2019. Dieser Artikel wurde 2890 mal aufgerufen.

Hadara

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Autor: Benjamin Schwer
Illustration: Dominik Mayer
Verlag: Hans im Glück
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 2 - 5
Dauer: 45 - 60 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2019
Bewertung: 4,3 4,3 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 2671
Hadara

Spielziel

Jeder Spieler will sein kleines Königreich zur mächtigen Zivilisation aufbauen. Man will Geld scheffeln, Kolonien erobern, Büsten meißeln und muss natürlich sein Volk ernähren können, sonst packt es die Koffer und haut ab. Und diese Meisterleistungen kann man in ca. einer Stunde rocken. Da kann sogar die Familie mitspielen.

Ablauf

Hadara spielt man in drei Epochen, und jede Epoche gliedert sich in Phase A und Phase B.

In Phase A zieht man zufällig pro Spieler zwei Karten und legt sie auf die farblich passenden Felder des Spielplans. Der Startspieler sucht sich aus, wie das Rad mit den Spielersymbolen ausgerichtet sein soll, und dann zieht jeder zwei Karten von dem Stapel, auf welchen das eigene Symbol zeigt. Eine dieser Karten muss man auf jeden Fall auf den Ablagestapel der Farbe werfen. Die andere Karte kann man dann kaufen oder verkaufen. Im letzteren Fall bringt sie pro Epoche immer ein wenig mehr Münzen. Im ersteren Fall muss man Münzen zahlen, dann wandert sie unter das eigene Spielbrett in die offene Auslage. Hat man bereits Karten dieser Farbe dort liegen, wird die neue Karte billiger. Die meisten Karten zeigen Zahlen in farbigen Quadraten. Um diese Zahlen bewegt man die Marker auf seinem Spielbrett in den entsprechenden Farbreihen vor.

Phase A geht solange, bis alle verdeckten Karten genommen wurden. Jetzt bekommt jeder Münzen im Wert seiner gelben Reihe. Danach kann jeder Spieler Kolonien erobern - sofern der Wert der roten Reihe groß genug dafür ist. Wann immer man eine Kolonie bekommt, kann man sich aussuchen, sie zu "plündern" und sofort Geld dafür zu bekommen, oder etwas Geld zu bezahlen und das Kolonieplättchen umzudrehen. Dadurch werden vielleicht mehr Siegpunkte, aber auf jeden Fall Bonuspunkte für eine oder mehrere der eigenen vier Reihen freigegeben. Danach kann man kulturell werden und eine Büste meißeln - wenn der Wert der blauen Reihe groß genug dafür ist. Darf man meißeln, kann man diese Büste auch einer seiner vier Reihen widmen und deren Wert erhöhen. Oder sich ganz schnöde zum Spielende mehr Siegpunkte nehmen.

Danach folgt Phase B. Beginnend mit dem Startspieler sucht sich jeder reihum eine der oberen Karten von den offenen Ablagestapeln aus. Und wieder gilt: verkaufen oder kaufen. Sind alle Karten weg, gibt's wieder Geld, vielleicht eine neue Kolonie, vielleicht eine neue Büste und dann noch zwei neue Dinge: Der Wert der grünen Leiste (Ernährung) muss mindestens so groß sein, wie die Anzahl der eigenen Karten. Reicht die Ernährung nicht, verliert man Karten, bis es passt - und damit auch Werte auf seinen Leisten.

Und als Letztes in Phase B kann man sich Medaillen kaufen. Entweder eine goldene (gibt Siegpunkte für jedes Set aus Karten der fünf Farben) und/oder eine silberne (dieser weist man eine seiner vier Leisten zu und bekommt bei Spielende den halben Wert der Leiste als Siegpunkte).

Dann werden pro Spieler zwei Karten von Epoche zwei auf den Plan gelegt und es geht wieder mit Phase A los ... bis Epoche drei zu Ende ist. Dann gibt es Punkte für die Medaillien, für die Karten, für übrige Münzen, für Kolonien und Büsten. Und die meisten Punkte heißt: Besser zu sein als die doofen Mitspieler ... versteht sich.

Fazit

Wenn man ein gehobenes Spiel für die ganze Familie sucht, in der jeder Spieler eine eigene Zivilisation aufbauen soll, wird die Luft oft dünn, denn allzu viele Spiele gibt es in dieser Kategorie nicht. Eigentlich schade, denn für die Zielgruppe ab 10 ist es durchaus spannend, das eigene Volk mächtiger und mächtiger werden zu sehen. Und zwar ohne, dass Papa plötzlich mit Panzern von links kommt, während der Sohnemann seinem Volk gerade mal das Töpfern beigebracht hat.

Zwar wird "Interaktion" bei Hadara nicht gerade groß geschrieben - außer, man schnappt sich gegenseitig dringend benötigte Karten weg - aber dieses Wegschnappen kann bei ausreichend Erfahrung mit dem Spiel die Gegner in schlimme Katastrophen führen. Besonders, wenn man seine Ernährung nicht im Auge hatte und plötzlich Karten abgeben und zusehen muss, wie die Werte auf den vier Leisten schwinden. Das ist in meinen Runden aber nur selten passiert. Öfter schauten hier die Spieler beim Nachbarn, was er oder sie braucht, um noch eine Kolonie zu bekommen. Oder eine Büste meißeln zu können. Und dann wurde dort brutal reingegrätscht.

Auch, wenn es am Anfang nicht so aussieht, bietet Hadara einige Möglichkeiten zu gewinnen. Anfangs denkt man noch, man muss dringend beide goldene Medaillen haben und viele Kartensets sammeln. Bis dann einer daher kommt und zeigt, dass es auch ganz ohne goldene Medaillen geht.

Man hat hier natürlich nicht so viele Möglichkeiten, wie bei Civilization, versteht sich. Aber das will Hadara auch gar nicht. Was man eben nicht vergessen darf: Es ist ab 10 und es funktioniert auch mit dieser Zielgruppe sehr gut. Hadara spielt super in der Liga von Spielen mit, mit denen Gelegenheitsspieler mal etwas Komplexeres ausprobieren wollen. Mehr Regeln, aber nicht zu viel. Mehr Möglichkeiten, aber nicht zu viele. Mehr ausprobieren, aber nicht zu doll. Da macht es auch (fast) nichts, dass die Karten keine Titel haben, sondern nur Bilder. Kann man verstehen, weltweite Vermarktung und so und dann muss man nicht extra Karten in verschiedenen Sprachen drucken lassen. Aber es geht ein bisschen vom Zivilisationsflair verloren, wenn man nicht sagen kann: "Jetzt bau ich mir aber mal 'ne Bibliothek!". So guckt man lediglich auf die Zahlen und schenkt den schönen Bildern wenig Beachtung. Für mich als Aufbauspiel-Fan ein kleiner Wehmutstropfen, für die Zielgruppe aber selten relevant. Sie hat genug damit zu tun, die vier Leisten und das ständig knappe Geld zu verwalten.

Schön an Hadara ist auch, dass es sich zu zweit genauso flüssig spielt, wie zu fünft. Da dauert es nicht wahnsinnig länger, weil in Phase A alles parallel läuft. Die Frage ist natürlich, wie lange das alles interessant bleibt. Ich selber habe da als Gradmesser lediglich die Begeisterung, die Hadara bei meinen Testspielern auslöst. Und das sind z. B. eine Familie mit zwei Kindern (10 und 14) oder meine lieben Nachbarn ein Stockwerk unter mir, die ganz allmählich die Lust am Spielen entdecken. Aber auch meine regelmäßigen Spielerunden, zu denen durchaus auch Freakspieler gehören. Ob die alle in einem Jahr noch Hadara spielen wollen? ... keine Ahnung. Im Moment wollen sie es.

Woran Hadara wohl am meisten leidet, ist die Tatsache, dass die Fans von Auf den Spuren von Marco Polo oder Russian Railroads damit unterfordert sind und das im Netz auch lautstark heraus bölken. Aber das ist die falsche Zielgruppe. Wenn ihr entweder Leute kennt, die mal etwas mehr Anspruch im Spiel haben wollen oder selber solche seid, kann man Hadara nur empfehlen. Es ist klar strukturiert, übersichtlich, es liegen Kurzspielregeln bei (SUPER!) und einen Hauch Abwechslung gibt's auch durch Zusatzkarten. Außerdem reicht es für die Zielgruppe, Geld einzunehmen, Kolonien zu gründen und Büsten zu meißeln. Sucht ihr allerdings nur Spiele, bei denen ihr euren töpfernden Nachbarn mit Hoovercraft-Panzern platt machen könnt, ist Hadara nicht eure Wahl.

Rezension Christoph Schlewinski

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Hadara: 4,3 4,3, 11 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.05.19 von Christoph Schlewinski - Schönes Spiel für Gelegenheitsspieler, die es mal ein bisschen schwieriger haben wollen (aber nicht nur für die).
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.03.19 von Michael Kahrmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.19 von Udo Kalker - Hadara spielt sich nett und flüssig. Letzendlich optimiert jeder so seine 4 "Zivilisationsleisten" so vor sich hin und die Interaktion hält sich auch in Grenzen. Das hat man dann doch schon in vielen anderen Spielen ähnlich schon gespielt. Trotzdem macht Hadara Spaß, für die 5 Punkte reicht es mir aber dann doch nicht ganz.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.19 von Alexander Broglin - Ungewohnt leichte und schnelle Kost aus dem Hause HiG. Sehr leicht spielbares Taktispiel. Macht richtig Laune. Dauert kaum länger als 1 Stunde
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.04.19 von Michael Andersch - Kann man spiele, läuft rund und mit kurzen Wartezeiten, letztlich arbeite ich mich aber in 4 Zeilen einer Tabelle hoch, indem ich verbessernde Dinge kaufe, die ich mit den in den Zeilen erreichten Werten bezahle. Funktioniert, Prickelt aber nicht. Und ist vor allem ziemlich solitär.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.06.19 von Jost Schwider - Oh, eine Tabellenkalkulation als "Spiel"...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.06.19 von Clemens Schollenberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.06.19 von Dirk Bosawe
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.06.19 von Sandra Lemberger - Irgendeine Zählleiste für die Nahrung wäre toll gewesen - man muss diese auf den Karten ständig nachzählen, um zu überprüfen, ob man sich weitere Nahrung organisieren muss oder nicht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.06.19 von Andreas Odendahl - Sehr schönes Spiel mit schöner Karten-Draft-Variante. Am Ende geht es darum 4 Leisten zu pushen, aber wenn es schnell gespielt und nicht ewig in die Länge gezogen wird, dann macht das richtig Spaß. Zu lange sollte es nicht dauern, dann trägt das Spiel nicht über die Zeit.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.07.19 von Jürgen Henrich

Leserbewertungen

Leserwertung Hadara: 4,0 4.0, 11 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.04.19 von Hans Huehnchen - Sehr angenehmes Kartenspiel, dass ein bisschen an 7 Wonders Duell erinnert. Trotz einfacher Regeln sind die vielen kleinen Entscheidungen kniffelig, trotz eingeschränkter Interaktion kann das Wegschnappen von Karten sehr schmerzhaft sein.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.04.19 von edru - Anspruchsvolles Familienspiel, das flüssig von der Hand geht und immer wieder neue Strategien zulässt. Sicher kein Überflieger wie "Stone Age", "Marco Polo" oder "Russian Railroads", aber besser als so manches andere HiG-Spiel wie "Valletta" oder "Race to the New Found Land".
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.05.19 von felixs - Wieder mal ein Zivilisationsaufbauspiel und wieder einmal funktioniert es für mich nicht. Mir ist es deutlich zu grübelig angelegt. Man muss Schwellenwerte erreichen, die teilweise weit auseinander liegen. Ohne Rechnerei geht hier nichts und die relative Position von Karten und deren Auswirkung auf die Spielzugreihenfolge muss man durchrechnen. Dazu kommt eine ganze Menge Gedächtnisleistung, die zu erbringen ist um sich zu merken, welche Karte unter welcher Karte liegt. Ich mag sowas nicht. Das Spiel verzeiht keine Fehler, Interaktion findet durch Mitdenken der gegnerischen Züge statt, denen man Karten verwehren muss. Für meine Begriffe ist das übelster Grübel-Overkill. Bitte ohne mich, wenn auch technisch gut umgesetzt und optisch durchaus nicht hässlich (wenn auch zu bunt, wie ich finde).
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.06.19 von Maja - Schade. Hat auch nach mehrmaligem Spielen gar nicht gezündet.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.06.19 von Dennis L.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.06.19 von Gabriel - Kann die kritischen Stimmen schwer nachvollziehen, da speziell mit Familien- und Wenigspieler bisher ausschließlich sehr gute Resonaz auf das Spiel erlebt ... und Vielspieler waren ebenfalls mit Eifer und Freude dabei: Von daher immer wieder gerne.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.06.19 von Mike Camen - Tabellenkalkulation, das trifft es ziemlich gut. Bitte das nächste Mal ohne mich.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.06.19 von vanM - Die Hall Rezi trift es sehr gut. Hadara ist bestens geeignet für Familienspieler, die etwas mehr Anspruch mögen. Mir gefällt die Mischung aus Strategie und Taktik. Auf der einen Seite sollte man eine übergeordnete Strategie verfolgen, auf der anderen Seite sind aufgrund der zur Auswahl stehenden Karten viele kleine taktische Entscheidungen zu treffen. Das man in Hadara etwas aufbaut taugt mir sowieso. Zudem lässt es sich auch mit 5 Mitspielern noch flott spielen. Daher ist es im Moment mein klarer Favorit wenn es nicht ein großes Strategiespiel sein muss/kann.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.06.19 von GuidoK - Für mich als Vielspieler ist es eines der schlechtesten Spiele von HiG der letzten Jahre
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.07.19 von Oliver Müller - Tja - mal wieder ein Spiel das polarisert ^^ Da ich HiG mittlerweile als "normalen " Spieleverlag ansehe, der NICHT jedes Jahr einen Meilenstein der Brettspielgeschichte veröffentlichen muss, kann ich guten Gewissens HADARA empfehlen, als Kennerspiel im unteren Komplexitätsbereich. Vielleicht dauert es etwas zu lange für das, was es bietet, aber ansonsten ist es ein wirklich gutes Eurogame und im Vergleichg zu den Veröffentlichungen der vergangenen Jahre einer der stärksten Titel. Uns macht es jedenfalls Spaß!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.08.19 von Mike

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