Rezension/Kritik - Online seit 18.10.2018. Dieser Artikel wurde 3511 mal aufgerufen.

Luxor

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Autor: Rüdiger Dorn
Verlag: Queen Games
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 2 - 4
Dauer: 45 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2018
Bewertung: 4,1 4,1 H@LL9000
4,6 4,6 Leser
Ranking: Platz 1420
Download: Kurzspielregel [PDF]
Luxor

Spielziel

Forschungsarbeit ist Teamarbeit, das ist ja mal klar. Und auch bei Luxor muss man als Team agieren. Oder zumindest muss man seine Figuren als Team agieren lassen. Die Mitspieler sollen bitte straucheln und permanent das Nachsehen haben. Hier werden Schätze vor der Nase weggeschnappt, Gegner unter Druck gesetzt und immer neue Bewegungsmöglichkeiten entdeckt. Forschungsarbeit ist eben auch hart und manchmal sogar gemein.

Ablauf

Ein Haufen unterschiedlicher Plättchen wandert in den Gang, der sich schneckenförmig hin zur Grabkammer des Pharaos windet. Zwei Forscher jedes Spielers kommen an den Start, drei weitere werden an unterschiedlichen Stellen im Gang platziert und können dort freigeschaltet werden.

Bewegt werden die Forscher mit Handkarten. Fünf davon hat jeder Spieler auf der Hand, aber man darf nicht einfach irgendeine davon aussuchen. Nur die ganz linke oder die ganz rechte Karte darf benutzt werden. Neue Karten werden in die Mitte gesteckt und wandern so im Verlauf der Runden an die äußeren Stellen. Auf den Karten sind entweder Zahlen zu sehen, die man genau laufen muss. Manchmal aber auch "von - bis" Möglichkeiten zu laufen oder auch ein roter Würfel, der die Schritte zufällig bestimmt (ach was?).

Das Plättchen, auf dem der Forscher landet, wird ausgeführt und Punkte sammeln lautet die Devise. Punkte sammelt man z. B., indem man seine Forscher möglichst weit zur Grabkammer (oder noch besser: dort hinein) zieht. Punkte gibt es aber auch fürs Plünde... fürs Bergen von Schätzen, und am Ende des Spieles gibt es pro Set aus drei verschiedenen Schätzen noch Sonderpunkte obendrauf. Für manche Schätze reicht ein eigener Forscher, um sie zu bergen. Auf manchen müssen sich aber zwei oder drei eigene Figuren befinden, bevor der Schatz vor den Mitspielern in Sicherheit gebracht werden kann.

Wenn ein Schatz gehoben wurde, bleibt das Feld manchmal leer (was wichtig ist, denn bei der Bewegung werden leere Felder übersprungen), manchmal wird aber ein Sonderplättchen auf das Feld gelegt. Auf diese Weise kann man Skarabäen sammeln (bringen bei Spielende Punkte) oder Schatzjoker, um bei Spielende Sets zu vervollständigen. Manchmal gibt es sogar eine Geheimtür, die aber erst aktiv wird, sobald man die zweite (oder dritte) gefunden hat - klar, man will ja auch irgendwo rauskommen.

Und dann gibt es noch Felder mit 1 - 3 Augen des Horus. Auf diesen kann man sich Spezialkarten besorgen, die natürlich alle besser sind als das, was sich im Grundkartenstapel befindet. Hier kann man alle Forscher gleichzeitig bewegen oder man braucht weniger Forscher, um Schätze zu bergen, man kann 1 - 6 Felder nach Wahl gehen usw. Und sollte man einen Punkt im Gang erreichen oder überschreiten, auf dem noch ein eigener Forscher liegt, wird dieser aktiviert und auf das Startfeld gesetzt. Für Nachschub ist also gesorgt.

Luxor endet, sobald zwei (oder mehr) Forscher die Grabkammer erreicht haben - was nur mit einem Schlüssel zu schaffen ist, den man sich vorher auf einem der Plättchen besorgen muss. Die ersten beiden Forscher werden mit Bonuspunkten belohnt, alle weiteren bekommen wenigstens noch die Punkte fürs Zielfeld. Dann werden Sets und Skarabäen gezählt und natürlich: Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Fazit

Ich finde, es gibt viel zu wenig interessante Wettrennspiele mit einfachem Einstieg. Crazy Race war zum Beispiel ein solches Spiel, aber es hatte einen riesigen Glücksfaktor und oft zu starke Boni. Glück und Boni gibt es bei Luxor auch, aber hier ist alles wesentlich ausgewogener und es gibt kleine, intelligente Kniffe, mit denen es immer frisch bleibt.

Die Handkarten z. B., von denen man nur die beiden äußeren spielen darf: eine schöne Idee, die einen oft in Zugzwang bringt. Neue Karten werden ja in die Mitte gesteckt und kommen erst zum Einsatz, wenn sie an den Rand gewandert sind. Da muss man planen und überlegen, welche Seite man "wegspielt", welche Karte man wann brauchen könnte. Natürlich kann man das nie zu 100 % wissen, denn die Mitspieler schnappen einem gerne mal was weg, und wenn plötzlich leere Felder übersprungen werden müssen, kann sich die ganze Planung schlagartig ändern. Manchmal zum Schlechteren, aber wesentlich häufiger zum Besseren, weil man bei Luxor doch irgendwie immer etwas machen und sammeln kann - und sei es nur ein Schlüssel, der bei Spielende immerhin noch einen Punkt bringt. Da die Sonderkarten im Laufe des Spieles auf den allgemeinen Ablagestapel wandern, kommen sie irgendwann zurück ins Spiel - und vielleicht auch auf die meine Hand, obwohl ich diese Karte gar nicht ins Spiel gebracht habe. So kann niemand Sonderkarten bunkern, sie fließen irgendwann wieder ins Spiel - gute Idee!

Luxor wächst mit den Spielrunden, wobei es in meinen Testgruppen immer schon beim ersten Mal gezündet hat. Aber je öfter man Luxor spielt, desto mehr glaubt man, man habe es jetzt endlich im Griff - und dann muss man doch wieder umdenken. Merkwürdigerweise ist das aber nicht frustrierend, sondern anspornend - zumindest für mich und meine Tester. Die bewegen sich im Altersrahmen von 8 - 55 Jahren, und habe ich Luxor in der Tasche, wird es gespielt. Man kommt auch einfach gut rein ins nächste Spiel, man muss vielleicht noch mal 1 - 2 Karten nacherklären, aber das wars auch schon.

Manche meckern über die Grafik oder über die Spieltiefe ... sicher, darüber kann man meckern, wenn man will. Muss man aber nicht, wenn man sich klar macht, für wen dieses Spiel gedacht ist. Luxor ist ein gehobenes Familienspiel - Punkt. Und in diesem Segment leistet es hervorragende Arbeit. Es hat eine tolle Spannungskurve, ist sehr variabel durch die Plättchen, die Handkarten und die Sonderkarten, und man muss sich den Plan vor Spielbeginn kurz selber entschlüsseln, um zu schauen, welche Strategie man vielleicht fahren will - nur, um sie dann vielleicht doch über den Haufen zu werfen und etwas ganz anderes zu machen. Da hat Luxor für mich als Vielspieler noch eine Menge zu bieten, und ich spiele immer gerne mit, weil es einfach spannend ist und Spaß macht.

Auch die Regeln sind hervorragend auf die Zielgruppe zugeschnitten. Luxor ist eines der wenigen Spiele, das man mit den Mitspielern zusammen lernen und die Regeln direkt am Tisch lesen kann - denn es wird nicht das komplette Spiel erklärt. Erst, wenn es im Spiel nötig ist, kommen die neuen Regeln dazu. Super gemacht. Meine Testmenschen waren hocherfreut, dass Luxor zum "Spiel des Jahres" nominiert wurde. Es ist eben ein spannendes Wettrennen, von denen es nicht so viele gibt.

Rezension Christoph Schlewinski

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Luxor: 4,1 4,1, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.08.18 von Christoph Schlewinski - Spannendes Rennspiel mit tollen, kleinen Einfällen, das einfach Spaß macht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.03.18 von Michael Kahrmann - Schönes Rennspiel mit angenehmer Spieltiefe und einem guten Spannungsbogem. Gefällt mir gut.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.04.18 von Udo Kalker - Schönes Familienspiel in ansprechender Aufmachung.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.04.18 von Mahmut Dural - Queen Games-Spiele muß ich wegen deren Aufmachung meistens blindkaufen. Leider war Luxor für mich persönlich ein Fehlkauf. Angefangen mit der Grafik. Ich sehne mich nach Oliver Schlemmers Grafiken. Dennis Lohausen ist ein sehr guter Grafiker, keine Frage. Ich war einer der ersten, die ihn bei einer Rezension gelobt haben (Principato), wo er noch relativ unbekannt war. Das Cover sieht toll aus, aber leider sind die Plättchen nicht einladend, sondern eher zum Einschlafen. Die Grafik muß den Spieler aufwecken, packen und zum Spielen auffordern. Das schafft das Spiel bei mir persönlich leider nicht. Wie gesagt zu blasse Farben. Etwas knaller oder mystischer, wäre super. Schaut euch die Grafiken der alten Queen Games Spiele an, dann wißt ihr was ich meine wie z.B.: Fresko, Lancaster, Show Manager. Das war für mich Queen Games. Spielerisch ist es ein sehr einfaches Familien-Rennspiel. Für mich war die Luft nach einer Partie schon raus. Würde es wieder mitspielen, aber es selber nicht auf den Tisch bringen. Abgerundete 3 Punkte. Von Familien wird es sicherlich einen Punkt mehr bekommen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.07.18 von Michael Andersch - Sehr gute Symbolsprache, TOP-Anleitung. Das Spiel selbst ist locker und gleichzeitig spannend - kein Mega-Kracher, aber sehr nett im absolut positiven Sinne!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.09.18 von Sandra Lemberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.10.18 von Jost Schwider - In jeder Hinsicht: Einfach nur nett! Kann man (Mit)Spielen, muss man aber nicht... ;o) ==> Spielreiz 3 bis 4.

Leserbewertungen

Leserwertung Luxor: 4,6 4.6, 9 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.03.18 von Peter Fü. - Ich bin verliebt, und das in einem Spiel. Das schöne an diesen Spiel, es spielt sich mit zwei, drei oder vier Spielern gleich gut.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.04.18 von Gülsüm Dural - Gewohnte Queen Games Qualität, aber diesmal leider, empfand ich es auch eher als häßlich. Sonst ein schönes Familienspiel. Mehr nicht. Vielspieler werden nicht gerade gefordert. das Spiel will es ja auch nicht. Ist an Familien gerichtet und bekommt von mir aufgerundete 4 Punkte.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.04.18 von Dieter Schmitz - Ein sehr schönes Familienspiel mit schönem Material. Das Thema passt ganz gut. Nach einer Partie möchte man sogleich eine Revanche. Gute Absacker, kann man aber auch den ganzen Abend spielen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.05.18 von Oliver Müller - Ich schwanke zwischen vier und fünf Punkten - fünf Punkte als Familienspiel für Gelegenheitsspieler; vier Punkte für ambitioniertere Spieler, da sich Innovation und taktischer Anspruch naturgemäß in recht engen Grenzen halten. Das Material ist perfekt für generationsübergreifende Runden: massiv und groß, einfach wertig. Die Illustrationen wirken in der tat etwas spröde, mich persönlich stört das aber nicht. Insgesamt hat LUXOR die Nominierung auf die SdJ-Auswahlliste verdient; wird aber gegenüber AZUL wohl (m.E. zurecht) den Kürzeren ziehen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.05.18 von Tim - Gutes Spiel, keine Frage. Spannend und flott und fast immer knapp. Allerdings finde ich das Design absolut nicht ansprechend. Trotzdem Daumen hoch.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.06.18 von Ernst-Jürgen Ridder - Ein nettes Wettrennen. Lässt man sich davon treiben, bleibt für strategische Überlegungen hinsichtlich des Versuchs, bestimmte Plättchen wegen ihres Nutzens, ihrer Punkte, eines vollständigen Satzes oder was auch immer zu bekommen, nicht viel Gelegenheit. Wir haben bei unserem letzten Spiel nicht darauf geachtet, ob unsere Plättchen sich zu Sätzen ergänzen. Auch ohne das hatten wir am Ende jeder 9 Plättchen und damit zugleich auch 3 passende Sätze, hatte sich halt so ergeben. Ein Familienspiel, dass man als Viel-/Mehr- oder was auch immer Spieler gerne auch mal spielen kann. Es macht jedenfalls Spaß
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.06.18 von Waiko - Sammellaufspiel mit Bohnanza-verwandtem Kartenhandmanagement. Viel Holz für Familien, wenig für Vielspieler. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Aber es funktioniert ordentlich.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.10.18 von Jörn Frenzel - Klappt sogar mit den Kleinen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.11.18 von Hans Huehnchen - Solides Rennen, welches vor allem zum Ende hin spannend wird.

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