Rezension/Kritik - Online seit 03.02.2021. Dieser Artikel wurde 6936 mal aufgerufen.

Paleo

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Autor: Peter Rustemeyer
Illustration: Dominik Mayer
Verlag: Hans im Glück
Rezension: Nick Bornschein
Spieler: 2 - 4
Dauer: 60 - 90 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2020
Bewertung: 5,7 5,7 H@LL9000
5,3 5,3 Leser
Ranking: Platz 174
Paleo

Spielziel

In Paleo führen wir kooperativ einen Clan in der Steinzeit und jagen, sammeln und erkunden, um so Gegenstände herzustellen sowie als Ziel eine Wandmalerie fertigzustellen. Nur wer die Nächte gut meistert, wird am Ende den Sieg davon tragen können.

Ablauf

Da Paleo ein Spiel ist, welches sich über verschiedene Module mit neuen Geheimnissen und Entdeckungen erweitert, möchte ich mich für diese Rezension auf die Startmodule des ersten Spiels konzentrieren, um euch nicht den Spaß zu nehmen und somit komplett spoilerfrei schreiben.

Ein Tag in Paleo besteht aus mehreren Zügen, den alle Spieler zeitgleich ausführen. Dazu nimmt man die oberen drei verdeckten Karten seines Ziehstapels und wählt nur anhand der Rückseite eine davon aus. Die Kartenrückseiten bestehen aus unterschiedlichen Orten (Wald, Fluss oder Berg) bzw. Träumen, Ideen und Menschen sowie weiteren Dingen, wie z. B. Fußabdrücken etc. Außerdem kann die Grafik bei einer Karte leicht abweichen, d. h. der Wald noch ein Tier zeigen. Dies gibt ggf. einen Hinweis darauf, was sich hinter der Karte verbirgt. Da wir in Paleo Nahrung, Holz, Stein und Felle suchen, um Gegenstände herzustellen oder auch weitere Mitglieder in unseren Stamm aufnehmen wollen, sollte das gleichzeitige Ausspielen einer Karte untereinander abgesprochen werden. Ist dies entschieden, decken alle Spieler zeitgleich ihre Karte auf.

Die Reihenfolge, in der man die Karten abhandelt, ist beliebig. Jedoch muss man sich für eine der Optionen, die vorgegeben werden, entscheiden. Manchmal gibt es auch keine Wahlmöglichkeit. Die Spieler können sich bei bestimmten Aufgaben (Jagen, Werkzeug herstellen usw.) gegenseitig helfen, was auch für rote Gefahrenkarten gilt.

Kann ein Spieler keine Karten mehr nachziehen oder möchte sich ein Spieler frühzeitig schlafen legen, dann endet die Runde für ihn. Erst wenn dies auch bei allen anderen Spielern der Fall ist, endet der Tag, und es beginnt die Nachtphase. In dieser müssen unsere Stammesmitglieder ernährt und Missionsaufgaben erfüllt werden. Schaffen wir dies nicht, erhalten wir Totenköpfe. Das Spiel ist für uns verloren, wenn wir 5 Totenköpfe ansammeln. Schaffen wir es allerdings, die Höhlenmalerei fertigzustellen, ist das Spiel gewonnen.

Fazit

So schön die Regel auch geschrieben ist, leider finden sich drei wichtige Informationen nur auf dem Beiblatt: (1) Die Geheimnis-Karten werden nicht in den Nachziehstapel gemischt, sondern sortiert auf das Nacht-Tableau (wir nennen es Höhle, klingt schöner) gelegt. (2) Die Missionskarten (pro Modul je eine Karte mit einem Symbol gekennzeichnet) werden unter das Nacht-Tableau gelegt und ebenfalls nicht mit den Nachziehkarten vermischt. (3) Ideenkarten in den Modulkarten werden direkt auf der Werkbank platziert, man startet also bereits mit Ideen, soweit diese in einem Modelstapel vorhanden sind. Ich finde das Fehlen in der eigentlichen Regel extrem schade, da das Beiblatt für das erste Spiel ansonsten nicht angeschaut werden und man so ggf. Informationen über Karten in späteren Modulen auch nicht zufällig entdecken müsste.

Zudem lässt sich die Werkbank nur unter Lösung einer Extremwertaufgabe in die Box packen, so dass wir sie leider immer wieder auseinander bauen. Darauf hätte man wirklich etwas mehr Rücksicht nehmen können.

Neben dieser Kritik aber sticht Paleo vor allem durch die Mischung aus Thema und Story hervor. Neben Andor und ggf. Pandemie kenne ich kein kooperatives Spiel, welches so schnell und einfach erklärt ist und bei dem man dann auch direkt losspielen kann.

Während die beiden Module für das erste Spiel hier noch recht einfach wirken, es aber auch bereits in sich haben können, zieht der Schwierigkeitsgrad mit den späteren Modulen an, und es gibt so einige Überraschungen zu entdecken. Ich würde gern mehr darüber erzählen, aber das ruiniert den Spielspaß völlig. Zu diesem sei aber angemerkt, dass auch mit dem Durchspielen aller Module Paleo seinen Reiz nicht verliert. So sind die Module beliebig kombinierbar und sollten auf Dauer auch spannende Runden garantieren. Zudem bedingt der Zugmechanismus der Karten, dass man nach einem Spiel ggf. noch nicht alle Karten eines Moduls kennt. Dies finde ich spieltechnisch clever gelöst.

Mehr sei an dieser Stelle auch nicht verraten, daher kommt diese Rezension auch mit Bildern aus, die keine weiteren Informationen spoilern. Paleo kann ab 10 Jahren gespielt werden, braucht dann aber noch etwas die Unterstützung eines Erwachsenen. Außerdem macht es zu zweit weniger Spaß als in voller Besetzung, so dass ich es grundsätzlich für 3 bis 4 Spieler empfehlen würde. Ich wünsche allen viel Spaß mit diesem erfrischend kooperativen Spiel!

Rezension Nick Bornschein

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Paleo: 5,7 5,7, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.11.20 von Nick Bornschein - Spielt sich am Besten in der Maximalbesetzung zu Viert. Kleinere Regelmankos, die sich aber schnell aufklären.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.12.20 von Michael Fuchs - Habe Geduld! Im ersten Spiel ist der Spielspaß nicht unbedingt gleich zu erkennen. Doch schon nach der 2. oder 3. Partie bietet die Vielfalt des Spiels großen Spaß und durch mehrere Ergänzungssets auch weiter bestehenden Wiederspielreiz. Wer kooperative Spiele mag, wird dieses Spiel mögen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.02.21 von Michael Reitz - Paleo ist ein kooperatives Spiel, das es durch die unterschiedlichen Kombinationen der verschiedenen Missionen trotz relativ einfacher Regeln schafft, immer wieder neue Herausforderungen zu kreieren. Für mich das Highlight der SPIEL.digital 2020.

Leserbewertungen

Leserwertung Paleo: 5,3 5.3, 9 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.12.20 von Christoph Schmid - Ich kann die vorherige Einschätzung leider gar nicht nachvollziehen. Für mich ist das Spiel ein großer Wurf für Hans im Glück. Es ist interaktiv und hat Glücksanteile, so dass es auch Gelegenheitsspielern Spaß machen dürfte. Am besten trifft m.E. die Bezeichnung "Robinson Crusoe für Familien" zu, denn obwohl es sich m.E. locker und leicht spielen lässt bleibt es herausfordernd. TOP !
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.12.20 von Daniel Noé - Wähle aus drei Karten eine aus: Anhand der Rückseite kannst etwas erahnen was dich erwartet. Wie so ein einfacher Grundmechanismus ein so überragendes Spielerlebnis erzeugen kann - großartig. Paleo ist ein großer Wurd in 2020, einem Jahrgang, der richtig viele Superspiele hervorgebracht hat. Paleo ist eines davon. Höchstwertung
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.12.20 von Shigeru
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.12.20 von Kivi - Wow, die Aufmachung ist grandios, wenn auch nicht ohne Makel. So schön die doppelgeschossige Werkbank auch wirken mag, aber passen tun die Marker, für die diese nun vorgesehen ist, nicht wirklich gut hinein. Und dieser kleine Schnitzer zieht sich in meinen Augen durch das gesamte Spiel. Die Anleitung hätte auch noch etwas mehr Feinschliff gebraucht. Gelesen und danach war trotzdem noch nicht alles klar. Was bringen mir 6 Seiten Beispielrunde, wenn ich mir mühselig Infos bei Unklarheiten aus Beiblatt und der Anleitung zusammensuche. Ich hätte jetzt aber spontan auch keine Idee, wie man es besser machen könnte. Es soll ja auch nicht zu viel aus den noch kommenden Modulen auf einmal verraten werden. Daher werte ich damit nicht ab. Aber: Ich mag es, mich den Gefahren zu stellen, finde die Aufmachung und Grafik absolut großartig, aber nach einigen Runden ist bei mir einfach die Luft raus (wobei Sie nicht wirklich drin war, aber ich wollte dem Spiel eine Chance geben). Man wählt eine Karte, macht dann das Beste aus dem was drauf ist, nächste Karte, nächste Karte......usw. Ja, die Steinzeit mag hart gewesen sein, man wusste nie, was hinter der nächsten Ecke lauerte, das stellen die dynamischen Kartenstapel wirklich gut dar, aber mir macht es als Spiel keinen Spaß. Es wirkt mir zu mechanisch, holt mich nicht ab. Dem einen gefällt es, dem anderen nicht. Ich gehöre zur letzteren Sorte. Kann aber verstehen, dass es gefällt, stört euch also nicht an meiner Meinung.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.12.20 von Hans Huehnchen - In der ersten Partie: Begeisterung. Nach weiteren Partien: Ernüchterung. Paleo spielt sich trotz unterschiedlicher Szenarien etwas repetitiv und mechanisch. Spätestens, wenn man nach 3 Nachtphasen die 4. Tagphase spielt, fängt eine Partie Paleo an, sich zu sehr zu ziehen. Nachdem die Karten eines Moduls erforscht wurden, geht der Wiederspielreiz in die Knie. Die Regel ist in einigen Teilen nicht ganz klar, das Regal ist nicht funktional. Insgesamt nett, aber kein Karcher.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.01.21 von Fred Lehner - Herausfordernd, intuitive Regeln und sehr thematisch. Thema ist mir wichtig und Paleo macht da alles richtig. Natürlich weiß man nicht genau, was einem hinter einer Karte erwartet, aber genau das macht Spaß. Es ist nicht leicht zu gewinnen, aber auch das hat uns gefallen. Man hat viele kleine, aber spannende Entscheidungen zu treffen. Das Material ist gut. Zu kritisieren ist lediglich die Anleitung: Da gibt es ab und zu mal Unklarheiten. Paleo, CloudAge und Arnak (leider, weil aus meiner Sicht sehr unthematisch) werden sich wohl aus meiner Sicht den Titel Kennerspiel des Jahres untereinander ausmachen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.02.21 von Jörn - Für mich ein Highlight.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.05.21 von Axel B. - Mein Fazit vorneweg: Schon lange hat mich ein Spiel nicht mehr so in Bann gezogen wie "Paleo". Mittlerweile habe ich alle 7 Levels mit allen 10 Modulen gespielt und bewältigt, auch die Minierweiterung "Die Terrorvögel". Besonders gefällt mir an diesem Spiel, wie hier ganz einfache Mechanismen gar nicht so einfache Geschichten erzählen. Alles macht hier thematischen Sinn. Da hat man beispielsweise bei einer Karte die Wahl zwischen ertragreichem kompletten Abernten einer Pflanze, danach fliegt die Karte aber aus dem Spiel, oder weniger ertragreichem Ernten, dafür aber bleibt die Karte im Spiel und kann also am nächsten Tag wieder auftauchen. Besser und einfacher kann man das Konzept der Nachhaltigkeit wohl kaum verdeutlichen. Oder man "zähmt" einen einsamen Wolf mit einer Portion Nahrung und mindestens einem vorhandenen Punkt Aufmerksamkeit. Damit hat man nicht nur eine rote Gefahrenkarte beseitigt, sondern von da an ist der Wolf unser Gefährte und unterstützt uns mit einem festen Aufmerksamkeitspunkt. Die Geschichte der Domestizierung des Wolfes hin zum Hund also....in ganz kurz. Dies alles ist so wunderbar einfach und elegant konzipiert und benötigt keinerlei Flavourtexte, was ich besonders schätze. Ich kann mir die Geschichten selber machen. Die in den Foren von manchen SpielerInnen geäußerte Befürchtung, der Wiederspielreiz von "Paleo" könnte bei öfterem Spielen durch die Kenntnis der Karten sinken, kann ich nicht bestätigen. Dadurch, dass man die Module beliebig mischen kann, müsste man schon ein verdammt gutes Gedächtnis haben, um sich alles merken und damit berechnen zu können. Also ich kann das jedenfalls nicht. Dazu kommt, dass die Reihenfolge der Karten in jedem Durchgang anders ist und immer nur ein Teil der Karten aufgedeckt wird. Ein weiterer Kritikpunkt waren einige Regelunklarheiten, besonders bei der 1. Auflage. Das stimmt zwar, ich kann aber nur empfehlen, sich das Spiel bei boardgamegeek anzuschauen und dort notfalls auch selbst mal eine Regelfrage zu posten - der Autor antwortet dort umgehend höchstpersönlich und klärt die Fragen, manchmal innerhalb von wenigen Stunden. Nicht zuletzt: Der Glücksanteil ist bei "Paleo" durchaus nicht unbeträchtlich, aber bei näherer Betrachtung doch ziemlich kalkulierbar und sorgt für äußerst spannende, um nicht zu sagen nervenaufreibende Momente beim Aufdecken der Karten. Da gibt es für mich Ähnlichkeiten zu "Pandemie". Das spricht mein Zockerherz an. Bei einer Partie hatten wir nach kurzer Zeit schon 4 Totenköpfe und keinen einzigen Siegpunkt, konnten das Spiel aber noch drehen und 5 zu 4 gewinnen. Nach dem Spiel musste ich einen Beruhigungstee trinken, um meinen Blutdruck zu senken :-) Kurz gesagt: Ich bin der Meinung, "Paleo" wäre ein würdiges Kennerspiel des Jahres.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.06.21 von Peter Steinert - Wirklich beeindruckend, was Autor und Verlag hier aus einem ganz einfachen Kartenmechanismus herausholen. PALEO überzeugt als elegantes, sehr thematisches und tadellos gestaltetes Teamspiel mit geringer Downtime und hohem Suchtpotential. Damit setzt es für mich einen klaren Kontrapunkt zum quälend verschwurbelten "Spirit Island". Ganz bitter allerdings ist das Spielregelkonzept, das sich auch in der 2. Auflage mit seiner verkomplizierenden Struktur und dem Versuch eines "gendergerechten" Sprachstils unglaublich ungeschickt anstellt!

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